Fünf Batteriebusse von Solaris verstärken im nächsten Jahr die Flotte des norwegischen Verkehrsbetreibers Boreal Norge AS. Foto: Solaris

Norwegen ist Vorreiter bei der Elektromobilität. In dem, zu weiten Teilen menschenleeren Land, fährt fast jedes fünfte Auto, das in Norwegen neu gekauft wird, elektrisch. 50.000 E-Mobile wollte die Regierung bis 2016 durch Steuervorteile auf die Straße bringen, um Elektromobilität zu forcieren. Die Zahl wurde schon 2014 erreicht. Der durchschlagende Erfolg der Elektrofahrzeuge ist auch auf eine sehr generöse Förderpolitik zurückzuführen: Für Käufer von Fahrzeugen sind Wagen mit rein elektrischem Antribe günstiger zu haben als jene mit Verbrennungsmotoren. Was auch der Tatsache geschuldet ist, dass bei Neuwagen mit Verbrennungsmotoren eine Luxussteuer von bis zu 85 Prozent auf den Neupreis fällig wird. Eine solche Steuer entfällt bei Elektroautos… Bereits Anfang der 90er Jahre wurden Elektrofahrzeuge auf Initiative von Umweltschützern von der in Norwegen bei der Erstzulassung von Fahrzeugen zu entrichtenden Zulassungssteuer befreit. Ende der 90er folgten eine Befreiung von Straßenmaut und Parkgebühren, Anfang 2000 dann der Erlass der Mehrwertsteuer von immerhin 25%. Und die Busspuren der Stadt Oslo wurden für Elektroautos freigegeben, eine Maßnahme, die 2005 auf das ganze Land ausgedehnt wurde. Anschließend wurde mit Transnova eine öffentliche Agentur ins Leben gerufen, die den Ausbau einer kostenlos nutzbaren, öffentlichen Ladeinfrastruktur vorantreibt. Norwegen fährt im wahrsten Sinne vor: Der Autoverkehr soll vollständig auf erneuerbare Energie umgestellet werden. Ab 2025 sollen Käufer vorrangig Autos mit Hybrid-Technologie oder E-Autos kaufen – jedoch ohne die „Benziner“ komplett zu verbieten. Nur zum Vergleich: Mit Stand März 2017 gab es in der Bundesrepublik 15.300 Anträge auf Förderung von E-Autos. Laut einer Mitteilung der Presseagentur dpa sind aus dem mit 1,2 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf Mitte April erst 55 Millionen Euro abgerufen worden. In Deutschland fahren derzeit laut Kraftfahrtbundesamt rund 45 Millionen Personenwagen. Und davon sind nur 34 000 reine Elektroautos. Im Herbst diesen Jahres wird Solaris zwei Urbino 12 electric für den norwegischen Verkehrsbetreiber Unibuss nach Oslo liefern. Gleichzeitig werden auch zwei Batteriebusse in der gleichen Ausführung an Norgesbuss ausgeliefert. Jetzt meldet Solaris noch, dass ein Vertrag über fünf Urbino 12 electric mit dem größten Verkehrsbetreiber Norwegens, der Boreal Norge AS, abgeschlossen wurde. Diese Elektrobusse werden im Sommer nächsten Jahres in Dienst gestellt. Die von Boreal Norge AS bestellten Elektrobusse werden mit einer Elektroachse vom Typ ZF AVE 130 samt zweier, radnahen Motoren und einem Antrieb des polnischen Herstellers Medcom ausgestattet. Die eingesetzten Solaris High Power Batterien haben eine Kapazität von 146 kWh und können sowohl über einen Plug-in-Anschluss als auch mittels Pantograph geladen werden. Der auf dem Dach angebrachte Stromabnehmer ermöglicht es, dass die Busse nicht nur im Busbetriebshof, sondern auch unterwegs geladen werden. Eine ähnliche Lösung hat Solaris bereits mit Erfolg für die Üstra in Hannover gebaut, wo die gleichen Elektrobusse betrieben werden. Die Urbino 12 electric sollen im Juli 2018 auf den Linien 10 und 13 in Stadt Kristiansand eingesetzt werden. „Wir freuen uns sehr über die neue Bestellung, zumal der Zuschlag erst nach langen Gesprächen erteilt wurde. Wir finden diese Aufgabe faszinierend, denn das Unternehmen Boreal Norge AS spielt eine erhebliche Rolle auf dem norwegischen Markt im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel“, sagte Sverre Skaar, der Managing Direktor von Solaris Norge.

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