Auch dieses Design stand in der engeren Auswahl für die neue Urbino-Baureihe. Grafik: StudioFT/Solaris

Noch ein Entwurf für die neue Urbino-Baureihe, der es bis zur endgultigen Auswahl schaffte. Grafik: StudioFT/Solaris

Keine Frage, wer die Entwurfe des Designer Jens Timmich von StudioFT für die neue Urbino-Generation sieht, der muss der Aussage des Designers, dass Solaris hat als erster Hersteller das Design für den Linienbus emotionalisiert hat, zustimmen. Das Design des Urbino war bei der Weltpremiere auf der IAA 2014 das Gesprächsthema, kaum ein Linienbus hatte bei seinem ersten Auftritt so polarisiert. Designer Jens Timmich hat mit dem Urbino eine neue Ära bei der Gestaltung von Linienbussen eingeleitet. Die asymmetrische Front ist nach wie vor die markante Gestaltungs-Linie der Urbino-Baureihe, das war schon bei der ersten Generation der Fall. Design ist bei Solaris aber mehr als nur eine formschöne Gestaltung, wie der Designer erklärt: „Die schräge Front erlaubt einen besseren Ausblick.“ Die Dachkante beispielsweise übernimmt die Funktion einer Blende und sorgt dafür, dass die auf dem Dach montierten Komponenten nicht sichtbar sind. Die Zeit der undefinierten Flächen ist vorbei, bei Solaris ersetzte man sie durch gestaltete Formen und liebevolle Details.

Das Design der aktuellen Urbino-Baureihe von Solaris stammt von Jens Timmich von Studio FT. Zeichnung: Timmich/Studio FT; Foto: Schreiber

Jens Timmich, hier in seinem Berliner Studio, zeichnet sich für das Design aller Solaris-Omnibusse und -Bahnen verantwortlich. Foto: Schreiber

„Klare Linien begeistern uns. Je klarer, je besser!“, so Timmich im Gespräch mit omnibus.news. Die runden Formen der ersten Solaris-Busse erhielten eine geschärfte Linienführung und damit ein dynamischeres Design. Einzelne Formen grenzen sich heute deutlicher voneinander ab. Ganz anders die grundlegende Design-Philosophie: „Kunden schätzen Kontinuität“, versichert der kreative Kopf. Kunden identifizieren sich mit dem Design einer Marke. Sie würden es sogar als wichtige Eigenschaft schätzen und sich bei der Kaufentscheidung davon leiten lassen. Ein gutes Produkt verdient auch ein gutes Design, beides bedingt sich gegenseitig. Solaris bleibt Solaris. Gutes Design ist kein Widerspruch zu guter Funktionalität, wie beispielsweise auch die Skin-on-Skin-Montage zeigt: Effizientere Produktionsprozesse gehen mit Servicefreundlichkeit Hand in Hand. Das galt auch für die kreative Phase des Entwerfens: Hier war Solange Olszewska als Vorstandsvorsitzende von Solaris die ganze Zeit im Austausch mit Jens Timmich, wie der Designer berichtet. Aus zehn Entwürfen hat sie das endgültige Design ausgewählt. Mehrere Preise für das Design des neuen Urbino bestätigen, dass Design sein muss.

Design ist auch das, was man nicht sieht, wie beispielsweise ein Blick auf die Türsituation der Urbino-Baureihe zeigt. Grafik: Studio FT/Solaris

Und es bleibt – zumindest im Bereich eines Linienbusses – meist nicht bei nur einem Fahrzeug, ganze Familien sind zu gestalten… Grafik: Studio FT/Solaris

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