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Zehn Hybrid-Gelenkbusse von Volvo sind ab jetzt auf den Straßen Kiels unterwegs. Foto: KVG

Für die KVG Kieler Verkehrsgesellschaft mbH begann Ende Januar eine neue Ära. Mit der Inbetriebnahme der ersten Hybridgelenkfahrzeuge für Kiel wird die schrittweise Umstellung des Fuhrparks hin zu Fahrzeugen mit anteiligen oder vollelektrischen Antrieben gestartet. Zehn klimafreundliche Hybrid-Gelenkbusse des Herstellers Volvo sind ab jetzt auf den Straßen Kiels unterwegs. Sie sollen vornehmlich auf der neuen Innenstadtlinie 11 eingesetzt werden. Äußerlich unterscheiden sie sich von den bisherigen Fahrzeugen in der KVG-Busflotte durch ein neues Branding in der Grundfarbe Weiß, welches die Agentur Likadi entworfen hat. „Für die KVG ist die Hybridtechnik eine Brückentechnologie, auf die wir zunächst setzen“, betont Geschäftsführer Andreas Schulz. Es ist ein erster Schritt zur Umstellung des Fuhrparks, der noch in diesem Jahr durch weitere 17 Hybridbusse ergänzt wird. Die KVG verfolgt mit der Beschaffung von insgesamt 27 Hybridbussen einen gesamtsystemischen Ansatz zur Verbesserung der ökologischen Bilanz des Unternehmens. „Die KVG trägt damit auch zur kurzfristigen Verbesserung der Luftschadstoffsituation in der Landeshauptstadt Kiel bei“. Mit den neuen Gelenkbussen wird ein Hybridanteil bei der KVG von 21 Prozent erreicht. In der Folge sollen ab 2019 dann ausschließlich vollelektrische Busse beschafft werden. Mit dem Ausbau der Hybridbus-Flotte können auf Basis der Erfahrungen mit der ersten Beschaffungsinitiative im Jahr 2017 kurzfristig und direkt Fahrzeuge beschafft werden, die noch im laufenden Jahr in den Betrieb gehen. Erfahrungen aus benachbarten Städten wie Hamburg und Flensburg sowie erste eigene Betriebserfahrung en lassen erwarten, dass die Hybridbusse eine Verringerung des Kraftstoffverbrauchs von etwa 30 Prozent erzielen. „Somit kann die KVG noch innerhalb des laufenden Jahres mit den 17 Hybridbussen gegenüber konventionellen Dieselbussen der aktuellen Abgasnorm Euro VI jährlich 0,63 t NOX einzusparen“, erklärt Andreas Schulz. Gegenüber einem Euro-III-Dieselbus beträgt das jährliche Einsparpotential für NOX eines Hybridbusses sogar 1,5 Tonnen (t), dies entspricht einer Reduktion des NOX-Ausstoßes um 94 Prozent. Ein wichtiges Thema bei der Bestellung von klimafreundlichen Bussen ist die finanzielle Förderung. „Die heute hier gezeigten Busse mit einer Gesamtinvestition von rd. 4 Mio. Euro wurden durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit 570.000 Euro aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Für die nächsten Bestellungen gibt es allerdings aktuell keine Förderung. Die KVG kämpft dafür, dass sich dieses ändert“ so Andreas Schulz. Die Investition in die Hybridtechnik ist Teil des Strategiepapiers der KVG zur Einführung der E-Mobilität in den Linienbussen der Landeshauptstadt, welches bereits 2016 von den KVG-Gremien und der Ratsversammlung beschlossen wurde und im Dezember 2017 fortgeschrieben wurde. Die Kieler Ratsversammlung beschloss die Fortschreibung in ihrer Sitzung am 18. Januar 2018. „Wir haben seit 2016 viele, weitere Erkenntnisse zum Thema E-Mobilität zusammengetragen“, erläutert Geschäftsführer Andreas Schulz. Die Fortschreibung des Strategiepapiers hat eine Gültigkeit von fünf Jahren bis 2022. Welche Schritte werden in die Wege geleitet? Die KVG möchte die ersten vollelektrischen Fahrzeuge in 2019 beschaffen. Die Elektrifizierung des KVG-Betriebshofes Werftstraße ist ein wesentlicher Punkt im Konzept. Die nötige Technik, um dort die Fahrzeuge aufzuladen, muss hier geschaffen werden. Die KVG wird außerdem die Stadtwerke Kiel Netz GmbH mit der Überplanung von 4 Endhaltestellen beauftragen. Zudem wird die Notwendigkeit der Erhöhung der Anschlussleistung für den Betriebshof Werftstraße mit einer 10kV-Direktleitung in den kommenden Jahren geprüft. Die KVG wird das Gesamtvorhaben (Fahrzeugbeschaffung, Ladeinfrastrukturlieferung- und Errichtung, Back-System, Monitoring, Support, Wartungsverträge etc.) europaweit ausschreiben. Andreas Schulz: „Die KVG bedankt sich für die Unterstützung der Landeshauptstadt Kiel bei dieser Investition in die Zukunft.“

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