Der Jenaer Nahverkehr zieht ein positives Fazit nach dem ersten Jahr mit Elektrobussen. Foto: SWJ

Der Jenaer Nahverkehr hat jetzt ein positives Fazit nach dem ersten Betriebsjahr von drei Elektrobussen des Typs eCitaro von Mercedes-Benz getroffen. Nachdem die Straßenbahnen in Jena bereits seit fast 120 Jahren mit Strom fahren, startete das Unternehmen vor einem Jahr am 20. Februar 2020 die ersten drei vollelektrisch angetriebenen Stadtbusse. Andreas Möller, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehrs, sagte dazu: „Der Anfang ist gemacht. Mit den drei eCitaros begann unser Flottenumbau auf neue Antriebe. Diese Busse sind ein wichtiger Baustein, klimafreundliche und für alle nutz- und bezahlbare Elektromobilität in Jena voranzutreiben.“ Ein Dieselbus des Jenaer Nahverkehrs ist durchschnittlich 45.000 Kilometer pro Jahr im Einsatz. Dabei verbraucht er nach Angaben des Verkehrsbetriebes in Jena ca. 20.000 Liter Diesel. Je verbrauchtem Liter Diesel werden wiederum 2,65 Kilogramm CO2, also insgesamt 53.000 Kilogramm CO2, emittiert. Für jeden Dieselbus, der durch einen Elektrobus ersetzt wird, können also 53.000 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden. Die Elektrobusse des Jenaer Nahverkehrs werden mit zertifiziertem Ökostrom aus 100 % regenerativer Stromerzeugung betrieben. Eine Umfrage unter den FahrerInnen, die bereits mit den Elektrobussen unterwegs waren, hat ergeben, dass nahezu allen (mehr als 95 %) der Umstieg auf den elektrischen Antrieb leicht viel. Als besonders positiv werteten die FahrerInnen die geringere Geräuschkulisse, das Beschleunigungs- und Bremsverhalten sowie den Fahrkomfort insgesamt. Ebenso ergab eine Umfrage unter mehr als 200 Fahrgästen ein positives Fazit. Auch diese lobten den geringen Geräuschpegel sowie das angenehme Fahrgefühl. Der Wunsch nach mehr Elektrobussen wurde geäußert. Zur Finanzierung des gesamten E-Vorhabens stellte das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz dem Jenaer Nahverkehr aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent (2,22 Millionen Euro) zur Verfügung. Mit diesen wurde die Anschaffung der drei Elektrobusse in Höhe von jeweils 690.000 Euro, die Errichtung der dafür nötigen Ladeinfrastruktur, die Umrüstung der Werkstätten sowie die Qualifikation der Mitarbeiter realisiert. Mit den ersten drei Elektrobussen habe man den Flottenausbau in Richtung moderner Antriebe begonnen, wie es aus Jena nun heißt. Steffen Gundermann, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehres: „Als ein umweltbewusstes und ökologisch handelndes Unternehmen setzen wir auf die Elektrifizierung unserer Busflotte. Bereits für das Jahr 2022 ist die Beschaffung weiterer E-Busse eingeplant.“ Eine für die Fördermittel notwendige Studie sei bereits beantragt. Diese erarbeitet das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme. Der Jenaer Nahverkehr ist ein Unternehmen der Stadtwerke Jena und Partner im kommunalen Netzwerk „Elektromobilität für Jena 2030“. Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit weiteren Partnern Elektromobilität in Jena voranzutreiben. Die Stadtwerke Jena verantworten seit 2017 die Projektsteuerung und koordinieren die übergreifende Projektgruppe. Diese bringt Entscheider aus Politik und Verwaltung, aus Wirtschaft und Forschung, von Stadtwerke-Unternehmen, Wohnungsgesellschaften und städtischen Eigenbetrieben an einen Tisch. Gemeinsames Ziel: Die Voraussetzungen schaffen, damit im Jahr 2030 mindestens 10.000 Elektroautos durch Jena rollen können. Sieben Teilprojekte bearbeiten unterschiedliche Aspekte dieses vielschichtigen Themas.(Daimler/JN/PM/Sr)

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