Das Foto Kooperation zwischen GoBanyo und HOCHBAHN zeigt von links den Ideengeber Dominik Bloh sowie Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn. Foto: Hochbahn

22 Duschplätze für 2000 obdachlose Menschen: In Hamburg ist das die traurige Realität. Ohne die Möglichkeit sich zu waschen werden sie von der Gesellschaft noch mehr ausgegrenzt. GoBanyo arbeitet an einer Lösung für die Hansestadt, braucht auf den letzten Metern aber noch ein bisschen Hilfe. Das Crowdfunding von GoBanyo für den Umbau eines ehemaligen Linienbusses zum Duschbus für Obdachlose wird von der Hamburger Hochbahn AG mit einem ehemaligen Linienbus als Spende untestützt. Hochbahn-Chef Henrik Falk: „Waschen ist Würde – diese Idee ist groß und verdient vollste Unterstützung. Unseren Beitrag leisten wir mit der Spende eines Linienbusses und einem Stellplatz auf unserem Betriebshof in Langenfelde. Wir freuen uns sehr, damit Teil dieses Vorzeigeprojektes zu werden und drücken die Daumen, dass das Fundingziel erreicht wird.“ Autor und Ideengeber Dominik Bloh: „Wir möchten ein Menschenrecht auf die Straße bringen: das Recht, sich zu waschen. Dafür bauen wir im Sommer den Linienbus zum Duschbus um. Obdachlose können sich dort in Ruhe pflegen – so erlangen sie ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl zurück. Mit der Busspende haben wir jetzt einen wichtigen Meilenstein erreicht.“ Das Hamburger Projekt, welches als beispiellos in Europa gilt, wurde Anfang März gestartet. Die Idee dahinter: Jeder Mensch hat ein Recht darauf, sich zu waschen, doch nicht jeder hat die Chance dazu. Obdachlose können es sich nicht leisten. Deshalb arbeitet GoBanyo an einer mobilen Lösung für dieses Problem. Dominik Bloh kennt das Gefühl, sich nicht waschen zu können – er hat 11 Jahre auf Hamburgs Straßen gelebt. Go Banyo! kann frei übersetzt als „Geh ins Badezimmer!“ verstanden werden. Ein ähnliches Projekt gibt es in San Francisco, europaweit ist der Hamburger Duschbus noch einzigartig. Ein ehemaliger Hochbahn-Bus soll zum Duschbus mit einzelnen Badezimmern, Hygiene- und Pflegemittel und frischer Kleidung werden. In dem Bus sind voll ausgestattete Badezimmer geplant. Mit einem Waschbecken, wo man sich rasieren kann, mit einer Toilette und einer Dusche. Da sollen dann die Obdachlosen eine gute halbe Stunde Zeit haben, um sich ganz in Ruhe zu waschen, wie Bloh anmerkt. Danach bekommen sie noch von der Kleiderkammer, die Teil des Busses ist, neue Anziehsachen. Das Team hinter Dominik Blok und gobanyo ist überzeugt: Sich zu pflegen, stärkt das Selbstbewusstsein. Und es ermutigt Menschen, den nächsten Schritt zu machen – zum Beispiel auf andere zuzugehen oder einen Job anzufangen. Zum Finale der Crowdfunding-Kampagne wurde nun die gemeinnützige GmbH gegründet und damit die Voraussetzung für die Schenkung eines ehemaligen Linienbusses geschaffen. Mit dieser Sachspende und der Bereitstellung eines dauerhaften Stellplatzes für den künftigen Duschbus leistet die Hochbahn einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung. Das erste Fundingziel für den Umbau des Busses liegt bei 140.000 Euro, das zweite bei 200.000 Euro. Mit den zusätzlichen 60.000 Euro würde der Betrieb des Duschbusses im ersten Jahr sichergestellt. Ende April hatten knapp 3.500 Unterstützer rund 170.000 für den Duschbus und die Crowdfunding-Kampagne gezahlt. Damit ist der Umbau des Busses gesichert, für das erste Betriebsjahr fehlen jetzt noch 30.000 Euro.

So soll er aussehen: Der Duschbus für Obdachlose. Grafik: gobanyo

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