
Design auf den punkt als Souvenir in der World of Volvo. Foto: Schreiber
Im hauseigenen Shop der World of Volvo in Göteborg finden sich zahlreiche Modellfahrzeuge. Neben Miniaturen verschiedener Hersteller haben die Schweden auch selbst ein Modell aufgelegt: einen kleinen Elektrobus aus Holz, der mit seiner bewusst reduzierten Formensprache auffällt. Die World of Volvo versteht sich nicht nur als Ausstellung und Erlebniszentrum, sondern ausdrücklich auch als Ort für Design und eine eigene exklusive Kollektion.
Die Idee für die ungewöhnliche Bussilhouette entstand während eines Gesprächs zwischen Ivar, einem Industriedesigner, und Nigel, einem Grafikdesigner im Volvo Design Studio. Ihre Überlegung: Wie weit lässt sich die Form eines Busses reduzieren, ohne dass dabei seine Identität verloren geht? Aus dieser Frage entwickelte sich eine klare Vision – ein Modell, das mit möglichst wenigen Linien und Flächen die Essenz der Volvo-Designsprache einfängt.
Weniger ist mehr. Das geflügelte Wort ist ein bewusstes Paradox. Streng genommen kann „weniger“ natürlich nicht „mehr“ sein. Gerade dieser Widerspruch macht die Aussage so prägnant. Gemeint ist nicht, dass weniger grundsätzlich besser wäre. Vielmehr kann durch das Weglassen des Überflüssigen das Wesentliche stärker hervortreten. Für das Design bedeutet das: Ein schlichtes, gut proportioniertes Objekt kann ausdrucksstärker und eleganter wirken als ein Produkt, das mit Details, Linien und Verzierungen um Aufmerksamkeit konkurriert.
Volvo selbst beschreibt seine skandinavische Designsprache ähnlich: Funktionalität, menschliche Interaktion und ein verantwortungsvoller Umgang mit Materialien stehen im Mittelpunkt; die klare Form soll nicht Selbstzweck sein, sondern aus Funktion und Gestaltung entstehen. Genau dieses Prinzip scheint auch bei dem kleinen Holzbus zum Tragen zu kommen. Die Silhouette ist minimalistisch – und dennoch lässt sich der Volvo auf Anhieb erkennen.
Auf der Umverpackung heißt es, die Gestaltung sei mit derselben Sorgfalt und Liebe zum Detail gefertigt worden wie die Fahrzeuge, die Volvo täglich entwirft und baut. Das Modell verstehe sich als Hommage an das Design-Erbe der Marke. Und offenbar kommt die reduzierte Formensprache an: Das kleine Modell verkauft sich gut, wie Marianne gegenüber omnibus.news erklärt. Vielleicht liegt gerade darin sein Reiz. Der Modellbus versucht nicht, ein großes Fahrzeug möglichst detailgetreu zu verkleinern.
Er konzentriert sich auf das, was Volvo als Marke ausmacht – die charakteristische Silhouette, die Proportionen und die klare Form. Nicht die Menge entscheidet über die Qualität, sondern die Auswahl. Oder, um es mit dem bekannten geflügelten Wort zu sagen: Weniger ist mehr. Und genau das haben die Schweden bei ihrem kleinen Elektrobus beherzigt. (Volvo Buses/omnibus.news/Sr)