Mit dem U-Shift erforscht DLR zukünftige Mobilitätskonzepte. Foto: DLR

Zum Konzept gehört auch eine Personenkapsel… Foto: DLR

…die einfach abgesetzt und gegen eine Cargo-Box getauscht werden kann. Foto: DLR

Das Driveboard und die kapselförmigen Aufbauten sind getrennt. Foto: DLR

Ob als On-demand-Shuttle, Hightech-Rufbus, als flexibles Verteilzentrum für Güter und Pakete oder als mobiles Verkaufsgeschäft – mit dem futuristischen Fahrzeugkonzept U-Shift bringt das DLR neuen Wind in die urbane Mobilität und Logistik von morgen. Den ersten fahrfähigen Prototyp hat ein Forschungskonsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Zwischenbilanzkonferenz des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg in Stuttgart vorgestellt. Zentrales Merkmal des Ansatzes ist die Trennung von Fahrzeug, Driveboard genannt, und den kapselförmigen Aufbauten für den Personen oder Gütertransport. Die U-förmige Antriebseinheit beinhaltet alle teuren technischen Komponenten und Systeme, um autonom, elektrisch und leise unterwegs zu sein. Der jetzt vorgestellte Prototyp ist 5,60 Meter lang, 2,20 Meter breit und 3,00 Meter hoch (mit Aufbau). Aktuell fährt der U-Shift  ferngesteuert, zukünftig soll dies komplett autonom erfolgen. Für maximale Wirtschaftlichkeit ist das Driveboard möglichst rund um die Uhr in Betrieb. Die wesentlich günstiger zu fertigenden Kapseln lassen sich für eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten auslegen. „Wir wollen die Mobilität von morgen nachhaltiger, effektiver und komfortabler gestalten. Aus futuristischen Innovationen wie dem U-Shift-Fahrzeugkonzept können ganz neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen. Es kommt für Baden-Württemberg entscheidend darauf an, dass wir gerade unsere kleinen und mittleren Unternehmen beim Transformationsprozess unterstützen und ihnen dabei helfen, eine neue Rolle im Bereich der künftigen Fahrzeugkonzepte und Mobilitätslösungen zu finden. Der modulare Ansatz eröffnet hier sehr gute Spielräume“, erläutert Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Mit dem modularen Konzept von U-Shift leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der Mobilität. Gerade für die Übernahme innovativer Konzepte durch die Automobilwirtschaft oder Logistik- und Mobilitätsdienstleister sind Prototypen extrem wichtig. Denn so können Forscher und zukünftige Nutzer die mobile Welt von morgen real erleben und verbessern“, sagt DLR-Vorstand für Energie und Verkehr Prof. Karsten Lemmer. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg mit rund zwölf Millionen Euro. Jetzt gibt es mit dem U-Shift einen weiteren Wettbewerber im Kreise von Rinspeeds Snap und Daimlers Vision Urbanetic oder den Mover  der Next E Go Mobile. Nun wollen die Forscher praktische Erfahrungen mit dem U-Shift im Alltag sammeln. Parallel dazu sollen Gespräche mit möglichen Produzenten, Betreibern und auch den Bürgern geführt werden, um Bedürfnisse und Wünsche sowie die Akzeptanz für Einsatzszenarien des U-Shifts zu erforschen. Mit den dann neuen Erkenntnisssen wird 2024 der zweite Prototyp auf die Räder gestellt, der dann autonom bis zu 60 km/h schnell fahren soll. (DLR/PM/Schreiber)

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