
Das Self-Driving Urban E-Shuttle“ (SUE) könnte den ÖPNV revolutionieren… Foto: UEStudios

Das SUE überzeugt mit einem neu gedachten Innenraum-Layout, großzügigen Sichtachsen, hochwertigen und nachhaltigen Materialien sowie einem klaren Fokus auf Komfort, Orientierung, Wiedererkennbarkeit und schafft Vertrauen. Foto: UEStudios

Ob die personalisierte Begrüßung im Innenbereich in der Serienproduktion noch vorhanden ist? Foto: UEStudios
Ein weiteres autonomes E-Shuttle? Jein… Die Uedelhoven Studios (UE Studios) hatten im Dezember letzten Jahres ein neues E-Shuttle mit Erlkönig-Folierung präsentiert. Jetzt ließ der autonom fahrende People Mover die Hüllen fallen. Das Self-Driving Urban E-Shuttle“ (SUE) ist ein E-Minibus, der auf einer straßenzugelassenen 48-Volt-Skateboard-Plattform basiert. Es wurde „vollständig in Deutschland entwickelt“, wie Initiator Alexander Uedelhoven versichert. Das Design hebt sich von der Masse ab, kein kleiner Kasten, sondern ein Fahrzeug mit Wow-Effekt.
Viele Rundungen lassen den kleinen Elektrobus nicht nur freundlich, sondern auch vertrauenserweckend aussehen. Das steigt man gerne ein! Auch im Innern erfährt der Fahrgast die Wertschätzung, die für den Umstieg eine wichtige Grundlage ist. Gepolsterte Loungebänke, deren Schaumstoffunterlagen einzeln ausgetauscht werden können, laden zusammen mit der weichen bzw. gerundeten Decke (die auch komplett stoffbezogen ist), zum Verweilen ein. Die nur 1,9 Meter Stehhöhe sind der Gefäßgröße geschuldet…
Die Seite ist das neue Gesicht und sorgt auch für den Wow-Effekt: Die B-Säule dient nicht nur als technisches Kernelement der Fahrzeugarchitektur, so Alexander Uedelhoven, sondern sie wendet sich auch noch an den Betrachter. Das SUE blickt sozusagen nicht nur nach vorne, sondern kommuniziert vor allem auch zur Seite, dorthin, wo die Fahrgäste warten und zusteigen. Und der Einstieg ist höchst komfortabel: Trotz Batteriemodul liegt die Plattform sehr tief, und die beiden Türen – beide rechts, den Straßenverkehr abgewandt – sind jeweils fast einen Meter breit.
Das gesamte Fahrzeug, inklusive aller Entwicklungsphasen sowie des vollständigen Designprozesses, wurde in Gaimersheim in den UE Studios mit verschiedenen Partnern realisiert. Mit seinem sogenannten „human centric Interior“, also einer noch intensiveren Fokussierung auf den Fahrgast im Mittelpunkt der Entwicklung, hochwertigen Materialien und einem neu gedachten Raumerlebnis soll das SUE die Akzeptanz autonomer Mobilität deutlich erhöhen. Das freundliche Exterieur setzt auf hohe Wiedererkennung und lädt zum Einsteigen ein.
Für eine sensationelle Rundumsicht sorgt vorn wie hinten eine Verglasung aus Makrolon, sogar im Dach gibt es ein Glasmodul! Eine Trennscheibe zwischen vorderem und hinterem Fahrgastraum ist mit einer Flüssigkristall-Technologie ausgestattet, die sich von blickdurchlässig auf opak umschalten lässt. Wem das nicht rfeicht, der kann optional digitale Kerzen nicht nur für ein gemütliches Ambiente bestellen, sondern hier auch eine Sitzplatzreservierung oder eine Botoschaft anzeigen… Ob das Feature in der Serienproduktion noch vorhanden sein wird?
Auch mit Blick auf die Maße unterscheidet sich das schmucke Fahrzeug nicht unbedingt von denen des Wettbewerbs: 5,4 Meter lang, rund 2,3 Meter hoch, acht Sitzplätze. Das sind aber die Eckdaten, die die Gefäßgröße in diesem Segment haben muss, um erfolgreich am Markt agieren zu können. Also, bitte das SUE schnell in der (Klein-)Serie auf die Straße bringen! Auch wenn sich das Team um Alexander Uedelhoven auf Showcars und den Prototypenbau spezialisiert hat, mit dem Konsortium des SUE-Projekts im Hintergrund könnte es klappen…
Die richtigen Partner (u.a. DB Regio und TÜV Nord) sind da, Alexander Uedelhoven hat eine perfekte Symbiose aus KMU, Großunternehmen und Forschungseinrichtungen mit signifikantem Knowhow im Automobilsektor sowie im Bereich des autonomen Fahrens gewinnen können. Nach vier Jahren wurde nun ein autonomes E-Shuttle präsentiert, das schon als Prototyp straßentauglich ist. Nicht ohne Stolz – und das auch zu Recht – sprach man am Rande der Vorstellung davon, dass das doch wohl ein deutsches Leuchtturmprojekt für technologische Souveränität in der autonomen Mobilität sei…
Eine Besonderheit: Das SUE ist für bis zu 50 km/h Geschwindigkeit ausgelegt – ein Tempo, das deutlich über dem liegt, was bei bisherigen Shuttle-Konzepten im Testbetrieb üblich wäre. Damit sei das Fahrzeug auf den tatsächlichen Einsatz im ÖPNV mehr als vorbereitet. Die modulare Skateboard-Plattform kann für unterschiedliche Radstände angepasst werden, kurze Überhänge, flaches Fahrwerk, niedrige Einstiegshöhe (25 Zentimeter), verschiedene Antriebsoptionen von 23 bis 160 kW und flexible Nutzungskonzepte machen das SUE so interessant.
Ob das SUE den Sprung in die Serie und auf die Straße schafft? Noch ist es ausdrücklich eine seriennahe Studie und ein Denkmodell. Wenn wir den ÖPNV der Zukunft mit diesem SUE denken, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Das SUE ist ein wegweisendes deutsches Leuchtturmprojekt für autonomes Fahren, das technologische Souveränität, Nachhaltigkeit und Innovation im ÖPNV gekonnt und äußerst schmuck verpackt vereint. Dieser autonom fahrenden People Mover muss bitte bald gelebter Alltag werden! (UEStudios/omnibus.news/Sr)