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Marcopolo hat auf der FIAA 2026 die europäische Version des paradiso G8 präsentiert. Foto: omnibus.news

Rodrigo Bisi, Vertriebsleiter Europa, Naher Osten und Afrika bei Marcopolo, freut sich über den Zuspruch europäischer Kunden. Foto: omnibus.news

Der Fahrerarbeitsplatz basiert weitgehend auf der Volvo-Technik und verfügt über einen ISRI-Fahrersitz mit integriertem Sicherheitsgurt, ein 500-mm-Lenkrad mit Bedientasten und ein vollständig digitales 12,3-Zoll-Kombiinstrument. Foto: omnibus.news

Optisch kann der Paradiso G8 mit den europäischen Reisebussen auf jeden Fall mithalten. Foto: omnibus.news

Auf der FIAA 2026 wurde über die Teilnahme von Marcopolo als „nueva etapa en su estrategia europea“ gesprochen. Die Brasilianer lassen der Ankündigung, wieder in Europa Omnibusse anzubieten, nun Taten folgen. Der brasilianische Busherstellerist weltweit an sieben Standorten (Argentinien, Australien, Brasilien, China, Kolumbien, Mexiko und Südafrika) aktiv. Marcopolo fertigt den Paradiso G8 als Karosserie, der dann auf europäische Fahrgestelle – etwa von Volvo – aufgebaut wird. Genau deshalb ist der Auftritt auf der FIAA 2026 strategisch interessant: Marcopolo ist dabei, in Europa Fuß zu fassen.

Und das, ohne zunächst eine eigene europäische Großfabrik aufzubauen. Marcopolo wurde auf der FIAA in Madrid als ernsthafter neuer europäischer Player wahrgenommen – und der Paradiso G8 als das zentrale Produkt dafür. Im Mittelpunkt stand auf der Messe deshalb auch die europäische Serienversion des Paradiso G8. Schon vor der Premiere seien erste Fahrzeuge nach Frankreich, Italien und Portugal verkauft worden, so Rodrigo Bisi, Vertriebsleiter Europa, Naher Osten und Afrika bei Marcopolo, gegenüber omnibus.news.

Und weiter: Diese Kunden würden dann Anfang 2027 die Omnibusse erhalten. Als Basis komme das Volvo B13R-Chassis zum Einsatz, als Gewichtsoptimierung gegenüber der brasilianischen Version nannte Bisi über eine Tonne. Außerdem kämen viele europäische Komponenten zum Einsatz, man habe den Fokus auf Energieeffizienz und TCO gelegt. Der Paradiso G8 ist nicht einfach ein importierter brasilianischer Reisebus, sondern ein eigenes Produkt, das auf den europäischen Markt zugeschnitten wurde. Und: Marcopolo setzt im klassischen Premium-Reisebussegment auf einen Dieselantrieb.

Marcopolo baue nach Angaben von Rodrigo Bisi aktuell eine eigene europäische Vertriebsstruktur und ein lokales Supportnetz aufbaut. Für Spanien und Portugal werde Marcopolo dabei mit Fahrgestellherstellern wie Volvo und Scania zusammenarbeiten und zugleich als unabhängiger Karosseriehersteller auftreten. In Italien und Frankreich arbeite man mit Volvo Buses zusammen. Marcopolo wird in Spanien ernst genommen – weniger wegen eines spektakulären Messeauftritts als wegen der Strategie.

Und die beinhaltet eine Kombination aus einem attraktiven Premium-Reisebus mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis, europäischer Anpassung, Volvo-Partnerschaft und bereits vorhandenen Aufträgen. Das Fahrzeug ist für den europäischen Markt in vier Längen von 12,39, 13,20, 14,00 und 15,00 Metern erhältlich. Die beiden kürzeren Varianten sind als 4×2, die 14- und 15-Meter-Versionen als 6×2 ausgeführt. Alle Varianten sind 2,55 Meter breit und 3,80 Meter hoch. Der Radstand beträgt je nach Ausführung 5,94, 6,75, 6,15 beziehungsweise 7,15 Meter.

Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei den 4×2-Versionen bei 19 Tonnen und bei den 6×2-Versionen bei 26 Tonnen; das zulässige Gesamtzuggewicht beträgt jeweils 22,5 beziehungsweise 29,5 Tonnen. Als Antrieb kommt der 13-Liter-Sechszylinder Volvo D13K mit Euro-6-Abgasnorm, Common-Rail-Einspritzung sowie EGR- und SCR-Abgasnachbehandlung zum Einsatz. Er wird mit 420, 460 oder 500 PS angeboten und entwickelt dabei 2.100, 2.300 beziehungsweise 2.500 Nm Drehmoment im Bereich von 1.000 bis 1.400 U/min.

Die 420-PS-Version kann mit Diesel und HVO betrieben werden, die beiden stärkeren Varianten zusätzlich mit Biodiesel beziehungsweise B100. Als Getriebe kommen Volvo AT2612 beziehungsweise ATO2612 zum Einsatz. Der Kraftstofftank fasst standardmäßig 490 Liter, alternativ 360 Liter; der AdBlue-Tank hat ein Fassungsvermögen von 64 Litern. Je nach Länge bietet der Paradiso G8 bis zu 55 Sitzplätze bei 12,39 Metern, bis zu 59 bei 13,20 Metern, bis zu 63 bei 14 Metern und bis zu 67 bei 15 Metern. Der Gepäckraum erreicht bis zu 9,0 m³ bei der 12,39-Meter-Version, 10,3 m³ beim 13,20-Meter-Modell, 9,5 m³ beim 14-Meter-Bus und 10,5 m³ beim 15-Meter-Bus.

Die Gepäckraumklappen können mit einer automatischen Öffnungs- und Schließfunktion ausgestattet werden. Eine Fahrerschlafkabine ist optional erhältlich. Der Innenraum ist auf den Einsatz als Premium-Reisebus für Touristik, Charter und auch reguläre Linienverkehre ausgelegt. Die Fahrgastsitze sind auf Sicherheit, Ergonomie und geringes Gewicht ausgelegt und können mit unterschiedlichen Materialien und Farben ausgestattet werden. Serienmäßig beziehungsweise je nach Ausstattungsvariante gehören USB-Anschlüsse an jedem Sitz, Multimedia-Bildschirme und ein 28-Liter-Kühlschrank im Armaturenbereich dazu.

Optional stehen ein zusätzlicher 34-Liter-Kühlschrank beim Reiseleiter, eine Kaffeemaschine, 230-Volt-Steckdosen an mehreren Positionen oder an jedem Sitz sowie weitere Komfortausstattungen zur Verfügung. Für die Unterhaltung gibt es fest installierte 22-Zoll-HD-Bildschirme im vorderen und mittleren Bereich; hinten kann zusätzlich ein klappbarer 22-Zoll-HD-Monitor eingebaut werden. Das Multimedia-System verfügt über eine Marcopolo-Haupteinheit mit 10-Zoll-Bedienoberfläche. Zur Ausstattung des Fahrgastraums gehört außerdem eine zentrale Toilette, die mit Rauchmelder ausgestattet ist; Abluftanlage und elektrischer Händetrockner sind optional. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste kann ein Rollstuhllift vorgesehen werden.

Der Bus verfügt über eine automatische beziehungsweise elektropneumatische Türanlage mit empfindlicher Türkante; je nach Konfiguration gibt es eine vordere und eine mittlere oder hintere Tür. Die Karosserie besitzt eine verzinkte Stahlstruktur mit Aluminium-Seitenbeplankung, eine einteilige geklebte Front- und Heckscheibe sowie getönte Doppelverglasung im Fahrgastbereich. Die Außen- und Rückleuchten sind vollständig in LED-Technik ausgeführt. Für das Klima im Fahrgastraum stehen Spheros- oder Thermo-King-Klimaanlagen mit 40 beziehungsweise 45 kW Leistung zur Verfügung.

Die maximale Kühlleistung liegt je nach Anlage bei 31 beziehungsweise 37 kW, die Heizleistung bei 38 kW. Hinzu kommen Konvektoren für Fahrer und Fahrgäste, ein Spheros-Thermo-Plus-300-Vorheizsystem, eine separate Zusatzheizung mit 30 kW sowie eine leistungsfähige Frontscheiben-Entfrostung. Der Fahrerarbeitsplatz basiert weitgehend auf der Volvo-Technik und verfügt über einen ISRI-Fahrersitz mit integriertem Sicherheitsgurt, ein 500-mm-Lenkrad mit Bedientasten und ein vollständig digitales 12,3-Zoll-Kombiinstrument.

Zur Serienausstattung gehören unter anderem Rückfahrkamera, integriertes Radio mit Bluetooth und Mobilfunkanbindung, automatische Fahrlichtsteuerung und Regensensor. Optional sind eine 360-Grad-Kamera, digitale Außenspiegel, Volvo Dynamic Steering und Alcolock erhältlich. Für die Kommunikation sind Mikrofone für Fahrer und Reiseleiter vorgesehen, auf Wunsch auch drahtlos. Auch beim Fahrwerk und bei der Sicherheit setzt der Paradiso G8 auf Volvo-Komponenten: Die Vorderachse ist als Volvo IFS ausgeführt, hinten kommt die Volvo RS1328 zum Einsatz.

Der Bus verfügt über Scheibenbremsen, EBS 5, ABS, ASR, eine kombinierte Brems- und Retardersteuerung, Berganfahrhilfe, Bremsassistent und Türbremse. Zusätzlich gibt es Überwachungssysteme für Bremsentemperatur und Bremsbelagverschleiß. Die Luftfederung ermöglicht ein vollständiges Kneeling auf der Fahrzeugseite. Die elektrische Anlage arbeitet mit einem Volvo-Doppelbatteriesystem: zwei 12-Volt-Starterbatterien sowie zwei 12-Volt-GEL-Batterien für die elektrischen Verbraucher und drei Lichtmaschinen mit jeweils bis zu 150 Ampere.

Die Karosserie ist für den europäischen Einsatz mit 315/80-R22.5-Reifen auf 9,00 x 22,5-Zoll-Felgen ausgelegt. Insgesamt verbindet der auf der FIAA 2026 gezeigte Paradiso G8 damit die Marcopolo-Karosserie und Innenraumgestaltung mit dem Volvo-B13R-Fahrgestell, dem D13K-Antrieb, Volvo-Bremssystemen und umfangreicher Fahrerassistenz- und Komforttechnik. Mit diesen Merkmalen dürfte sich der Paradiso G8 gut verkaufen. Rodrigo Bisi gibt sich nach dem Zuspruch auf der FIAA zuversichtlich, bereits am ersten Tag der Messe hätte es viele konkrete Anfragen gegeben. (FIAA/Marcopolo/VolvoBuses/omnibus.news/PM/Sr)

Der Innenraum ist auf den Einsatz als Premium-Reisebus für Touristik, Charter und auch reguläre Linienverkehre ausgelegt. Foto: omnibus.news

Viel Zuspruch und Anfragen gab es am Stand von Marcopolo. Foto: omnibus.news

Die Gepäckraumklappen können mit einer automatischen Öffnungs- und Schließfunktion ausgestattet werden. Foto: omnibus.news

Optional ist ein Spiegel-Ersatzsystem, eine 360-Grad-Kamera, Volvo Dynamic Steering und Alcolock erhältlich. Foto: omnibus.news

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