Der Karsan Atak Electric hat das Potential zum neuen Lohrliner. Foto: Sommer

Zu Testzwecken hat Sommer-Reisen einen rein elektrischen Atak von Karsan auf den Linien des Lohrliner in Lohr am Main auf die Straße geschickt. Bereits Ende der 90er Jahre wurde das Stadtbusprojekt in Lohr zur Probe eingeführt, nach drei Jahren des Testens in der Linienführung optimiert und ist heute fester Bestandteil des ÖPNV-Angebots der unterfränkischen Stadt, die auf halber Strecke zwischen Würzburg und Aschaffenburg liegt. Karlheinz Sommer, der mit seinem Unternehmen Sommer-Reisen drei der vier Linien bedient, will auch zukünftig den Lohrliner auf die Straße schicken. Er hat für die Zukunft des Stadtbusses, die ab Herbst 2021 vakant ist, die verantwortlichen Entscheider des Stadtrates mit einer im wahrsten Sinne spannenden Zukunft konfrontiert: Zur Sitzung des Stadtrates präsentierte er den Elektrobus Atak von Karsan. Zuvor war der kleine Stromer aus der Türkei, der in Deutschland über die Quantron AG aus Augsbrug vertrieben wird, auf den Linien in Lohr unterwegs. Ohne Fahrgäste, denn der Vorführwagen ist noch nicht regulär zugelassen. Nach 13 Stunden Fahrzeit und rund 250 Kilometern sei die Batterie des 220 KW starken Busses noch zu 29 Prozent geladen gewesen, wie Karlheinz Sommer gegenüber omnibus.news berichtet. Auch die über zehn Prozent Steigung zum Technologiezentrum hätte der Atak Electric problemlos gemeistert – mehrfach am Tag fährt der Lohrliner zur Zeit den Berg hoch. Aber auch wieder runter, hier hätte dann auch der türlische Elektrobus eindrucksvoll gezeigt, so Sommer, was Rekuperation bedeuten würde. Selbst am Abend hat der Busunternehmer dann noch einmal seine Runden mit dem Atak Electric gedreht, Licht an, Klimaanlage voll an, alle Quellen, die Strom aus der Batterie ziehen, wurden eingeschaltet. Auch das sei problemlos gewesen, selbst auf den langen anspruchsvollen Strecken bergauf. Mit Omnibussen aus der Türkei kennt man sich in Lohr aus: Vier Otokar Vectio C sind aktuell als Lohrliner unterwegs. Der Atak von Karsan ist ebenfalls als Midibus konzipiert und bietet die bekannte Gefäßgröße, ist nur teurer, wie Karlheinz Sommer auch den Stadträten erzählte, man müsse das Doppelte der derzeitigen Busse investieren. Der Lohriner Stadtrat wird sich im zweiten Halbjahr mit der Zukunft des Lohrliners befassen. Dann wird man zeitnah auch die Ausschreibung des neuen Betriebs ab Herbst 2021 auf den Weg bringen. Aktuell ist der Lohrliner defizitär, ob ein Elektrobus die jährliche Laufleistung von rund 250.000 km ohne Alltagsprobleme bewältigen könne, müsse nun geklärt werden, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt werde.Ein Imageträger sei der Lohrliner aber schon jetzt, mit einer elektrischen Variante könnte man noch einmal mehr ein Zeichen setzen, so Karlhein Sommer. (Quantron/Sommer Reisen/Schreiber)

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