Anzeige



In der Konferenz der Umweltministerinnen und -minister des Bundes und der Länder (UMK) koordinieren die Bundesländer ihre Umweltpolitik untereinander und in Relation zur Bundespolitik. 2017 hatte Brandenburg den Vorsitz und richtete vom 3. bis 5. Mai die 88. Umweltministerkonferenz aus. Von links: Stefan Wenzel (Umweltminister Niedersachsen), Dr. Till Backhaus (Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern), Jörg Vogelsänger (Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg.), Dr. Barbara Hendricks, Herbert Wolff (Umweltstaatssekretär Sachsen). Foto: BMUB / Claudia Koll

Faktor 100, so heißt das neue öffentliche Förderprogramm für Elektrobusse im ÖPNV. Einstimmig beschlossen von der Umweltministerkonferenz bringt die Förderung das Ansinnen dahinter gut auf den Punkt: Ein Elektrobus entlastet die Umwelt so stark wie 100 Pkw. Nun ist der Bund am Zug, der das Geld zur Verfügung stellen soll: Im Jahr 2018 schon 50 Millionen Euro, danach soll es jährlich 100 Millionen aus dem Haushalt für die Förderung von Elektrobussen im ÖPNV geben. So könnten nach Ansicht der Umweltminister schon im ersten Jahr 250 Elektrobusse beschafft werden. Für die dann folgenden Jahren denken die Minister an jährlich 500 Elektrobusse, die neu auf die Straße kommen könnten. Das bundesweite Programm soll den Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zusätzliche finanzielle Anreize für die Beschaffung von Elektrobussen bieten, vergleichbar mit der heute bereits existierenden Kaufprämie für E-PKW. Auch die Verkehrsministerkonferenz hatte Ende April bereits einen ähnlichen Beschluss gefasst. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt diese Vorstöße , weist aber darauf hin, dass für eine flächendeckende Durchdringung von Elektrobussen im ÖPNV noch große Anstrengung bei allen Verantwortlichen notwendig sind: „Die Hersteller müssen verlässliche Elektrobusse bauen, die Politik im Bund und in den Ländern muss die Anschaffung und die Infrastruktur fördern und die Branche selber muss weiterhin mutig in die Erprobung von Elektrobussen investieren. Nur, wenn alle Beteiligten den erfolgreich eingeschlagenen Weg konsequent gemeinsam weitergehen, wird sich der Elektrobus im ÖPNV durchsetzen“, so Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft und VDV-Vizepräsident. „Ein solches Programm in dieser Größenordnung würde beim Kauf der noch immer sehr teuren Elektrobusse ohne Zweifel helfen. Es wäre zudem ein Signal an die Hersteller, nun verstärkt in die Standardisierung und Verbesserung der Elektrobusse zu investieren, um diese Fahrzeuge in größeren Stückzahlen verkaufen zu können. Allerdings ist die Beschaffung nur ein Teilaspekt, denn die wesentlich höheren Kosten für die Unternehmen stecken im Um- und Neubau der Infrastrukturen auf den Betriebshöfen und bei den Ladevorrichtungen. Hier sehen wir auch die Länder dringend weiterhin in der Pflicht finanziell zu unterstützen. Es gibt ja auf Landesebene dazu schon viele positive Beispiele wie in Niedersachsen, NRW, Hessen oder Thüringen“, so Wortmann abschließend.

Hannover schickt schon drei Elektrobusse auf die Straßen. Foto: Schreiber

Teilen auf: