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Die FIAA 2026 war ein Branchentreff mit Austausch, wie der Talk „Leading Change: A Female Vision for the Future of Passenger Transport“ zeigte. Foto: Ifema/FIAA

Die FIAA 2026 war nicht nur eine Busausstellung, sondern mehr denn je ein Branchentreff mit Austausch. Und der fand im Programm auch entsprechend seinen Platz: Beeindruckend war beispielsweise der Talk „Leading Change: A Female Vision for the Future of Passenger Transport“, der am 24. September 2026 um 11:00 Uhr im FIAA Forum, Halle 7, in Madrid stattfand. Moderiert wurde er von Ana Gómez Arche, CEO von Impulso Mobility by PONS. Auf dem Podium saßen Agata Stańda (Solaris), Julieta De Micheo (EMT Madrid), Ana María Valladolid (Rubiocar) und Yolanda Bayo (Autocares Víctor Bayo).

In dem Messe-Talk ging es nicht nur um „Frauen in Führungspositionen“, sondern um die praktische Transformation des Personenverkehrs. Mit Solaris war ein Bushersteller, mit EMT ein öffentlicher Verkehrsbetreiber und mit Rubiocar und Víctor Bayo private Betreiber vertreten. Dadurch wurde die Veränderung des Sektors aus unterschiedlichen Teilen der Wertschöpfungskette betrachtet. Eine der Kernaussagen ist die, dass die Transformation des Verkehrs nicht von einer einzigen Technologie oder einer einzelnen Entscheidung abhänge.

Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel von Industrie, Verkehrsunternehmen, öffentlicher Hand und den Menschen, die das System gestalten und nutzen. Und was wurde über weibliche Führung gesagt?Hier lag tatsächlich ein eigener Schwerpunkt. Es wurde diskutiert, dass weibliche Führung nicht einfach traditionelle männlich geprägte Führungsmodelle kopiere. Schlagwörter wie stärkeres Zuhören, Empathie, Nähe zu Mitarbeitern und Kunden, eine stärkere Wahrnehmung des Umfelds und der Situation und Intuition wurden für weibliche Führung gemeinsam benannt.

Gleichzeitig wurde betont, dass dies nicht im Gegensatz zu Anspruch, Ambition und der Fähigkeit zu schwierigen Entscheidungen stehen müsse. Im Vorfeld war ausdrücklich angekündigt worden, dass die vier Managerinnen darüber sprechen würden, wie sie den Personenverkehr in zehn Jahren sehen, welche Veränderungen für sie besonders wichtig sind und welche Erfahrungen ihre eigene Art zu führen geprägt haben. Außerdem sollten sie Empfehlungen für jüngere Menschen geben, die eine Karriere in der Mobilitätsbranche anstreben.

Der Talk war weniger eine reine Diskussion über „Frauenquote“ oder Frauenförderung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Führung in einer sich technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich stark verändernden Bus- und Mobilitätsbranche funktionieren kann – und welchen spezifischen Beitrag Frauen in diesen Veränderungsprozessen leisten können. So machte Agata Standa deutlich, welche industrielle Perspektive sie habe: Ihr Schwerpunkt lag darauf, dass Europa seine eigene industrielle Kompetenz im Busbereich erhalten und gleichzeitig die nachhaltige Transformation der Mobilität weiter vorantreiben müsse.

Und bei de Micheo stand verständlicherweise stärker die öffentliche Verkehrsleistung und die gesellschaftliche Funktion des ÖPNV im Vordergrund. Ihre zentrale Aussage lautet sinngemäß: Führungskräfte sollten nicht lediglich versuchen, sich an die Zukunft anzupassen, sondern an ihrer Gestaltung mitzuwirken. Sie betonte, dass es nicht primär um Frauen in Führungspositionen gehe, sondern das Engagement für den öffentlichen Dienst und die kontinuierliche Verbesserung der Mobilität im Fokus stehen würde.

Die Teilnehmerinnen selbst haben den Schwerpunkt weg von einer reinen Frauen-Debatte verschoben und die Vielfalt der Erfahrungen und Perspektiven im Mittelpunkt gestellt. Der Titel des Talks „A Female Vision“ war also eher der Ausgangspunkt für eine Diskussion über Führung und Veränderung im gesamten Bussektor. Yolanda Bayo brachte im Talk einen Punkt ein, der in den großen Diskussionen über Elektrobusse und KI leicht untergeht: Was passiert mit dem kleinen und mittleren Busunternehmer? Die Transformation sei dann eine echte Herausforderung.

Bayo forderte deshalb eine stärkere Verbindung zwischen denjenigen, die Vorschriften machen, und denjenigen, die jeden Tag Busverkehr betreiben. So lässt sich dann der Ausblick wie folgt zusammenfassen: Der Bus der Zukunft sei kein einzelnes Fahrzeug mehr, sondern ein vernetztes System aus Fahrzeug, Energie, Infrastruktur, Software, KI, Fahrer, Betreiber und öffentlicher Hand. Da waren sich alle Beteiligten einig. Und genau deshalb war die Zusammensetzung des Panels sinnvoll: Solaris repräsentierte den Hersteller, EMT Madrid den großen öffentlichen Betreiber.

Und mit Rubiocar/Bayo die privaten Betreiber. Die vier Perspektiven kamen dabei teilweise zu unterschiedlichen Schwerpunkten, aber immer wieder auf Wirtschaftlichkeit, Menschen und Zusammenarbeit zurück. Die Transformation des Verkehrs hänge nicht von einer einzigen Technologie oder einer einzelnen Entscheidung ab, auch hier war sich die Talkrunde einig. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel von Industrie, Verkehrsunternehmen, öffentlicher Hand und den Menschen, die das System gestalten und nutzen. (FIAA/Solaris/omnibus.news/Sr)

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