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Die Rakete aus Ungarn legt Brekina in 1/87 auf.

Die Rakete aus Ungarn legt Brekina in 1/87 auf.

Für den Sommer hat Brekina den Ikarus 55 angekündigt, auf der Spielwarenmesse gab es erste Modellbusse zu sehen. Und was man da sehen konnte, wird dem großen Vorbild mehr als gerecht: Saubere und stimmige Gravuren, die ein entsprechend bedrucktes, gelungenes Modell erwarten lassen. In vielen Ostblockstaaten war der Name Ikarus der Inbegriff für einen Omnibus, denn der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) hatte für den Bedarf in den Ostblockstaaten Ikarus aus Ungarn für die Produktion von Omnibussen auserkoren. Alle Staaten bestellten bei den Ungarn, selbst die, die eine eigene, aber kleine Busproduktion hatten, wie beispielsweise die Polen, Rumänen, Bulgaren oder Tschechoslowaken. Mit zeitweise bis zu 12.000 Omnibussen waren die Ungarn über viele Jahre die heimlichen Bestseller im internationalen Busmarkt. Im Westen wurde aber mangels der Präsenz der Busse davon aber kaum Notiz genommen. Der Ikarus 55 hingegen sorgte für Aufsehen, weil nicht nur das Design ungewohnt war, sondern auch die selbsttragende Bauweise im Ostblock noch relativ unbekannt war. Neue Maßstäbe setzte man bei Ikarus auch hinsichtlich der Ausstattung, die sich wie die Linienführung an westeuropäischen Standards orientierte. Das als Reise- und Linienbus konzipierte Fahrzeug wurde von einem Sechszylinder-Dieselmotor des ungarischen Herstellers Csepel angetrieben. Aus einem Hubraum von 8.275 Kubikzentimetern schöpfte man eine Leistung von 145 PS, die je nach Übersetzung eine Höchstgeschwindigkeit von 60 bis 95 km/h erlaubte. Nicht wegen der Leistung, sondern eher wegen der optischen und akustischen Wahrnehmung erhielt der Ikarus 55 bzw. 66 den Beinamen Rakete aus Ungarn. Der Motorraum, der durch zwei große und zu beiden Seiten weit zu öffnende Dreh-/Klapptüren gut zugänglich war, befand sich hinter dem Fahrgastraum, was die Linienführung noch markanter machte. Insgesamt wurden von der ehemaligen DDR zusammen mit der Reisebusvariante Typ 55 weit über 8.000 Fahrzeuge dieser Baureihe in verschiedenen Ausstattungen und Ausführungen importiert. Die Serienfertigung des Ikarus 66 und 55 begann 1955 und war für die folgenden 15 Jahre die Stütze des Unternehmens. Im Jahr 1973 wurden die Busse durch die Baureihe 200 und die Baumuster 255 und 266 abgelöst. Wie Brekina auf der Messe mitteilte, soll der neue Modellbus voraussichtlich im Juli lieferbar sein. Gleich fünf Varianten des Reisebusses kündigen die Teninger Modellmacher an: Drei neutrale Farbdekorationen (weiß/rot, weiß/brilliantblau, hellelfenbein/purpurrot und eine Deutsche Post Studiotechnik-Variante sowie eine NVA-Ausführung samt Dachgepäckträger. Mehr zum neuen Ikarus 55 von Brekina dann in Kürze im ausführlichen Messebericht.

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