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Jetzt testet die BVG auch noch einen ganz neuen Solaris-Elektrobus. Foto: BVG/Porsche

Einer geht noch – so könnte das Motto der Testphase der Berliner Verkehrsbetriebe BVG lauten. Die BVG testet seit Anfang September 2015 auf der Linie 204 zwischen Bahnhof Zoo und Bahnhof Südkreuz Elektrobusse. Das Förderprojekt “E-Bus Berlin” ist seit dem 30.09.2016 abgeschlossen. Leider wurde die Projektwebsite e-bus.berlin Ende August diesen Jahres aus dem Netz genommen. Die BVG ist aber bemüht, die wichtigsten Informationen von der Projektwebsite auf die eigene BVG-Website zu übertragen und bittet solange um Nachsicht. Die angeschafften Elektrobusse befinden sich weiterhin auf der BVG-Buslinie 204 im regulären Einsatz. Ziel des Verbundprojektes E-Bus Berlin ist es, eine Buslinie in Berlin komplett elektrisch zu betreiben. Zum Einsatz kommen vier Busse, deren Batterien an den Endhaltestellen mit dem induktiven Ladesystem Bombardier Primove zwischengeladen werden. Der mehrmonatige Testbetrieb im Alltag, welcher am 31.08.2015 aufgenommen wurde, wird wissenschaftlich begleitet und hinsichtlich Umweltbilanz, Wirtschaftlichkeit und Nutzerakzeptanz bewertet. Zur Entwicklung und Produktion dieser neuartigen Fahrzeuge wurde ein leistungsfähiges Konsortium, bestehend aus BVG, TU Berlin, Solaris Bus & Coach S.A., Bombardier Transportation GmbH und Vossloh Kiepe GmbH gebildet. Die beteiligten Industriepartner beabsichtigen die innovative Technologie zeitnah zur Marktreife zu bringen. Das Projekt “E-Bus Berlin” wird hierbei wichtige Erkenntnisse liefern, welche Schritte zur breiten Vermarktung des Systems noch notwendig sind und unten welchen Rahmenbedingungen ein wirtschaftlicher Betrieb von elektrischen Bussystemen realisiert werden kann. Die eingesetzten E-Busse von Solaris werden an den Endhaltestellen in wenigen Minuten wieder aufgeladen – und das ganz ohne Kabel. Ähnlich wie bei einer elektrischen Zahnbürste wird ein einfacher physikalischer Effekt genutzt: Elektromagnetische Induktion heißt das Zauberwort. Dafür sind an den Betriebshaltestellen in der Hertzallee und am Südkreuz Ladeplatten in den Boden eingelassen, die nur dann aktiviert werden können, wenn ein E-Bus darauf steht. Vier Busse vom Typ Solaris Urbino electric sind im Berlin fest im Einsatz. Dazu gesellen sich seit einiger Zeit immer wieder andere Hersteller, die den Berliner auch ihren Elektrobus schmackhaft machen wollen. Die BVG testet jetzt einen weiteren Bus mit Elektroantrieb: Seit gestern ist das Modell New Urbino 12 Electric des polnischen Herstellers Solaris auf der Linie 204 zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Zoologischer Garten (Hertzallee) im Einsatz. Der Test-E-Bus bleibt voraussichtlich bis zum 17. November 2017 in Berlin. Die Batterien des Test-Busses werden über Nacht per Stecker auf dem Betriebshof Indira-Gandhi-Straße geladen und nicht wie die anderen regulären Elektrobusse an den Endhaltestellen. Nach den Herstellerangaben erwarten die Fachleute der BVG mit diesem Konzept im Linieneinsatz eine Reichweite von ca. 140 Kilometern. Die BVG setzt bei der Nachladung der Busse auf 100 Prozent grünen Strom, so dass tatsächlich von einem emissionsfreien Betrieb gesprochen werden kann. Rund 260 Tonnen Kohlendioxid werden pro Jahr durch den Betrieb der E-Busse eingespart.

 

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