In Zusammenhang mit Elektrobussen der MVG in Mainz ist diese Grafik eines Sileo S18 in den Farben der Mainzer zu sehen. Grafik: MVG

Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) will In vier Schritten die 140 Omnibusse des Fuhrparks umweltfreundlicher gestalten. Der Plan der Mainzer sieht vor,  innerhalb von zehn Jahren 100 Elektrobusse in Dienst zu stellen – die entsprechenden Fördermittel vorausgesetzt. Bis 2021 sollen insgesamt 23 Elektrobusse beschafft werden. In den folgenden Jahren (MVG spricht von 2022 und 2023) sollen 21 weitere Elektrobusse sowie acht Brennstoffzellen-Busse folgen. Bis 2029 sollte dann der Fuhrpark dann 55 Elektro- und 45 Brennstoffzellen-Busse umfassen. Als ersten konkreten Schritt in diese Richtung kündigt Mainzer Mobilität vier Elektro- und vier Brennstoffzellen-Busse an, die im Herbst in Mainz in Betrieb genommen werden sollen. Diese Fahrzeuge sehen die Verantwortlichen in Mainz als so genannte Versichsträger, mit denen man Erfahrungen sammeln werde. Auf zwei unterschiedliche Antriebsarten setzt Mainzer Mobilitä, um alle Linien und Streckenprofile abzudecken zu können. Während die Elektrobusse mit rund 200 km Reichweite auf gut der Hälfte der Buslinien in Mainz eingesetzt werden können, haben andere Linien eine Reichweite von rund 450 km. Ohne eine entsprechende Förderung vom Bund sei das Vorhaben aber nicht zu realisieren, wie die Verantwortlichen in Mainz mitteilen. Für die Pläne bis 2021, die eine Beschaffung von 23 neuen Omnibussen mit elektrischen Antrieben vorsieht,  rechnet der Verkehrsbetrieb mit Investitionskosten von 22 Mio Euro. Angesichts eines Investitionsvolumens unterzeichneten MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof und Eva Kreienkamp, Oberbürgermeister Michael Ebling, die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder und der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr informierten heute über die mittel- und langfristige Fahrzeugstrategie der Mainzer Mobilität. Und sie unterzeichneten einen Förderantrag, damit sich der Bund an den Kosten der Umstellung beteiligt. „Die Landeshauptstadt Mainz hat in den vergangenen Jahren massive Anstrengungen unternommen, um die Verkehrswende voranzutreiben und die Luftqualität in Mainz zu verbessern. Dem ÖPNV kommt dabei eine besondere Rolle zu. Die neuen Busse werden einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Stadt und Region lebenswert, attraktiv und innovativ halten“, ist der Mainzer Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Ebling überzeugt. Elektrobusse könnten dabei helfen, Luftschadstoffe und Lärmemissionen im Stadtgebiet deutlich zu reduzieren. Batteriebusse weisen gegenüber konventionellen Dieselbussen eine Lärmminderung von rund 65 Prozent auf. Ebling: „Diese Lärmminderungen werden sich direkt positiv auf viele Bürgerinnen und Bürger auswirken. Der Einsatz von leisen Batteriebussen unterstützt unmittelbar den Lärmaktionsplan der Stadt Mainz und wird einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung der EU-Umgebungslärmrichtlinie leisten.“ Ebling bedauert, dass in der Vergangenheit ein entsprechender Antrag der MVG zur Förderung von Elektrobussen durch den Bund abgelehnt worden ist. Rheinland-Pfalz erhielt 2018 keine Fördergelder. „Ich hoffe, dass sich das jetzt ändert. Wir dürfen der Entwicklung hin zu alternativen Antrieben nicht hinterherhinken.“ Verkehrsdezernentin Katrin Eder erinnerte, dass die Stadt Mainz 2018 den Masterplan „Green City Mainz“ entwickelt habe und fleißig dabei sei, diesen umzusetzen. „Dabei macht die Elektrifizierung des Verkehrs einen großen Teil des Planes aus.“ Mit der Beschaffung der 23 Elektrobusse und dem bereits bestehenden Straßenbahnnetz würde die Stadt Ende 2021 knapp die Hälfte elektrischen ÖPNV anbieten und wäre so ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität in der Region. Eder lobte den technologieoffenen Ansatz der Mainzer Mobilität und der Mainzer Stadtwerke  bei der Entwicklung der künftigen Fahrzeugflotte: „Es ist sinnvoll, zunächst saubere beziehungsweise emissionsarme Technologien wie Batterie- oder Brennstoffzellenbusse im Realbetrieb eine längere Zeit zu testen und dann zu entscheiden, welchen Weg man genau einschlagen will.“ Der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr ist überzeugt davon, dass die Fahrgastzahlen im ÖPNV weiter steigen werden. Aktuell befördert die Mainzer Mobilität etwa 56 Millionen Fahrgäste im Jahr. „Gleichzeitig nimmt das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für klimafreundliche Verkehrsmittel stetig zu.“ Die Gesamtsumme des Projektes inklusive Ladeinfrastruktur und Werkstattausrüstung beläuft sich auf rund 22 Millionen Euro, von denen etwa 9,4 Millionen Euro vom Bund gefördert werden würden. Falls Mainz den Zuschlag für die Förderung durch das Bundesumweltministerium erhält, würde der Bund dabei 80 Prozent der Mehrkosten eines Batteriebusses im Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselbus übernehmen. Bei der Ladeinfrastruktur würde der Bund etwa 40 Prozent der anfallenden Kosten zahlen.

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