Blieb in der Schublade: Der schmucke Designer Buszug von Göppel. Grafik: Göppel Bus

Die Marburger Stadtwerke wollen weitere Buszüge beschaffen. Aktuell bemüht sich das Unternehmen um die Erlaubnis, Buszüge auf einer temporär stark frequentierten Linie einsetzen zu dürfen. Eine entsprechende Anfrage wurde beim Regierungspräsidium eingereicht, wie der Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren gegenüber Medien berichtete. Der Buszug ist mittlerweile an vielen Orten die Lösung, um flexibel die Beförderungskapazität erhöhen zu können. Die Stadtwerke Marburg spekulieren über einen Einsatz auf der Strecke zwischen Lahntal und Lahnbergen, weil es hier zu gewissen Stoßzeiten einen zusätzlichen Bedarf gebe. Drei bis fünf Buszüge sollen zum Einsatz kommen, so die Prognose der Statwerke. Rund 150 Buszüge sind deutschlandweit zur Zeit im Einsatz bzw. zum Teil geplant, die meisten fahren in Bayern. In den letzten Jahren sind Busanhänger zur Personenbeförderung im Linienverkehr immer beliebter geworden. Nach dem Verbot der Anhänger in den 60er Jahren dauerte es über vier Jahrzehnte, bis 2003 eine erste Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Die Wirtschaftlichkeit hat überzeugt: Zu den so genannten Spitzenlastzeiten ist der Solowagen mit Anhänger der Gefäßgröße des Gelenkbusses gleichzusetzen. Auch wenn der Anhänger viele Standzeiten hat und nicht genutzt wird, die Lebensdauer liegt weit über dem des Gelenkbusses – was Befürworter immer wieder anführen, um die relativ hohen Kosten – durch die Einzelanfertigung und geringen Stückzahlen – zu rechtfertigen. Wer die Fahrgast-Kapazität mit wenigen Handgriffen verdoppeln oder halbieren kann, fährt den anderen davon – so wirbt der schweizer Hersteller Hess für das Buszug-Konzept. Zwischen 30 und 190 Passagiere können die Schweizer in ihren Buszügen befördern – mal mit und mal ohne Anhänger, je nach Bedarf. Die Nachfrage nach Buszügen steigt kontinuierlich, wie es heißt. Die Vorteile liegen auf der Hand, denn die Kapazität kann ohne Personalmehrkosten erhöht werden. Das An- und Abkoppeln ist in 2 Minuten erledigt. Im Vergleich zum Gelenkbus ist der Wendekreis kleiner. Und Fahrer eines Buszuges bestätigen immer wieder, dass die Spurtreue auch beim Anhänger gegeben sei. Nach Hess aus der Schweiz bot auch Göppel entsprechende Fahrzeuge für den deutschen Markt an. Der deutsche Anbieter musste aber Insolvenz anmelden, so dass die oben gezeigte Designstudie nicht mehr verwirklicht werden wird.

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