Das sollte Schule machen: Zur Premiere der sechs neuen Elektrobusse wurde eine Grundschuleklasse eingeladen und erhielt eine ganz besondere Unterrichtsstunde. Foto: RhönEnergie Fulda/Salih Usta

Am 28. Oktober wurden sechs eCitaro von Mercedes-Benz für das Liniennetz der Stadt Fulda offiziell in Betrieb genommen. Foto: RhönEnergie Fulda/Salih Usta

Die RhönEnergie Bus gab mit ihrem ersten Elektrobus 2018 den Startschuss für einen emissionsfreien Nahverkehr in Hessen. Die E-Flotte wird nun weiter ausgebaut: Am 28. Oktober wurden sechs weitere, voll batterieelektrisch betriebene Linienbusse für das Liniennetz der Stadt Fulda offiziell am Busbahnhof Stadtschloss in Betrieb genommen. Die Jungfernfahrt durfte die Klasse 4 der ABC-Land-Schule Maberzell unternehmen – und erhielt vor Ort Informationen über Bus und Batterie, über Reichweite und Klimaschutz.

Besonders wichtig: „Dieser Bus ist leise, stößt keine Abgase aus und hat trotzdem ganz schön Power“, erklärt Thomas Lang, Geschäftsführer der RhönEnergie Fulda-Nahverkehrsunternehmen der anwesenden Schulklasse. Die vollelektrischen Mercedes-Benz eCitaro modernisieren die Busflotte in der Barockstadt. „Alle sechs Busse sparen zusammen im regulären Linienverkehr in Fulda pro Jahr 370 Tonnen des klimaschädlichen CO2 ein“, erklärt Lang.

„Der Ausbau des emissionsfreien innerstädtischen Linienverkehrs ist für uns ein Anliegen – für Bürgerinnen und Bürger trägt es zu einer lebenswerteren, emissionsärmeren Umgebung bei“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Deswegen seien die neuen E-Busse schon vor über einem Jahr geordert worden – nun sind sie einsatzbereit im Liniennetz der Stadt Fulda und für den städtischen Schulbusverkehr.

Möglich wurde die Investition in sechs E-Busse durch eine Bundes-Förderung, die 80 Prozent der Mehrkosten übernahm: „E-Busse kosten mehr als das Doppelte vergleichbarer Dieselbusse“, erklärt Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda-Gruppe. „Deswegen sind wir auf eine Förderung angewiesen, damit das Investment wirtschaftlich bleibt. Aber das große Plus für das Klima und die Lebensqualität im städtischen Raum ist klar: Mit den neuen E-Bussen machen wir innerhalb unserer Busflotte einen großen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Die Busse sind emissionsfrei bis hin zur Klimaanlage und mit allen möglichen Sicherheitsfeatures ausgestattet. Auch die maßgeschneiderte Ladeinfrastruktur in unserem Betriebshof gehört dazu, um im Bedarfsfall sehr schnell aufladen zu können und die hohe Reichweite der Busse zu nutzen.“

In der Tat weisen die neuen E-Busse eine hohe Reichweite im Linienbetrieb auf und eignen sich für längeres Depot- und schnelles Hochleistungsladen gleichermaßen. An Bord der jetzt geliefertens sechs eCitarosind Batterie mit 396 kWh Energiegehalt an. RhönEnergie Bus setzt auf die maximale Anzahl von Batteriepaketen und Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC).Mit einer vollen Ladung fahren die neuen eCitaro von Mercedes-Benz bis zu 270 km und können sogar bei der Bergabfahrt die Bremsenergie in die Batterie zurückspeisen, um die Reichweite erneut zu verlängern. Voll aufgeladen werden dieElektrobusse dann im Depot der RhönEnergie-Verkehrsbetriebe in Fulda: Hier stehen zwei 150 kW-Schnelllader im Freien und vier so genannte „Über-Nacht-Lader“ in der Betriebshalle. So ist möglich, jeweils zwei Fahrzeuge im täglichen Umlauf zwischenzuladen und die übrigen vier Fahrzeuge über Nacht an die Ladepunkte anzuschließen.

Nahverkehrs-Geschäftsführer Thomas Lang erklärt den Schulungsaufwand für Busfahrer und technisches Personal bei den Verkehrsbetrieben: Neben Bedienung und Fahrweise wurden unter anderem die Zusammenhänge von Ladezyklen, Fahrverhalten, Topografie und Witterungseinflüssen vermittelt: „Wir haben bereits etwa 100 Kollegen eingewiesen, die im Stadtgebiet im Linienverkehr eingesetzt werden. Außerdem natürlich mehrtägige Schulungen für das technische Personal unserer Werkstatt.“

Bei der Sicherheitsausstattung hat die RhönEnergie Bus GmbH alle derzeit für dieses Fahrzeug vom Hersteller erhältlichen Features realisiert: Neben einem „Sideguard Assist“, der den Fahrer beim kritischen Rechtsabbiegen unterstützt sowie einem neuen Bremsassistenten und einer Rückfahrkamera setzen die E-Busse auch auf Präventivschutz im Innern der Fahrzeuge – gerade in Zeiten der Pandemie:  Jede Fahrerkabine ist mit einer großen Sicherheitsglasscheibe ausgestattet, die die Fahrgäste sowie das Fahrpersonal vor Virusinfektionen schützt. Aktivfilter mit antiviraler Funktion sorgen für eine saubere Raumluft im gesamten Bus. Typisch für RhönEnergie Fulda-Fahrzeuge der neuen Generation ist der Einsatz von CO2-betriebenen Klimaanlagen bzw. Wärmepumpen, um auf extrem klimaschädliche Kältemittel verzichten zu können. Ein hoher Sitzkomfort sowie wenig bis keine Fahrgeräusche im Inneren des Busses sind interessante Argumente für die Fahrgäste.

Die RhönEnergie Fulda-Verkehrsbetriebe bedienen mit 220 Bussen und über zehn Millionen Fahrplankilometern jährlich den Busverkehr in Stadt und Landkreis Fulda, in Teilen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg sowie in Teilen des Main-Kinzig-Kreises. Dabei setzt der Verkehrsbetrieb bei seiner Omnibusflotte schon seit jeher auf hohe Umweltstandards: Über 80 Fahrzeuge tragen beispielsweise das Gütesiegel „Blauer Engel“, und in über 20 Fahrzeugen kommen bereits die umweltschonenden CO2-Klimaanlagen zum Einsatz. Die Mission E-Mobilität hat in Fulda vor drei Jahren begonnen. Die Einsatzmöglichkeit weiterer Elektrobusse im Stadtverkehr Fulda wird ständig im Zuge von Ersatzbeschaffungen geprüft.(RhönEnergie/DaimlerBuses/PM/Sr)

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