Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dr. Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister sowie Matthias Ridder, Stromnetz Hamburg bei der feierlichen Inbetriebsnahme des neuen Betriebshofes. Foto: Hochbahn

Die Hamburger Hochbahn hat den neuen E-Bus-Betriebshof Altersdorf in Betrieb genommen. Von hier aus starten künftig 240 Busse auf ihre Touren zu den Hamburger Fahrgästen. Unter den Gästen waren der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, die gemeinsam mit Hochbahn-Chef Henrik Falk und Matthias Ridder von Stromnetz Hamburg, symbolisch den „Hebel umlegten“ für den ersten Busbetriebshof in Deutschland, der komplett auf E-Mobilität ausgelegt ist. Dr. Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister: „Die Zukunft der Mobilität unserer Stadt ist umweltfreundlich und komfortabel. Wir bauen das Angebot des Hamburger Verkehrsverbundes aus und beschaffen ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse. Der neue Busbetriebshof der Hochbahn ist hierfür eine wichtige Voraussetzung. Wer mit den neuen E-Bussen fährt, ist in Zukunft vollständig klimaneutral unterwegs, denn Busse und Bahnen der Hochbahn fahren mit 100 % Ökostrom.“ Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär ergänzte: „Dieser Busbetriebshof setzt europaweit Maßstäbe.“ Auf über 45.000 Quadratmetern ist in Alsterdorf im „Gleisdreieck“ zwischen U1, S-Bahn und Güterumgehungsbahn der modernste Busbetriebshof Europas entstanden. Unter sechs Carports stehen die Busse und werden mit Druckluft und Strom versorgt, wenn sie gerade nicht auf Strecke sind. Die aufwachsende Elektrobus-Flotte der Hochbahn wird hier künftig mit grünem Strom „betankt“. Der Ausbau der Infrastruktur kommt just in time für die künftige E-Bus-Flotte der Hamburger. Ab 2020 will das Unternehmen, das rund 1.000 Busse einsetzt, nur noch emissionsfreie Busse bestellen. Im November 2018 konnte der erste serienreife Elektro-Bus präsentiert werden. Vier serienreife Fahrzeuge sind derzeit im Linieneinsatz in Hamburg, 26 weitere folgen noch in diesem Jahr, die nächsten 30 im kommenden Jahr. Parallel dazu arbeitet die Hochbahn gerade an der Ausschreibung für die ersten serienreifen Gelenkbusse. Die Auftragsvergabe erfolgt Anfang kommenden Jahres. 2030, also innerhalb nur einer Dekade, soll die Komplettumstellung gelingen und der letzte Dieselbus außer Dienst genommen werden. Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn: „Schon in drei Jahren wird die Hälfte aller Busse von Alsterdorf emissionsfrei fahren. Ein solches Projekt ist für die Hochbahn, aber auch für Hamburg eine echte Zeitenwende: weg vom Diesel und hin zu einem noch umweltfreundlicheren und attraktiveren Nahverkehrsangebot.“ Für die Wartung der Flotte werden künftig bis zu 60 Beschäftigte in der Werkstatt mit 14 Spuren und modernsten Dacharbeitsplätzen für die E-Bus-Flotte arbeiten. Daneben gibt es zwei Nebenwerkstätten und eine Waschstraße, die selbstverständlich umweltfreundlich mit aufbereitetem Regenwasser läuft. Die Dächer aller Gebäude und Carports sind begrünt. Der Busbetriebshof wird von einer hohen Schallschutzwand mit Grüngürtel umgeben. Das Verwaltungsgebäude mit den Sozialräumen für bis zu 600 Busfahrerinnen und Busfahrer steht am Eingang zum Betriebsgelände. Direkt gegenüber das eigentliche Highlight – das Umspannwerk. Hier ist der E-Bus-Betriebshof an das Stromnetz Hamburg angeschlossen. Die 110 kV-Spannung wird hier auf 20 kV umgewandelt. Diese Spannung wird benötigt um künftig 240 Elektrobusse mit Strom zu versorgen. Die Gesamtanschlussleistung auf dem Busbetriebshof beträgt 25 MW und entspricht damit der Versorgung einer Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern. Der Busbetriebshof erfüllt alle Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb. Er liegt verkehrszentral in der Nähe der stark frequentierten Buslinien 5, 6, 7, 17, 20, 23, 25, 26, 28 und 109. Ein modernes E-Betriebshofmanagementsystem optimiert die Abläufe auf dem Betriebshof, wie Aufladung der Busse, Standort und Abstimmung mit Fahrplänen und den Dienstplänen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Busbetriebshof schafft aber auch die Voraussetzungen für die Nutzung der Wasserstofftechnologie. Im Rahmen ihrer strategischen Ausrichtung verfolgt die Hochbahn das Ziel, serienreife Batteriebusse mit Brennstoffzelle als Range-Extender zu erproben und einzusetzen. Diese Technologie verspricht eine hohe betriebliche Flexibilität aufgrund der möglichen hohen Reichweiten. Auf dem Busbetriebshof Alsterdorf ist deshalb auch eine Fläche vorgehalten, auf der Wasserstoff für die Betankung der Busse gelagert werden kann. Die Gesamtinvestitionen für den E-Bus-Betriebshof belaufen sich auf 73 Millionen Euro. Die Baukosten blieben mit 60 Millionen Euro rund 10 Millionen unter der Planung. Die Investitionen in die Ladeinfrastruktur werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie mit 6,4 Millionen Euro gefördert. Die sechs weiteren Busbetriebshöfe der Hochbahn werden nach und nach auf E-Mobilität umgerüstet.

Die Dächer der Carports des neuen Busbetriebshof am Gleisdreieck in Alsterdorf sind begrünt. Grafik: Hochbahn

 

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