Anzeige



Landrat Jörg Bensberg, Christof Herr, Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), Verkehrsminister Olaf Lies. Foto: LK Ammerland

Wer in Niedersachsen von einer Stadt in die nächste Stadt fahren möchte, dem bleibt oft nur das Auto. Denn ein Bahnhof ist weit entfernt, eine Busverbindung existiert nicht. Diesem Missstand im Öffentlichen Personennahverkehr ist die niedersächsische Landesregierung mit dem Vorhaben der so genannten Landesbuslinien entgegengetreten. Schnellbusse sollen künftig mittelgroße Städte ohne Bahnanbindung miteinander verbinden. So sollen auch bestehende Lücken im Schienennetz in Niedersachsen geschlossen werden. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies hat am Anfang Mai die erste Landesbuslinie für die Strecke von Westerstede nach Oldenburg eröffnet. Mit dabei waren der Landrat des Landkreises Ammerland, Jörg Bensberg, und der Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), Christof Herr. Seit Anfang dieses Jahres gibt es dafür ein Förderprogramm, bis zu zehn Millionen Euro jährlich stellt das Land zur Verfügung. Förderfähige Linien erhalten einen Zuschuss je Streckenkilometer vom Land Niedersachsen, das die Hälfte des gesamten Zuschussbedarfs deckt. Die andere Hälfte müssen laut Minister die Landkreise abdecken, die für die Einrichtung und den Betrieb der Linien zuständig sein werden. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem Landkreis Ammerland und dem ZVBN die erste Landesbuslinie in Rekordzeit umsetzen konnten. Das zeigt mir, dass wir hier den Bedarf vor Ort getroffen haben. Ich bin zuversichtlich, dass weitere Linien bald folgen werden. Unser Gesamtkonzept mit vielen verschiedenen Bausteinen zeigt: Wir machen Niedersachsen mobil.”, so der Minister. Und weiter: „Wir wollen unsere Mittelzentren mit schnellen und modernen Busverbindungen besser an unsere Großstädte anbinden und auch miteinander vernetzen. Unser Förderprogramm für Landesbuslinien wird das bestehende Mobilitätsangebot in der Fläche ganz gezielt erweitern, ohne dem Schienenverkehr Konkurrenz zu machen.“ Die erste Landesbuslinie namens S35 verbindet Westerstede mit Oldenburg. Sie verbindet die beiden Städte an allen Tagen der Woche von 5 bis 24 Uhr nonstop im Stundentakt. Die Fahrzeit für die 25 Kilometer lange Strecke beträgt 30 Minuten. Die Landesbusline S35 ist so getaktet, dass am Hauptbahnhof ein Umstieg in Züge und Busse gesichert ist. Dabei ist es nicht notwendig, einen neuen Fahrschein zu erwerben, da die Landesbuslinie in den bestehenden Tarif des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) eingebunden wird. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) Christof Herr zeigte sich zum Start sehr zufrieden: „Die Aufwertung der S35 ist ein weiterer Baustein für die Ausgestaltung eines qualitativ hochwertigen Nahverkehrssystems in unserer Region. Mit dieser ausgezeichneten Alternative zum PKW können wir hoffentlich auch andere Landkreise des ZVBN in puncto Landesbuslinien mobilisieren“. Der niedersächsische Verkehrsminister hofft, dass in den kommenden drei Jahren 15 weitere Landesbuslinien dazukommen. Offizielle Anträge liegen im Moment beim Wirtschaftsministerium zwar noch nicht vor. Nach Angaben einer Sprecherin des Verkehrsministeriums sollen sowohl komplett neue Streckenverbindungen als auch der Ausbau bereits bestehender Buslinien gefördert werden. Bewilligt werden Förderanträge laut Ministerium vor allem dann, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt wird: Die neue Schnellbuslinie bindet Mittelzentren ohne Schienenanschluss an Oberzentren oder Bahnhaltepunkte an oder schließt Lücken im Schienennetz. Förderung gibt es auch, wenn die neue Landesbuslinie Fährverbindungen miteinander verknüpft oder eine Anbindung an Orte von regionaler oder touristischer Bedeutung schafft. Wichtig: Die neuen Linien dürfen keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Nahverkehrsangeboten darstellen. Wenn es dann aus dem Ministerium ein OK gibt, dann müssen die Betreiber der neuen Landesbuslinie sicherstellen, dass die Busse mindestens im Stundentakt verkehren und an allen Wochentagen von 6 bis 23 Uhr im Einsatz sind. Ferner muss der Betreiber eine schnelle Verbindung garantieren, die Anschlussmöglichkeiten an den Bahnverkehr bietet. Und die eingesetzten Fahrzeuge müssen mit einer Klimaanlage, WLAN-Anschluss und sicherer Überlandbestuhlung ausgestattet sein und barrierefreie Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Teilen auf: