MAN kündigt zur IAA den elektrischen Lion’sCity an. Foto: Schreiber, Montage: omnibus.news

Im Vorfeld der BusDays gab MAN bekannt, dass man sehr wohl im Bereich der Elektromobilität aktiv sei und eine neue Baureihe in diesem Zusammenhang auch ein entsprechendes Fahrzeug erwarten lassen dürfe. MAN reagiert damit auf einen Artikel in der Wirtschaftswoche, in dem steht, dass Solaris MAN und Daimler vorführe. Hintergrund ist die Dieselkrise und die Verfügbakeit von Elektrobussen aus deutscher Produktion, die Wirtschaftswoche schreibt in dem Artikel in Ausgabe 10 vom 2. März, dass die deutschen Unternehmen MAN und Daimler keine E-Busse anbieten – “und werden von einem polnischen Hersteller sauber abgehängt.” Mit dem neuen Lion’sCity geht das bei MAN hausintern als eMobility Vorhaben einen Elektrobusses in die nächste Runde. Für MAN gehört das Finden starker Partner und die Konzentration auf eine Ladetechnologie dazu. Auf der IAA im September wird MAN einen Elektrobus auf Basis des neuen Lion’sCity zeigen, der Start der Serienproduktion eines vollelektrischen Batteriebusses ist für Ende 2019 geplant. Eine Demo-Flotte wird vorher im Rahmen mehrerer Feldversuche in Kooperation mit verschiedenen europäischen Betreibern auf ihre Alltagstauglichkeit getest werden. Als Innovationspartner gab MAN die Hamburger Hochbahn und die Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH), die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrs Gesellschaft sowie mit den Stadtwerken Wolfsburg und die Wolfsburger Verkehrs-GmbH bekannt. Als jüngste Kooperation vereinbarte MAN die Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Unternehmen Voyages Emile Weber und Losch Luxemburg, Importeur der Volkswagen Gruppe und größte Händlergruppe Luxemburgs. Inhalt dieser Innovationspartnerschaften ist die Zusammenarbeit bei der Etablierung alternativer Antriebe im Innenstadtverkehr. Dabei kann jeder der Partner besondere Erfahrungen einbringen. So haben die Hamburger Hochbahn und VHH bereits sehr viel Erfahrung mit dem Betrieb elektrischer Busse sammeln können. Mit der Münchener Verkehrsgesellschaft und den Stadtwerken München werden unter anderem Fragestellungen zur Depotauslegung sowie zur Stromversorgung eines elektrischen ÖPNV diskutiert. Unter anderem werden die Innovationspartner auch Teil des Demoflotten-Einsatzes sein, bei dem ab 2018 Elektrobusse an mehrere Städte geliefert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden weitere europäische Städte hinzukommen. Durch die langjährige Erfahrung mit voll-elektrifizierten Antriebssträngen und Komponenten beim MAN Lion‘s City Hybrid ist MAN Truck & Bus bestens aufgestellt, um den Verkehrsbetrieben eine praxistaugliche und effiziente Lösung auch im Bereich Elektrobus zur Verfügung zu stellen. Dabei setzt MAN auf die etablierte Technologie Depotladen (via CCS Schnittstelle). Die europaweite Befragung von knapp 200 Kunden sowie die Rückmeldungen mehrerer Städte ließen MAN zu dem Schluss kommen, dass für den späteren Alltagsbetrieb ein flexibler und störungsfreier Einsatz ohne Zwischenladen wichtiger ist als uneingeschränkte Reichweite. Um die jeweiligen Anforderungen an Tagesreichweite und Beförderungskapazität erfüllen zu können, nutzt MAN ein modulares Konzept, bei dem die Anzahl der Speichermodule gewählt und kombiniert werden kann. Von den Kunden wurde mehrheitlich eine gewünschte Reichweite von 200 km pro Tag unter realen Einsatzbedingungen genannt. Die MAN Elektrobusse werden diese Anforderungen erfüllen. Allerdings ist es bei der Auslegung der Speichermodule wichtig zu beachten, dass die Nutzung der Klimaanlage bzw. die Form des Heizbetriebs und damit die Außentemperatur wesentlichen Einfluss auf die Reichweite haben. Mehr Details zum neuen Elektrobus von MAN wird es zur IAA im September geben, wenn die Weltpremiere stattfindet.

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