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Kässbohrer Setra SG 165 im Maßstab 1/87 als Bausatz von MEK. Foto: Frey

Kässbohrer Setra SG 175 (Bj. ab 1965) im Maßstab 1/87 als Bausatz von MEK. Foto: Frey

Als der Gesetzgeber in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1951 die Zulassung von Omnibusanhängern verbot, brachte dies für Kässbohrer den Verlust eines beachtlichen Produktsegments und stellte gleichzeitig eine neue Herausforderung für den Omnibusbau dar. Die Verkehrsbetriebe drängten auf eine Alternative, denn ihnen fehlten plötzlich Großraumfahrzeuge für die Bewältigung ihrer wachsenden Aufgaben. So kam es zur Entwicklung des Gelenkbusses, der damals noch völlig unbekannt war. Für diese Entwicklung brachte Kässbohrer ein beträchtliches Know-how mit, das auf der Tradition von diversen Großraumbussen in Sattelaufliegerversion mit Zugmaschinen beruhte. Die Entwicklung des Grundkonzeptes für einen Gelenkbus mit Faltenbalg und Drehgelenk, das auch heute noch Gültigkeit hat, wurde von Kässbohrer vorgegeben und entscheidend mitentwickelt. Der erste Gelenkbus Europas kam von Kässbohrer. Ein zweiachsiger MAN-Motorwagen des Typs MKN 26 und ein eigens entwickelter zweiachsiger Nachläufer bildeten das Fahrzeugkonzept dieses Vaters aller Gelenk­busse, der mit einer Doppeltür im Vorderteil, einer zweiten hinter dem Faltenbalg und einer dritten hinter der dritten Achse ausgestattet war. Dabei ging Kässbohrer noch das Risiko ein, dass dem insgesamt 17,5 Meter langen Fahrzeug mit seinen vier Achsen keine Zulassung erteilt werden würde. Diese Genehmigung wurde dann aber nach mehreren Testfahrten „vorläufig“ erteilt. Als in Ulm und Dortmund die ersten Fahrzeuge nach längerem Einsatz bei den jeweiligen Stadtverkehrsbetrieben als hervorragend beurteilt wurden, blieb auch die Zulassungsgenehmigung nicht aus. Die Geburtsstunde des Gelenkomnibusses, ohne den heute der öffentliche Perso­nen­nahverkehr gar nicht vorstellbar wäre, geht also auf eine Kässbohrer-Initiative zurück. Der erste selbsttragende Gelenkbus Europas kam dann 1959/1960 als Setra SG 165 auf den Martk – wenn auch nur in drei Exemplaren, wie Stefan Limburg berichtet. Ab 1961 hieß das Serienmodell dann SG 175. MEK hat den Kässbohrer Setra SG 175 (des Baujahres ab 1965, wie an der Tür-Fenster-Figuration zu erkennen ist) als Bausatz im Maßstab 1/87 aufgelegt. Vielen Dank an Stefan Frey für das Foto des Setra SG 175!

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