
Die FIAA startete 1992 und gehört heute fest in den Kalender der europäischen Busindustrie. Foto: FIAA; Montage: omnibus.news
Die FIAA ist heute eine feste Größe im europäischen Buskalender. Vom 22. bis 24. September 2026 trifft sich die Branche wieder in Madrid zur 16. Ausgabe der „Feria Internacional del Autobús y del Autocar“. Mehr als 110 Aussteller sind angekündigt, die internationale Beteiligung soll gegenüber der vorherigen Ausgabe um 50 Prozent wachsen. Thematisch stehen unter anderem Elektrifizierung, Digitalisierung und die Zukunft des öffentlichen Verkehrs im Mittelpunkt. Dabei war die FIAA nicht immer die internationale Plattform, als die sie sich heute präsentiert.
Ihre Geschichte reicht bis 1992 zurück. Seitdem hat sich die Messe gemeinsam mit der spanischen und europäischen Busindustrie entwickelt – vom Treffen der heimischen Fahrgestell- und Karosseriehersteller bis zum internationalen Branchenschaufenster. Die erste FIAA fand 1992 in Madrid statt. Das Konzept war zunächst stark auf den spanischen Markt und dessen Hersteller ausgerichtet: Fahrgestellhersteller, Karosseriebauer und Zulieferer präsentierten ihre Produkte und Neuheiten. Aus diesem zunächst überschaubaren Branchentreff entwickelte sich in den folgenden Jahren eine regelmäßige Fachmesse.
Die Entwicklung des spanischen Busbaus spielte dabei eine wichtige Rolle. Unternehmen wie Irizar, Castrosua, Beulas, UNVI, Sunsundegui oder Ayats machten Spanien zu einem bedeutenden Standort für Bus- und Reisebuskarosserien. Schon in den 1990er-Jahren wuchs die Veranstaltung deutlich. Bei der IV. FIAA 1998 präsentierten sich 178 Unternehmen auf 15.320 Quadratmetern. Mehr als 10.000 Besucher kamen nach Madrid, darunter 7.681 Fachbesucher. Die Messe hatte damit bereits eine Größenordnung erreicht, die über einen rein nationalen Branchentreff hinausging.
In den 2000er-Jahren wurde die FIAA zunehmend international. Hersteller, Karosseriebauer und Zulieferer aus anderen europäischen Ländern kamen hinzu. Gleichzeitig nutzten immer mehr Unternehmen die Messe für Neuheiten und Premieren. Ein wichtiger Bestandteil der FIAA waren und sind dabei die spanischen Karosseriebauer. Der spanische Markt besitzt eine Besonderheit: Neben den Herstellern kompletter Fahrzeuge spielen Unternehmen, die Fahrgestelle mit eigenen Aufbauten versehen, traditionell eine große Rolle.
2012 feierte die FIAA ihr 20-jähriges Bestehen. Die elfte Ausgabe brachte 181 Unternehmen aus 18 Ländern nach Madrid. 9.744 Fachbesucher aus 51 Ländern wurden gezählt. Damit war endgültig sichtbar, dass sich die FIAA zu einer internationalen Veranstaltung entwickelt hatte. Die Messe war nicht mehr nur Schaufenster für den spanischen Busbau, sondern wurde auch für ausländische Hersteller und Zulieferer interessant. Zwei Jahre später, 2014, überschritt die Besucherzahl erneut die Marke von 10.000 Fachbesuchern. 168 Unternehmen beteiligten sich an der zwölften Ausgabe.
Mit der XIII. FIAA 2017 spiegelte sich auch der technische Wandel der Branche immer stärker auf dem Messegelände wider. Neben klassischen Dieselbussen rückten alternative Antriebe, Effizienz, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte zunehmend in den Mittelpunkt. Gleichzeitig erinnerte eine Ausstellung historischer Omnibusse daran, wie weit sich die Fahrzeugtechnik inzwischen entwickelt hatte. Die FIAA war damit nicht mehr nur eine klassische Fahrzeugmesse. Sie wurde zunehmend auch zum Forum für die Fragen, die den öffentlichen Verkehr der kommenden Jahre bestimmen sollten.
Dann kam die Pandemie – und mit ihr eine Zäsur für die gesamte Busbranche. Die XIV. FIAA fand vom 18. bis 21. Oktober 2022 statt. Mehr als 70 Unternehmen aus 15 Ländern waren vertreten, 7.023 Fachbesucher kamen nach Madrid. 15 Prozent der Besucher stammten aus dem Ausland. Die Zahlen lagen damit deutlich unter den Werten früherer Ausgaben. Das war allerdings weniger eine Frage der Attraktivität der Messe als vielmehr Ausdruck der tiefen Krise, die der Bus- und Reisebusbranche nach den Corona-Jahren noch in den Knochen steckte.
Für die Branche war die FIAA 2022 deshalb vor allem ein Neuanfang. Wie schnell sich der Markt anschließend erholte, zeigte die XV. FIAA im Oktober 2024. 100 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Messe belegte rund 38.700 Quadratmeter, und 11.045 Fachbesucher kamen nach Madrid. Gegenüber 2022 bedeutete das ein Besucherplus von 57 Prozent. Besonders stark entwickelte sich die internationale Beteiligung: Die Zahl der internationalen Besucher stieg laut IFEMA um rund 80 Prozent.
Die FIAA 2024 war damit mehr als eine Rückkehr zur Normalität. Sie zeigte auch, dass der spanische Busmarkt wieder deutlich an Dynamik gewonnen hatte. IFEMA bezeichnete die Messe als wichtigste Veranstaltung der Straßenpersonenverkehrsbranche in Südeuropa. Unter den Ausstellern waren Fahrzeughersteller, Chassisanbieter, Karosseriebauer sowie Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Sicherheit und Zulieferindustrie. Die XVI. FIAA führt diese Entwicklung nun weiter. Für die Ausgabe vom 22. bis 24. September 2026 meldet IFEMA mehr als 110 Aussteller.
Zu den angekündigten Herstellern und Marken zählen unter anderem Irizar, Daimler Buses mit Mercedes-Benz und Setra, Iveco, Yutong, BYD, Higer, Otokar, Indcar, Karsan, Temsa, Solaris und Anadolu Isuzu. Damit hat sich auch das Gesicht der FIAA verändert. Wo einst vor allem Fahrgestelle und klassische Reisebusse im Mittelpunkt standen, geht es heute um Elektromobilität, alternative Antriebe, Ladeinfrastruktur, Digitalisierung, Sicherheit, Flottenmanagement und neue Formen des öffentlichen Verkehrs.
Die Geschichte der FIAA ist damit auch ein Spiegelbild der Busindustrie. Aus einer zunächst national geprägten Messe ist innerhalb von 34 Jahren ein internationaler Treffpunkt geworden. Der spanische Busbau ist dabei weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung – gleichzeitig hat die FIAA ihre Türen für Hersteller und Zulieferer aus aller Welt geöffnet. Und auch die Themen haben sich verändert: Vom Fahrgestell zum Elektrobus, vom Karosseriebau zur digitalen Fahrzeugplattform und vom klassischen Linienverkehr zur vernetzten Mobilität.
Die FIAA 2026 zeigt damit nicht nur, was die Busindustrie heute baut. Sie zeigt auch, wohin sich der Straßenpersonenverkehr in den kommenden Jahren entwickeln könnte. (IFEMA/FIAA/omnibus.news/PM/Sr)
1992: Erste FIAA in Madrid
1998: 178 Unternehmen und mehr als 10.000 Besucher
2000er-Jahre: zunehmende Internationalisierung und zahlreiche Fahrzeugpremieren
2012: 181 Unternehmen aus 18 Ländern, 9.744 Fachbesucher
2014: erstmals wieder mehr als 10.000 Fachbesucher
2017: 13. Ausgabe und zunehmender Fokus auf alternative Antriebe und neue Mobilität
2022: Neustart nach der Pandemie mit 7.023 Fachbesuchern
2024: 100 Aussteller und 11.045 Fachbesucher – 57 Prozent mehr als 2022
2026: 16. FIAA mit mehr als 110 Ausstellern und deutlich wachsender internationaler Beteiligung