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Vintage4all aus Egmond hat aktuell u.a. auch Modellbusse von Efsi im Angebot. Foto: Schreiber

Bei Vintage4all in Egmond aan Zee ist der Name Programm. „Vintage“ bezeichnet ursprünglich etwas, das aus einer früheren Zeit stammt und heute wegen seines Alters, seiner Qualität oder seines Stils geschätzt wird. Aktuell sind im Schaufenster des Geschäfts gleich mehrere Modellbusse zu sehen, die dieser Bezeichnung gerecht werden. Was EFSI beziehungsweise Holland Oto im Maßstab 1/87 verkleinert hat, erzählt anhand von drei Formvarianten ein Stück der Geschichte des niederländischen Busherstellers BOVA, der im September 1982 mit dem Futura einen Reisebus präsentierte.

Die drei Formvarianten der Futura-Miniatur lassen sich leicht unterscheiden. Die erste Ausführung zeigt den BOVA Futura mit einer Bugschürze, in die das Kennzeichen „FUTURA“ graviert ist. Sie steht für die erste Fahrzeuggeneration und die Baujahre 1982 bis 1991. Es folgte eine überarbeitete Form mit neuer Bugschürze sowie eingesetzten Blinkern an Front und Heck. Diese Miniatur repräsentiert die zweite Generation des Futura, die von 1991 bis 1999 gebaut wurde. Schließlich erschien eine dritte Form, ebenfalls mit neuer Bugschürze, nun jedoch mit aufgedruckten Blinkern an Front und Heck.

Auch diese Miniatur bildet die zweite Generation des BOVA Futura nach. Im September 1982 – vor inzwischen 44 Jahren – lud BOVA zur Vorstellung eines neuen Reisebusses ein. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, hätte auf der Einladung nicht der Satz gestanden: „Ein Omnibus der Zukunft – schon heute konstruiert.“ Bezeichnenderweise gaben die Niederländer ihrem neuen Reisebus den Namen Futura. Der Name war Programm. Der BOVA Futura entwickelte sich neben Käse und Tulpen zu einem echten Klassiker aus den Niederlanden.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1878 zurück, als Jacob BOts in VAlkenswaard einen Holzhandel gründete – aus den Anfangsbuchstaben seines Namens und des Firmensitzes entstand später die Bezeichnung BOVA. Ab 1931 fertigte das Unternehmen Buskarosserien, Ende der 1960er Jahre entwickelte BOVA schließlich komplette selbsttragende Reisebusse anstelle von Aufbauten auf Fremdfahrgestellen. Den europaweiten Durchbruch brachte die Futura-Baureihe mit ihrem Design, das die Branche so noch nicht gesehen hatte.

Mit ihrem aerodynamischen Design, der markanten gewölbten Front – der sogenannten „BOVA-Nase“ –, einer großen Panoramafrontscheibe sowie dem geringen Luftwiderstand und dem daraus resultierenden niedrigeren Kraftstoffverbrauch setzte sie neue Maßstäbe. Bis heute wird der Futura europaweit verkauft – inzwischen unter dem Dach der VDL Group, die BOVA im Jahr 2003 übernahm. Der Ursprung von EFSI ist eng mit dem Strukturwandel in der niederländischen Provinz Limburg nach der Schließung der Steinkohlebergwerke verbunden.

Bereits 1959 beziehungsweise 1960 wurde die Modellautomarke Best Box gegründet. Sie produzierte Druckgussmodelle als niederländische Antwort auf Matchbox. Nach den Zechenschließungen Ende der 1960er Jahre unterstützte der niederländische Staat über das Fonds voor Sociale Instellingen (FSI) soziale Werkstätten, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bezeichnung EFSI entstand aus der phonetischen Aussprache der Abkürzung FSI. In den sozialen Werkstätten arbeiteten unter anderem ehemalige Bergleute sowie Menschen mit Behinderungen.

1968 wurde die Produktion von Best Box nach Heerlen verlegt und vom FSI übernommen. Zunächst erschienen die Modelle weiterhin unter dem Namen Best Box, teilweise jedoch bereits mit der Prägung EFSI Holland. 1971 erfolgte schließlich die Umbenennung in EFSI Toys. Das Besondere an EFSI war die Verbindung von Spielzeughersteller und sozialpolitischem Beschäftigungsprojekt. Die Modellautos sollten dazu beitragen, neue Arbeitsplätze in einer vom Ende des Bergbaus stark betroffenen Region zu schaffen. Erst später entwickelte sich EFSI zu einem bekannten Hersteller von Modellfahrzeugen.

1996 übernahm der Unternehmer Vincent Nies aus Weert das Unternehmen. Mit der Übernahme verschwand der Name EFSI, und die Firma wurde unter dem Namen Holland Oto weitergeführt. Zunächst konzentrierte sich Holland Oto auf Miniaturmodelle im Maßstab 1:87, später wurde das Sortiment unter anderem um Modelle im Maßstab 1:50 erweitert. Seit 2019 ist Bram Sevens als Geschäftsführer von Holland Oto der kreative Kopf hinter den Neuheiten des Unternehmens, zu denen nach wie vor Modellbusse gehören.

Selbstverständlich findet sich im Programm des Jahres 2026 auch die aktuelle Generation des Futura. Sie wurde 2025 auf der Busworld in Brüssel gemeinsam mit dem maßstabsgetreuen Modell (Maßstab 1/87) vorgestellt. Das exklusive Werbemodell entwickelte sich – ganz wie seine Vorgänger – rasch zu einem begehrten Sammlerstück. Die limitierte Auflage für die VDL Group war bereits während der Busworld 2025 am Messestand der VDL Group schon nach den ersten Tagen der Messe vollständig ausverkauft. (omnibus.news/Sr)

Ansichten der drei Formvarianten des Bova Futura, die Efsi/HollandOto aufgelegt hat. Foto: Schreiber

Holland Oto auch auch die 3. Generation des Futura als Modellbus aufgelegt. Foto: Schreiber

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