Ein bislang unveröffentliches Foto aus dem Shooting für das Propekt des 1995er Cityliner Platin Edition. Foto: Neoplan

1971 präsentierte Neoplan auf der 20. Internationalen Omnibuswoche in Monaco den Cityliner, Europas erster Hochdecker. Der Cityliner ist in der Firmengeschichte von Neoplan ein bedeutender Meilenstein, noch heute ist unter dem Dach von MAN im Angebot und feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag – Glückwunsch! Meilenstein, Trendsetter, Evergreen – der erste Hochdecker bewegt in Monaco die Branche: Ein erhöhter Fahrgastraum (ohne störende Radkästen), ein tiefer gesetzter Fahrerplatz, eine Unterflurtoilette und eine Fahrerschlafkabine – was Neoplan auf die Räder stellte, wurde neidlos anerkannt.

Ein Hingucker war 1971 das Cockpit, die Armaturentafel schwebte als Einheit in Form der späteren VÖV-Banane unter dem Lenkrad! Charakteristisch für alle nachfolgenden Cityliner-Generationen ist die horizontal geteilte Windschutzscheibe. Auch wenn sich die Verglasung änderte, in Monacofuhren zur Premiere zwei unterschiedliche Cityliner vor: Der Cityliner für Severin + Kühn  –  der Sightseeing Wagen mit drei Schiebedächern und zusätzlichen kleinen Schiebefenstern unterhalb der Seitenscheiben. Und der Cityliner des Kunden Globus  –  der Reisebushochdecker, so wie man ihn fortan in den Fuhrparks zahlreicher Reiseunternehmen fand.

Der Cityliner ist sich seiner optischen Linie immer treu geblieben. Auch technisch mit Fahreigenschaften, die viele Unternehmer schätz(t)en, hat sich diese Baureihe in den Jahrzehnten schnell zu einem Bestseller entwickelt. Zum 50-jährigen Firmen-Jubiläum von Neoplan im Jahr 1985 erhielt auch das Cityliner-Programm die Neu- und Weiterentwicklungen der vierten Fahrzeug-Generation. In die große weite Welt ging es 1986: Neoplan startete die Produktion des Cityliner für den US-Markt im eigenen Werk Lamar (USA) in einer 13,7 Meter langen dreiachsigen Variante. Ende der 1990er Jahre gab es Lizenzfertigungen des Cityliner in China, Mexiko und Südafrika.

Zum 60. Geburtstag von Neoplan wurde dann der Cityliner ausgewählt, um den Kunden etwas Besonderes zu bieten: Die Platin Edition wurde aufgelegt, 60 Fahrzeuge mit einer ganz einmaligen Ausstattung: Nicht nur äußerlich ein Glanzstück, sondern mit einem GPS-unterstützten Satelliten Navigationssystem 1995 ganz getreu dem Firmenmotto einen Schritt voraus. Ein Monitor im Fahrgastraum ließ die Fahrgäste am aktuellen Standort teilhaben. Und: Ein handelsübliches Mobiltelefon war dann, so ist es dem Prospekt zu entnehmen, das i-Tüpfelchen. Vor über 25 Jahren kein Alltagsgegenstand, genauso wie eine ultraschallgesteuerte Parkhilfe oder der lasergesteuerte Abstandwarner – der Cityliner bot es schon…

Der Name war seinerzeit Programm, als Bob Lee den Reisebus mit seinem Team konzipierte: Für Stadtrundfahrten gedacht sollte sich das höhere Sitzen und die perfekte Aussicht auch im Namen finden. Die Reisebusausführung hörte zunächst auf den Namen Intercityliner, bis die Deutsche Bundesbahn hier Einspruch erhob. 2006 wurde der neue Cityliner unter dem Dach von MAN vorgestellt. Zum 50. Geburtstag gibt es keinen neuen Cityliner, aber ein Sondermodell, wie MAN verspricht. (MAN/Neoplan/Schneider/Sr)

Wie würde ein Nachfolger des Neoplan Cityliners wohl aussehen? Foto: Neoplan

Der Ur-Cityliner aus dem Jahr 1971. Foto: Neoplan

Gut zu erkennen ist die für Stadtrundfahrten optimierte Verglasung. Foto: Neoplan

Der auf der IAA 1977 vorgestellte Cityliner fiel im Vergleich zum bis dahin gebauten Modell durch die Breitbandscheinwerfer mit integriertem Nebelscheinwerfer in der Frontstoßstange optisch sofort auf. Foto: Schneider

Ein 79er Neoplan Cityliner ist im kleinen Maßstab als Bausatz erhältlich. Foto: Frey

Den getarnten Cityliner verriet von 15 Jahren bei der Wintererprobung das Kennzeichen… Foto: Stefan Baldauf, SB-Medien

Neoplan zeigt auf der IAA 2018 einen von der Berliner Klebebande folierten Cityliner ohne klassische Rückspiegel. Foto: MAN

Im November 1978 erstmals vorgestellt: Der Cityliner in der Gelenbusversion namens N 120/4 H. Foto: Schneider

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