Volkswagen legt den T1 mit Elektroantrieb auf. Foto: Volkswagen

Optisch haben sich die Designer am historischen Vorbild orientiert. Foto: Volkswagen

Auch im Fahrgastraum werden Erinnerungen wach… Foto: Volkswagen

Ein bisschen in der Vergangenheit schwelgen aber auf der Höhe der Zeit oder vielleicht sogar vorausschauend denken, das ist in diesen Tagen gar nicht verkehrt. Optimistisch in die Zukunft Blickt man bei Volkswagen, wohlwissend wie positiv das Image des T1 konnitiert ist. Lange war ein rein elektrischer T1 von Volkswagen in der Branche im Gespräch, nun hat VW Nutzfahrzeuge ganz offiziell zu dem Anfang März angekündigten e-Bulli auf Basis des T1 entsprechende Informationen an die Presse verteilt. Ganz wichtig: Volkswagen betont, dass der eT1 kein Einzelstück bleibt! Schon vor einiger Zeit hatte Volkswagen erklärt, dass der Konzern erwäge, die nachträgliche Elektrifizierung von Oldtimern zu einem neuen Geschäftsmodell zu machen. Der e-Bulli repräsentiert dabei einen anderen Ansatz: keine nachträgliche Umrüstung, sondern eine Neukonzeptionierung. Respekt, einen neuen Bulli auf der Plattform der neuen rein elektrischen Pkw und den T1, den Volkswagen zusammen mit E-Classics anbieten wird. Mittelfristig sollen auch der T2 und T3 mit rein elektrischem Antrieb angeboten werden. Auch hier ist als das Partnerunternehmen E-Classics wieder mit an Bord, die die T1-Umbauten und T1-Komplettfahrzeuge im Stile des neuen E-Bulli anbieten. Ingenieure und Designer von Volkswagen bildeten ein Team mit den Antriebsexperten von Volkswagen Group Components und denen von E-Classics. Als Basis für den künftigen E-Bulli wählte das Team den 1966 in Hannover produzierten T1 Samba-Bus, der vor dem Umbau ein halbes Jahrhundert in Kalifornien unterwegs war. Bulli-Liebhaber können sich auf eine fast originalgetreue Optik in Kombination mit einem Antrieb aus Serienbauteilen der neuesten VW-Elektrofahrzeuge freuen. Ab 64.900 Euro geht der Spaß los, wie den Preislisten zu entnehmen ist. Dafür gibt’s einen aufwendig restaurierten Klassiker mit modernem E-Antrieb und neuem Fahrwerk. Passend zum neuen E-Antrieb gibt es ein ebenso avantgardistisches wie stilvolles Ex- und Interieur-Konzept. Entwickelt wurden das Design und die entsprechenden technischen Lösungen vom hauseigenen Designzentrum in Kooperation mit Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer. Die Designer haben das in der neuen Zweifarblackierung „Energetic Orange Metallic“ und „Golden Sand Metallic Matte“ lackierte Exterieur der rollenden Transporter-Ikone dabei mit sehr viel Fingerspitzengefühl in die Gegenwart transportiert. Wer durch die Scheiben in den achtsitzigen Innenraum blickt wird erkennen, dass einige Dinge nicht so sind, wie man sie vom T1 kennt. Die Designer haben im Interieur vieles neu konzipiert, ohne dabei auch nur eine Sekunde die Nähe zum Vorbild zu vergessen. Die Sitzlandschaft beispielsweise gehört zu den neuen Features; sie ist – korrespondierend mit der Außenlackierung – zweifarbig in „Saint-Tropez“ bzw. „Saffrano Orange“ ausgeführt. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz in einer Konsole wurde der neue Automatik-Wählhebelplatziert. Hier ebenfalls integriert: die Start-Stopp-Taste für den elektrischen Antrieb. Massivholz in Schiffsdielenoptik wird für den kompletten Fußboden verwendet, fehlt eigentlich nur noch das Surf-Brett! Es sind Details, wie die neuen LED-Rundscheinwerfer mit Tagfahrlicht, über die sich von außen die Transformation in die Gegenwart zeigt. Außen im Heck gibt es zudem LED-Ladeindikatoren; sie verraten dem Fahrer bereits beim Zuschreiten auf seinen e-Bulli, wieviel Energie noch in der Lithium-Ionen-Batterie vorhanden ist. Rund 200 Kilometer Reichweite garantieren alle Beteiligten als minimale Strecke des rein elektrischen Fahrens. Wer rechnet und vergleicht, der merkt schnell, das das klassische Boxermotor des T1 gegen einen nahezu doppelt so leistungsstarken Elektromotor mit 61 kW und 212 Nm getauscht wurde. Bei aller Nostalgie, das Fahren wird ein ganz anderes werden, dessen ist man sich auch bei Volkswagen bewusst. Das maximale Drehmoment steht zudem – typisch für E-Motoren – sofort zur Verfügung. Und das verändert alles. In der Presse-Info heißt es dann auch: Die Antriebscharakteristik sei grundlegend verändert, nie zuvor fuhr sich ein ,offizieller’ T1 so kraftvoll wie dieser e-Bulli. Die Dynamik werde durch Mehrlenker-Vorder- und Hinterachsen mit verstellbaren Stoßdämpfern und Gewindefederbeinen sowie eine neue Zahnstangenlenkung und vier innenbelüftete Scheibenbremsen souverän auf die Straße übertragen, so die ergänzende Aussage von Volkswagen. Analog zum Boxermotor des 1966er T1 gibt der Elektromotor sein Potential an die Hinterachse ab. Für die Energieversorgung der E-Maschine ist eine Lithium-Ionen-Batterie zuständig. Wie beim neuen Kompaktwagen ID.3 und dem künftigen modernen Microbus ID.BUZZ ist die Batterie mittig im Fahrzeugboden untergebracht. Geladen wird die Batterie über eine CCS-Ladedose (CCS = Combined Charging System). Sie gestattet das Laden mit Wechsel- und Gleichstrom. Wechselstrom: Über einen AC-Schnelllader wird die Batterie je nach Stromquelle mit 2,3 kW bis 22 kW Ladeleistung aufgeladen. Gleichstrom: Dank der CCS-Ladedose des e-Bulli kann die Hochvolt-Batterie darüber hinaus auch an DC-Schnellladesäulen mit bis zu 50 kW Ladeleistung in lediglich 40 Minuten auf 80 Prozent geladen werden. Die Kraftübertragung erfolgt mittels 1-Gang-Getriebe, die Wählstufen der Automatik (P, R, N, D, B) werden neben dem Wählhebel angezeigt. In Stufe B kann der Fahrer den Grad der Rekuperation – der Energierückgewinnung beim Bremsen – variieren. Wie bei anderen Herstellern von Elektrofahrzeugen üblich, regelt auch Volkswagen das freie Entfalten der Kräfte ab: Bei 130 km/h greift die elektronische Sperre. In Zeiten von Corona kein Wunschdenken oder Hoffen: Die Kombination aus Oldtimer und Hightech-Elektromobil ist zu kaufen! (Volkswagen/PM/Schreiber)

Willkommen in der Gegenwart… Foto: Volkswagen

Der eT1 lädt über CCS. Foto: Volkswagen

Im Heck arbeitet nun ein Elektromotor mit 61 kW und 212 Nm. Foto: Volkswagen

Vor 70 Jahren produzierte Volkswagen die ersten Exemplare des damals stark kastenförmigen Modells und legte den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte. Während in der jungen Bundesrepublik zunächst seine Funktion als Arbeitspferd und Handwerkerfahrzeug in den Wirtschaftswunderjahren im Mittelpunkt stand, schworen die Hippies in den 60er und 70er Jahren auf ihn als Flower-Power-Auto. Heute kommt das Modell als Großraum-Limousine ebenso zum Einsatz wie als Mini-Caravan, seriöser Firmenwagen oder Sammeltaxi des VW-Mobilitätsdienstes MOIA. Bei Bundeswehr, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten sind Sonderausgaben unterwegs. Auch die eine oder andere Fußballmannschaft oder Rockband hat ihren eigenen T6 bestellt. Rechnet man die verkauften Busse aller Generationen zusammen, wird die Marktabdeckung deutlich: Weltweit wurde nach eigenen Angaben von Volkswagen bisher über 13 Millionen Stück verkauft. Regionaler Schwerpunkt im Ausland waren die USA, etwa jeder dritte Bulli der T2-Generation (1967 bis 1979) aus deutscher Produktion wurde in die Vereinigten Staaten exportiert. Auch auf dem Oldtimer-Markt ist die Nachfrage groß. Jedes Kind kennt den Bulli, oder? Beim Bulli geht es nicht nur um Nostalgie, sondern  bisweilen auch um Verklärung. Der Wagen war und bleibt ein wichtiges strategisches Modell für Volkswagen: Er war Vorbild für fast alle Wettbewerbsfahrzeuge im Kleinbus- bzw. Transporte-Segment. ID.Buzz heißt die neue E-Variante, des Bullis Enkel sozusagen. Sie soll nach dem Kompaktwagen ID.3 und dem SUV ID.Crozz einer der nächsten Ableger der rein elektrischen Fahrzeugfamilie werden. Der Standort Hannover wird – ebenso wie Zwickau und Emden sowie Teile des US-Werks Chattanooga und Fabriken in China – für die Produktion von E-Fahrzeugen umgebaut. Starten soll der ID.Buzz Elektro-Bulli 2022. Für den Elektro-Bulli der Großserie ist auch eine Cargo-Version geplant, die als Lieferwagen genutzt werden kann. Bei Projekten zum autonomen Fahren wird er ebenfalls eingesetzt: Zur Fußball-WM Ende 2022 sollen in Katars Hauptstadt Doha 35 selbstfahrende E-Shuttles unterwegs sein. (Volkswagen/PM/Schreiber)

Die nächste Generation: Der ID BUZZ von Volkswagen. Fotos: Volkswagen, Montage: omnibus.news

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