Thomas Built Buses bereitet die nächste Generation des vollelektrischen Saf-T-Liner C2 Jouley-Schulbusses vor. Foto: Daimler

Das Low-No Program der Federal Transit Administration und die 5,25 Milliarden US-Dollar des Infrastructure Investment and Jobs Act beflügelt aktuell den Markt der Elektrobusse in den USA. Vor zwei Jahren begann das statistische Erfassen von Zero-Emission-Buses, landesweit sind aktuell 3.533 Elektrobusse erfasst – ein Anstieg von 27 % seit der Zählung im Jahr 2020, wie Calstart, ein nationales gemeinnütziges Konsortium recherchiert hat.

Spannend ist in diesem Zusammenhang eine Pressemitteilung von Meritor, weltweit im Geschäft mit Antriebs-, Mobilitäts-, Brems-, Ersatzteil- und Elektroantriebslösungen für Nutzfahrzeuge aktiv, die scheinbar voller Stolz noch von Daimler Trucks North America und Thomas Built Buses bekanntgeben, dass man den integrierten ePowertrain Blue Horizon 14Xe für den vollelektrischen Saf-T-Liner C2 Jouley-Schulbus der nächsten Generation von Thomas Built Buses (TBB) liefern wird. Der geplante Vertrag habe eine Laufzeit von fünf Jahren und soll im Januar 2024 beginnen.

Die nächste Generation? Im boomenden Markt der Elektromobilität wird Thomas Built Buses also noch einmal nachlegen, wenn jetzt Grundlagen geschaffen werden, um den batterielektrischen Saf-T-Liner C2 Jouley-Schulbus entsprechend zu motorisieren bzw. mobilisieren. Kendra Eads, Vice President of Engineering and Technology bei TBB, stützt diese Vermutung mit der Aussage: “Die Vielseitigkeit und Robustheit des integrierten 14Xe ePowertrain ist eine großartige Ergänzung für den vollelektrischen Jouley der nächsten Generation.”

Und weiter: “Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit unseren Kollegen von Meritor bei der Integration des 14Xe und darauf, den Schulbezirken im ganzen Land noch mehr Effizienz zu bieten.” Noch mehr Effizienz ist ein Hinweis auf ..? Bei Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit scheinen die Ingenieure und Entwickler von TBB noch einmal nachgelegt zu haben. Technische Details gab es auf Nachfrage weder von Meritor, noch von TBB oder Daimler Trucks North America.

2017 hatte die nordamerikanische Daimler Tochter Thomas Built Buses einen vollelektrischen Schulbus für die Serienproduktion vorgestellt. Der Saf-T-Liner C2 Jouley kann bis zu 81 Kinder in den USA zur Schule bringen – sicher, leise und lokal emissionsfrei. Anfangs war von einer 160kWh Batterie die Rede, die eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern ermögliche. Bei Bedarf sollten zusätzliche Batterie-Module für eine größere Reichweite sorgen.

Um im Bereich der Elektromobilität neue Impulse zu bekommen, ist Daimler mit Proterra eine strategische Partnerschaft eingegangen, wie Martin Daum auf der IAA 2018 erklärte. Aus der Zusammenarbeit mit Proterra erwarte man zusätzliche Impulse für die Entwicklung von schweren elektrischen Nutzfahrzeugen, so Daum. Und weiter: Man können sich bei der Schlüsseltechnologie der Batterie noch breiter aufstellen – auch in Hinblick auf Nordamerika.

Die Batterietechnologie des Jouley von TBB stammt aus der Kooperation mit dem kalifornischen Unternehmen Proterra und verfügt über eine Gesamtenergiekapazität von 220 kWh und eine geschätzte Reichweite von 134 Meilen (über 200 km). Außerdem wird eine DC-Schnellladearchitektur als Standardausstattung mit angeboten. Der lokal-emissionsfreie Jouley kann, wenn er entsprechend ausgerüstet bestellt wird, dann auch innerhalb von rund drei Stunden mit dem optionalen Proterra 60 kw Schnellladesystem geladen werden. Und Dank der Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) elektrische Energie wieder zurückspeisen.

Welche Auswirkung die jetzt kommunizierte Zusammenarbeit mit Meritor haben wird, dürfte mit ersten Informationen des vollelektrischen Saf-T-Liner C2 Jouley-Schulbusses der nächsten Generation von Thomas Built Buses oder Daimler Trucks North America kommuniziert werden. Ein Grund, warum Daimler seinerzeit eine strategische Partnerschaft mit Proterra eingegangen war, dürfte der Antriebsstrang samt passender Batteriesysteme gewesen sein. Für die bisher noch recht kleinen Auftragsvolumen an elektrischen Schulbussen lohnte es sich nicht, ein eigenes System zu entwickeln. (DaimlerTruck/DaimlerTrucksNorthAmerica/Meritor/Proterra/ThomasBuiltBuses/PM/omnibus.news/Sr)

Teilen auf: