Drückten den Startknopf für den „Hubi“-Testbetrieb: (V.l.) Werner Linnenbrink (Leiter Mobilitätsangebot Stadtwerke), Dr. Stephan Rolfes (Stadtwerke-Mobilitätsvorstand), Peter Wüstnienhaus (Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Stadtwerke Osnabrück / Fischer

Osnabrücks erster autonom fahrender Minibus geht in den Testbetrieb: Seit gestern dreht der „Hubi“-Shuttle seine festgelegte Runde auf dem Gelände der Stadtwerke-Zentrale. Das automatisierte Fahrzeug der Firma EasyMile ist ein zentraler Baustein des Förderprojektes Hub Chain, in dem die Stadtwerke eine neuartige digitale Mobilitätsplattform für Osnabrück entwickeln. „‘Hubi‘ ist hier bei uns Stadtwerkern Gesprächsthema Nummer Eins“, sagte Mobilitätsvorstand Dr. Stephan Rolfes beim offiziellen Starttermin. Der vollelektrische Kleinbus war Anfang Juni bei den Stadtwerken angekommen. Seitdem liefen die umfangreichen und auch schon sichtbaren Vorbereitungen für den Testbetrieb auf dem Stadtwerke-Gelände. „Das Fahrzeug orientiert sich bei seinem gut 800 Meter langen Rundkurs an einer virtuellen Linie, die es in einem mehrtägigen Einleseprozess erlernt hat“, ergänzte Werner Linnenbrink, Leiter Mobilitätsangebot. Durch das Zusammenspiel aus Laserabstandsmessung, GPS, Kameras und Drehzahlmesser sei gewährleistet, dass der Bus immer weiß, wo er sich befindet und was in seinem Umfeld geschieht. Der fahrerlose Minibus wird für die kommenden zwei Monate zu festgelegten Zeiten insbesondere als Mitarbeitershuttle zwischen Kantine, Leitstelle, Verkehrsbetrieb und Busdepot eingesetzt. Mit an Bord ist immer ein eingewiesener Steward, der Strecke und Verkehr überwacht und bei Bedarf manuell eingreifen kann. „Hubi“ ist mit einer maximalen Geschwindigkeit von 15 km/h unterwegs und bietet Platz für sechs Fahrgäste plus einen Stehplatz für den Steward. „Natürlich können auch Gäste und Besucher einsteigen und das autonome Fahrgefühl erleben“, so Linnenbrink weiter. In der ersten Testphase gehe es im Wesentlichen darum, Erfahrungen im autonomen Fahrbetrieb zu sammeln, die Integration in die Betriebsabläufe sicherzustellen und erste Erkenntnisse zur Kundenakzeptanz zu liefern. „In der zweiten Testphase gehen wir mit ‚Hubi‘ in den öffentlichen Straßenraum“, erläuterte die Stadtwerke-Projektleiterin Sandra van Tongern. Ab Herbst wird der automatisierte Minibus beim InnovationsCentrum Osnabrück (ICO) im Bereich Albert-Einstein-Straße/Sedanstraße unterwegs sein – und soll als sogenannter On-Demand-Zubringer das Busangebot der Stadtwerke ergänzen. „Hierfür bieten wir dann eine Mobilitätsplattform an, über die die Fahrt mit ‚Hubi‘ und Stadtbus geplant und gebucht werden kann.“ Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, hob den Stellenwert des Hub Chain-Förderprojektes hervor: „Für Osnabrück als Oberzentrum ist eine gute Anbindung mit den Randbereichen und umliegenden Gemeinden von zentraler Bedeutung, um attraktiv zu bleiben.“ Durch autonome Zubringerbusse – bequem per App bestellt mit schnellem Umstieg auf die MetroBus-Linien – sei der ÖPNV auch im ländlichen Raum eine attraktive Alternative zum privaten Auto. „Dank solcher Konzepte können wir dem zunehmenden Verkehrsaufkommen begegnen und unsere Innenstadt entlasten.“ Der autonom fahrende Shuttle als Baustein der Mobilität von morgen ist auch Teil der heute beginnenden Digitalen Woche von Stadt und Stadtwerken Osnabrück. Am morgigen Dienstag, 25. Juni, sowie am kommenden Donnerstag, 27. Juni, können Interessierte jeweils ab 16 Uhr eine „Hubi“-Runde über das Stadtwerke-Gelände drehen. Kurzfristige Anmeldungen sind online noch möglich unter www.digitalewoche-osnabrueck.de/veranstaltungen. Kernstück des vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützten Förderprojektes Hub Chain ist die Entwicklung einer neuartigen digitalen Mobilitätsplattform für sogenannte „On-Demand“-Verkehre. Diese Verkehre auf Bestellung können und sollen insbesondere in weniger verdichteten Regionen das Busliniennetz ergänzen – und insofern attraktiver machen, dass sie die Fahrgäste zu den zentralen Umstiegspunkten der bestehenden Buslinien bringen.

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