LBO-Präsidentin Dr. Sandra Schnarrenberger. Foto: LBO, Grafik: LBO, Montage: omnibus.news

Unverständnis beimLandesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO): Der Verkehrsclub Deutschland fordert, den ÖPNV in Bayern zur kommunalen Pflichtaufgabe für kreisfreie Städte und Landkreise zu machen. Die rund 1.000 privaten Verkehrsunternehmen sind im Flächenstaat Bayern die Garanten für ein funktionierendes Nahverkehrssystem mit Bussen. Eigenwirtschaftlich betriebene – und damit den Steuerzahler entlastende – Verkehre müssen erhalten werden, keine Frage!

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des ÖPNV-Erreichbarkeitsindex der Allianz pro Schiene forderte der Landesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs, Dr. Christian Loos am Montag, den öffentlichen Nahverkehr zur Pflichtaufgabe zu machen. Dies stößt beim LBO und den rund 1.000 privaten Verkehrsunternehmen in Bayern auf scharfe Kritik.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist in Planung, Organisation und Durchführung eine unternehmerische Aufgabe. Dieses im deutschen Personenbeförderungsgesetz (PBefG) verankert und seit Jahrzehnten bewährte Prinzip muss unbedingt erhalten und geschützt werden. Es garantiert einen effizienten und bezahlbaren ÖPNV sowie eine in Europa einzigartige funktionierende mittelständische Unternehmensstruktur im ÖPNV.

„Der vom VCD hergestellte Vergleich zwischen der Erreichbarkeit in Städten in Metropolregionen und mäßig besiedelten Flächenlandkreisen hinkt gewaltig. Gerade das zwingend mit der Eigenwirtschaftlichkeit verbundene Unternehmertum ist es, das leistungsfähige und nutzerorientiere Verkehrsstrukturen sicherstellt“, stellt LBO-Präsidentin Dr. Sandra Schnarrenberger klar. „Ohne privatwirtschaftliches Engagement würden die Kosten im ÖPNV explodieren. Im Übrigen braucht es keine Kommunalisierung des ÖPNV, um anhand von Nahverkehrsplänen ausreichende Vorgaben zur Verkehrsinfrastruktur zu machen“ ergänzt LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl.

Im ländlichen Raum besitzt der überwiegend privat betriebene Buslinien- und Schülerverkehr mit einem Marktanteil von ca. 80 Prozent eine einzigartige Bedeutung für die Gewährleistung der gesamten ÖPNV-Infrastruktur. Er ist dort unverzichtbar für den Erhalt der Wirtschafts- und Schulstandorte im ländlichen Raum. Über 50 Prozent der Linienverkehre werden in Bayern eigenwirtschaftlich betrieben und garantieren den Kommunen vor Ort einen bezahlbaren und zuverlässigen Nahverkehr.

Verkehrsunternehmen, gleich ob privat, kommunal oder staatlich, müssen ein eigenes unternehmerisches Interesse an optimierter, d.h. an Kundenwünschen orientierter Fahrplangestaltung und Linienführung haben. Gleiches gilt für die Erschließung neuer und die Ausweitung und Veränderung bestehender Angebote. Nur so können Synergieeffekte der Verkehrsträger voll erschlossen und erhalten werden.

Der Aufbau neuer Verwaltungsapparate zur Übernahme von Aufgaben, die bisher im unternehmerischen Bereich lagen, würde dem ÖPNV wichtige Finanzmittel entziehen, ohne den Know-how-Ausfall der Unternehmen voll kompensieren zu können. Auch Verkehrsministerin Kerstin Schreyer betonte, dass das System in Bayern “gut bewährt” sei: “Die Kommunen kennen die Bedürfnisse vor Ort und wissen daher am besten, wie sie die ÖPNV-Angebote gestalten müssen”. (LBO/PM/Sr)

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