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Pro Mite Jeepney-Modellbus im Maßstab 1/24. Foto: Schreiber

Die philippinische Erfolgsgeschichte der Jeepneys ist gar nicht so farbenfroh wie die kleinen Busse selbst: Die Hauptstadt Manila wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde. Nach dem Krieg und dem Abzug der Amerikaner blieben die Jeeps zurück und bildeten die Basis für die Mobilität der Filipinos. Für nur einen Dollar gab es die Fahrzeuge, die als militärisches Fahrzeug aber ein äußerst negatives Image hatten. Umgebaut und neu lackiert wurden sie schnell zum Wahrzeichen der Philippinen, jeder Bus ist ein Unikat. Nur das Prinzip des Umbaus blieb stets gleich: Das Original-Fahrgestell wurde verlängert, die Karosserie komplett umgebaut. Besonders wichtig: Viel Chrom, zusätzliche Scheinwerfer, Antennen und Fähnchen gehören einfach dazu. Je kitschiger das Auftreten, desto typischer. Der Name Jeepney entstand aus der Verbindung des Markennamens Jeep mit der Bezeichnung für einen Kleinbus, dem Jitney. Als preisgünstiges Verkehrsmittel ersetzten die Fahrzeuge das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs. Um das ungebremste Wachstum zu bremsen, vergab die Regierung Lizenzen. Außerdem waren fortan Führerscheine für die Personenbeförderung Pflicht, sodass zusammen mit einem festen Liniennetz eine gewisse Form der Ordnung entstand. Die ersten Jeepneys hatten Platz für sechs Personen. Mit dem Erfolg wuchsen auch die Sitzplätze: Aus Sechssitzern sind Jeepneys mit zwölf und mehr Sitzen geworden, besonders lange Versionen bringen es sogar auf 20 Sitzplätze. So genau lässt sich das oft nicht sagen. Dafür ist aber die Linie eines jeden Jeepneys genau festgelegt: Zwischen den vielen bunten Verzierungen auf dem Blechkleid steht schwarz auf gelb, wohin die Reise geht. In die weite Welt haben es die Jeepneys nie geschafft, denn die philippinischen Exportzölle waren zu hoch. Heute könnten die verschärften Abgaswerte das Ende der rollenden legenden bedeuten. Erste Elektro-Jeepneys sind bereits unterwegs. Läuft eine Lizenz für ein Jeepney aus, dann bedeutet das auch das Aus für den klassischen Verbrennungsmotor. Eine neue Lizenz gibt es nur für ein Elektro-Jeepney. In den vergangenen Jahren gingen die Produktionszahlen immer weiter zurück, die philippinischen Hersteller der Jeepneys berichten alle von einem dramatischen Rückgang der Aufträge. Noch lange werden sich die kleinen Jeepneys halten, die es als Souvenir gibt. Aus Metall hat Pro Mite im Maßstab 1/24 einen typischen Jeepney der Philippinen aufgelegt: Viel Chrom, zusätzliche Scheinwerfer, Antennen und bunte Aufdrucke gehören einfach auch im kleinen Maßstab dazu.

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