E-Bus statt Trolley? Solaris testet in Tartu den Urbino electric. Foto: Solaris

Solaris testet ein ganzes Jahr lang mit dem Nahverkehrsunternehmen AS SEBE im estnischen Tartu, der zweitgrößten Stadt des Landes, einen Urbino 12 electric. Der Test-Urbino, der am 3. September 2018 auf die Straße geschickt wurde, verfügt über eine Achse mit integrierten Elektromotoren mit einer maximalen Leistung von 2×125 kW. Er wurde werkseitig für den Einbau eines Pantographen vorbereitet, der die Nachladung von Solaris High-Energy-Batterien mit einer Leistung von 200 kWh ermöglicht. Zur Zeit erfolgt die Nachladung über einen konventionellen Plug-in-Anschluss. Es besteht auch die Möglichkeit, im Bus ein mobiles On-board-Ladegerät einzusetzen. In seiner jetzigen Konfiguration kann der Bus einmalig bis zu 75 Fahrgäste mitnehmen, davon 30 auf Sitzplätzen. Für das effiziente Ein- und Aussteigen von Fahrgästen wurde eine 2-2-2-Türanordnung gewählt. Für  Personen mit eingeschränkter Mobilität ist die Kneeling-Funktion verbaut. Der polnische Hersteller hat das Fahrzeug auch mit einer Reihe von Lösungen ausgestattet, die Reisekomfort und -sicherheit der Fahrgäste und des Fahrers erheblich verbessern. Darunter befinden sich beispielsweise eine das ganze Fahrzeug umfassende Klimaanlage, eine Innen- und Außenbeleuchtung in energiesparender LED-Technologie, ein Touchscreen für den Fahrer und ein umfassendes Fahrgastinformationssystem. Darüber hinaus wurde der Bus auf die Fahrt bei sehr schlechter Witterung durch den Einbau einer zusätzlichen Wärmedämmung der Decke, der Seitenwände, der vorderen Wand und der Radhäuser vorbereitet. Bis jetzt wurden über 50 Fahrzeuge aus Bolechowo nach Estland verfrachtet, allesamt Oberleitungsbusse, die jetzt auf Tallinner Straßen fahren. In Anlehnung an die Ergebnisse der Tests, die am 31 August 2019 beendet werden sollen, wird die Stadtverwaltung von Tartu eine Langzeitstrategie für den städtischen Verkehr ausarbeiten.

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