
Imanol Rego, CEO von Irizar, auf der FIAA 2026 vor dem neuen 15m langen i3 Electric Überlandbus. Foto: omnibus.news

Bis zu 69 Sitzplätze und 40 Stehplätze sind im 15m langen i3 Electric darstellbar. Foto: omnibus.news

Stellplatz für einen Rollstuhl inklusive… Foto: omnibus.news

Den beim Hochboden benötigten Lift steuert Masats bei. Foto: omnibus.news
Irizar erweitert seine Elektrobusfamilie für den Überlandverkehr. Nach der Premiere der neuen i3 Electric-Baureihe mit einem 12-Meter-Low-Entry-Fahrzeug auf der FIAA 2024 wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut: Im vergangenen Jahr folgten eine zweiachsige Version mit durchgehendem Hochboden sowie eine dreiachsige Low-Entry-Variante. Auf der FIAA 2026 feiert nun eine 15 Meter lange, dreiachsige Hochboden-Ausführung als viertes Modell der Baureihe ihre Premiere. Das ausgestellte Fahrzeug ist als Klasse-II-Bus konzipiert.
Der neue i3 Electric 15m richtet sich insbesondere an Einsatzbereiche, in denen große Reichweiten, eine hohe Sitzplatzkapazität und entsprechend viel Gepäckraum gefragt sind. „Die neue 15-Meter-Version ist als Dreiachser ausgeführt und soll die Kapazität für Fahrgäste und Gepäck gegenüber den kürzeren Varianten nochmals erhöhen“, erklärte Imanol Rego, CEO von Irizar, im Gespräch mit omnibus.news. Die Plattform sei zudem nochmals gewichtsoptimiert worden. Für den neuen i3 Electric 15m nennt Rego eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern.
Integral oder Fahrgestell
Der auf der FIAA 2026 in Madrid präsentierte i3 Electric 15m Normal Floor ist als Integral-Fahrzeug ausgeführt. Erkennbar ist dies am Namenszusatz „Integral“ in der Modellbezeichnung. Grundsätzlich ist die i3-Baureihe – typisch für Irizar – auch auf Fahrgestellen verschiedener Chassishersteller erhältlich. Das gilt ebenso für unterschiedliche elektrische Fahrgestelle, wie Imanol Rego erläuterte. Damit könne der i3 an unterschiedliche Markt- und Betreiberanforderungen angepasst werden. Auch bei der Sicherheits- und Elektronikarchitektur hat Irizar die i3-Electric-Baureihe auf den aktuellen Stand gebracht.
Der Bus erfüllt die Anforderungen der GSR2 und verfügt unter anderem über Kamera- und Radarsysteme. Für Cybersecurity und Softwareaktualisierungen verweist Irizar auf die europäischen Regelungen UNECE R155 und R156. Hinzu kommt eine energieabsorbierende Frontstruktur nach R29. Die elektronische Architektur ermöglicht zudem die Auswertung von Fahrzeugdaten für Diagnose und vorbeugende Wartung. Damit soll der i3 nicht nur emissionsfrei unterwegs sein, sondern auch im Betrieb und bei der Wartung stärker digital unterstützt werden.
Der i3 ist dabei nicht auf den Elektroantrieb festgelegt. Je nach Ausführung und Markt bietet Irizar die Baureihe weiterhin auch mit Diesel-, HVO-, Hybrid- und Gasantrieben an. Mit dem Premierenfahrzeug der FIAA 2026 setzt Irizar allerdings ein deutliches Zeichen für die Elektrifizierung des Überlandverkehrs: Mit dem neuen i3 Electric will der spanische Hersteller nun auch Einsatzprofile bedienen, bei denen bislang Dieselbusse eine besonders wichtige Rolle spielen.
65 Sitze und sieben Kubikmeter Gepäckraum
Beim Ausstellungsfahrzeug waren 65 Überlandsitze des Typs Inova i4 mit Zweipunktgurten verbaut. Insgesamt sind bis zu 69 Sitzplätze möglich, zusätzlich stehen 40 Stehplätze zur Verfügung. Am Einstieg der zweiflügeligen Mitteltür ist ein Rollstuhllift von Masats, Typ KS7, installiert. Der Fahrgastraum vermittelt einen für die Klasse hochwertigen Eindruck. Die Gepäckablage fällt dagegen vergleichsweise schlicht aus und fügt sich damit nicht ganz so selbstverständlich in die ansonsten hochwertige Gestaltung ein. Typisch Irizar sind die individuellen Lüftungsdüsen und Leseleuchten sowie zwei LCD-Monitore.
Mit 2.600 Millimetern Innenhöhe im Mittelgang bietet der i3 Electric 15m zudem großzügige Platzverhältnisse. Der neue Elektro-Überlandbus ist 14,99 Meter lang, 2,55 Meter breit und 3,55 Meter hoch. Das Gepäckraumvolumen beträgt 7 m³. Für den Antrieb sorgt ein zentral angeordneter synchroner Elektromotor mit 380 kW Nennleistung (510 PS) und maximal 400 kW. Das Fahrzeug verfügt über drei Fahrstufen, eine unabhängige Vorderachsfederung mit aktivem System sowie eine aktive Antriebsachse mit vier Kontrollpunkten. Eine elektrohydraulische Lenkung ergänzt die Antriebstechnik.
Die hauseigene Batterie bietet eine Kapazität von bis zu 528 kWh. Geladen wird mit bis zu 225 kW über zwei Ladeanschlüsse nach CCS-Combo-2-Standard, die laut Prospekt rechts vorne und rechts hinten angeordnet sind. Zum elektrischen System gehört eine Multiplex-Architektur. Am Premierenfahrzeug waren glänzend polierte Aluminiumfelgen mit Reifen der Dimension 295/80 R22.5 montiert.
Umfangreiche Sicherheitsausstattung
Auch bei den Assistenz- und Sicherheitssystemen ist der i3 Electric umfangreich ausgestattet. An Bord sind unter anderem EBS, ECAS, ESC und ASR, eine Wankregelung nach R66/02, Reifendruck- und Temperaturüberwachung (TPMS), Rückfahrkamera und Parksensoren. Hinzu kommen Licht- und Regensensoren sowie ein Spurverlassenswarner (LDWS). Genannt werden außerdem ein Alkoholtester, Systeme zur Erkennung von Fahrerablenkung und Ermüdung (ADDW/DDWA), eine Frontkollisionswarnung, die Erkennung von Fußgängern und Radfahrern, ein Totwinkel-Informationssystem sowie eine Verkehrszeichenerkennung.
Zur Ausstattung des ausgestellten Fahrzeugs gehören darüber hinaus ein CMS mit Rückfahrkameras, eine doppelte Mitteltür, der PMR-Lift, pneumatische Gepäckraumklappen, LED-Innen- und Außenbeleuchtung, Rückfahrsensoren und eine Konvektorenheizung. Die verantwortlichen Irizar-Ingenieure erklärten in Madrid, dass die Anordnung der Batteriemodule je nach Markt und den dort zulässigen Achslasten variieren könne. Gleichzeitig betonten sie, dass keines der Lithium-Ionen-Batteriepakete im Gepäckraum untergebracht werde. Das trägt dazu bei, dass der dreiachsige i3 Electric mit Hochboden über einen entsprechend großen Gepäckraum verfügt.
Schärfere Irizar-Formensprache
Auch optisch trägt der i3 Electric unverkennbar die Handschrift von Irizar. Die markante Front mit ihren scharf gezeichneten Linien, der charakteristischen V-Form und den modernen LED-Leuchten verleiht dem Überlandbus einen dynamischen, beinahe futuristischen Auftritt. Die Linienführung setzt sich über die Seiten bis zum Heck fort und verbindet Funktionalität mit der für Irizar typischen Designsprache. Bei der aktuellen elektrischen Generation wurde dieser Auftritt nochmals geschärft: Die Front erscheint kantiger und präziser, während Fenster, Seitenflächen und Türen zu einer harmonischen Einheit zusammengeführt werden. Damit fügt sich der i3 klar in die aktuelle Irizar-Familie ein, ohne seinen Charakter als vielseitiger Überland- und Regionalbus aufzugeben.
Nachhaltigkeit auch jenseits des Antriebs
Auch beim Messeauftritt in Madrid rückte Irizar das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. „Im Einklang mit unserem festen Bekenntnis zur Nachhaltigkeit verfügt unser FIAA-Messestand erneut über einen Bereich, der ausschließlich diesem Thema gewidmet ist“, so Imanol Rego. Dort präsentierte das Unternehmen sein Engagement für die Dekarbonisierung sowie die Produktpalette von „Izir“, der hauseigenen Marke für Kreislaufwirtschaft. Die Produkte werden aus überschüssigen Fertigungsmaterialien hergestellt.
Die Kreislaufwirtschaft sei eine der tragenden Säulen des Umweltmanagements von Irizar, betonte Rego. Derzeit würden 63,50 Prozent der Überschuss- und Abfallmaterialien verwertet und wieder in neue Produktionszyklen integriert. Die Fahrzeuge erreichten eine durchschnittliche Verwertungs- beziehungsweise Recyclingquote von 97,44 beziehungsweise 92,95 Prozent. Auch bei der Fahrzeugentwicklung spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Unter Berücksichtigung von Ökodesign-Kriterien optimiere Irizar den Rohstoffeinsatz, verlängere die Lebensdauer von Komponenten und erleichtere deren Verwertung am Ende des Lebenszyklus.
Ziel sei es, die mit dem Produkt verbundenen Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren. Dafür hat Irizar einen strukturierten Ansatz zur Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment, LCA) gemäß den internationalen Normen ISO 14040 und ISO 14044 in die Fahrzeugentwicklung integriert. Betrachtet werden sämtliche Phasen – von der Rohstoffgewinnung und Fertigung über den Betrieb bis zur Entsorgung beziehungsweise Verwertung am Ende der Nutzungsdauer. Verstärkt zum Einsatz kommen dabei auch Ökobilanzen und Umweltproduktdeklarationen (EPD) gemäß ISO 14025.
Im vergangenen Jahr erhielt Irizar nach eigenen Angaben EPDs für den elektrischen Irizar i3, den gewichtsoptimierten CNG-Bus Irizar i4, die 12- und 18-Meter-Modelle des Irizar ie bus Efficient sowie die 18-Meter-Version des Irizar ie tram. Diese ergänzen bereits zuvor erlangte Zertifizierungen für den Irizar i6 FCEV, den 12-Meter-Irizar ie bus Efficient (2025) sowie den Irizar i6S Efficient und den gewichtsoptimierten Irizar i4 (2024). Damit will Irizar seinen Anspruch unterstreichen, Umweltwirkungen nicht nur zu reduzieren, sondern auch transparent und über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge nachvollziehbar zu machen. (Irizar/omnibus.news/Sr)

Irizar bleibt sich auch der optischen Linie treu. Die Front erscheint aggressiver, die Karosserie wirkt kantiger und präziser, während Fenster, Seitenflächen und Türen zu einer harmonischen Einheit zusammengeführt werden. Foto: omnibus.news

Blick auf den Fahrerplatz des 15m langen E-Überlandbusses – nahezu identisch mit anderen der i3 Electric-Baureihe. Foto: omnibus.news

Längeläuft, nicht nur im Segelsport, sondern auch im spanischen Überlandverkehr. Foto: omnibus.news

Imanaol Rego informierte anlässlich der FIAA 2026 über viel Neues bei Irizar. Foto: omnibus.news