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Das Elektrobus-Konzeptfahrzeug von MAN feierte bereits auf der IAA 2016 Premiere. Foto: MAN

Im Rahmen seiner eMobility-Roadmap wird MAN 2018 eine Vorserienversion eines Batteriebusses (BEV) der Öffentlichkeit präsentieren und eine Demo-Flotte im Rahmen eines Feldversuchs testen. Die Serienproduktion eines zu 100 Prozent elektrisch angetriebenen Stadtbusses wird Ende 2019 starten. Das technologische Know-how des eMobility-Baukastens aus dem Busbereich wird künftig auch für Anwendungen im eTruck zur Verfügung stehen. MAN Truck & Bus ging in den vergangenen Monaten mehrere Innovationspartnerschaften ein und unterzeichnete entsprechende Absichtserklärungen mit der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein, den Stadtwerken München und der Münchner Verkehrs Gesellschaft und den Stadtwerken Wolfsburg und der Wolfsburger Verkehrs-GmbH. Inhalt dieser Innovationspartnerschaften ist die Zusammenarbeit bei der Etablierung alternativer Antriebe im Innenstadtverkehr. Unter anderem werden die Beteiligten auch Teil des Feldversuchs sein, bei dem ab 2018 eBusse an mehrere Städte geliefert werden. Im Rahmen der vereinbarten Zusammenarbeit wollen die Partner die Entwicklung von Linienbussen mit alternativen Antrieben gemeinsam vorantreiben. Dabei kann jeder der Partner besondere Erfahrungen einbringen. So haben die Hamburger Hochbahn und VHH bereits sehr viel Erfahrung mit dem Betrieb elektrischer Busse sammeln können. Mit der Münchener Verkehrsgesellschaft und den Stadtwerken München werden unter anderem Fragestellungen zur Stromversorgung eines elektrischen ÖPNV diskutiert. Und mit der Stadt Wolfsburg arbeitet MAN bereits im Zuge der Einrichtung der „Alternativen grünen Route“ eng zusammen. Zum Zeitpunkt des Einsatzes der Demoflotte werden weitere europäische Städte hinzukommen. Die optimale Antriebstechnologie für das jeweilige Einsatzgebiet anzubieten war und ist für MAN schon immer ein maßgeblicher Anspruch. Daher bietet bereits die heutige Stadtbus-Familie MAN Lion’s City neben der Dieseltechnologie eine Reihe von alternativen Antrieben in sämtlichen Längenvarianten. Dabei hat MAN den Anspruch, seinen Kunden wirtschaftlich tragfähige und ausgereifte Fahrzeuge anzubieten. Das gilt ebenso wie bei den Dieselbussen und alternativen Kraftstoffen auch für die eMobility Lösungen im Stadtbusbereich. Durch die langjährige Erfahrung mit elektrifizierten Antriebssträngen und Komponenten beim MAN Lion‘s City Hybrid ist MAN Truck & Bus bestens aufgestellt, um den Verkehrsbetrieben eine praxistaugliche und effiziente Lösung auch im Bereich Elektrobus zur Verfügung zu stellen. Dabei setzt MAN auf die etablierte Technologie Nachtladen (via CCS Schnittstelle). MAN hat knapp 200 Kunden befragen lassen. Deren Rückmeldungen sowie die der Städte lassen zu dem Schluss kommen, dass für den späteren Alltagsbetrieb ein störungsfreier Einsatz ohne Zwischenladen wichtiger ist als uneingeschränkte Reichweite. Zudem wird die schnell zunehmende Leistungsfähigkeit der Batterien schon in naher Zukunft die benötigten Reichweiten im Cityverkehr ermöglichen. MAN nutzt ein modulares Konzept, bei dem die Anzahl der Speichermodule je nach erforderlicher Tagesreichweite und Beförderungskapazität gewählt und kombiniert werden können. Aus der engen Zusammenarbeit mit Kunden im Rahmen unserer Kooperationsprojekte wurde eine gewünschte Reichweite von bis zu 200 km pro Tag unter realistischen Einsatzbedingungen genannt. Die MAN eBusse werden diese Anforderungen erfüllen. Allerdings ist es bei der Auslegung der Speichermodule wichtig zu beachten, dass die Nutzung der Klimaanlage bzw. die Form des Heizbetriebs und damit die Außentemperatur einen deutlichen Einfluss auf die Reichweite haben. Grundsätzlich kommen dieselben Lade- und Speichertechnologien im Bus ebenso wie im Lkw zum Einsatz. Die aktuell verwendete Batterietechnologie (Li-NMC-Ionen) stammt aus dem Volkswagenkonzern, adaptiert an die Anforderungen für den Nutzfahrzeugeinsatz. Eine wichtige, noch ungelöste Aufgabe sieht MAN in der Standardisierung der Schnittstelle der Ladetechnologie. Denn Standardisierung ist die Voraussetzung für Flexibilität, Interoperabilität und Planungssicherheit bei den Betreibern der Stadtbusflotten und somit die Voraussetzung für einen erfolgreichen Einzug der emissionsfreien Antriebstechnologien in den Städten. Daher beteiligt sich MAN beispielsweise an der Charging Initiative (CHARIN). Deren Zielsetzung besteht darin, aufbauend auf der erfolgreich eingeführten Combined-Charging-System (CCS) Ladeschnittstelle im Pkw-Bereich, die Standardisierung für das Laden zunächst von Elektrobussen später dann auch von eTrucks innerstädtisch voranzutreiben. Weiterhin beteiligt sich MAN auch aktiv am herstellerübergreifenden Austausch in den entsprechenden Gremien des VDA, des VDV sowie der UITP und unterstützt die Aktivitäten des Europäischen Komitees für elektrotechnische Normung CEN/CENELEC.

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