Mit einem speziellen Messgerät kontrolliert Dieter Schmidt die Beinfreiheit im Vier-Sterne-Bus. Foto: GBK

Seit mehr als 40 Jahren der Maßstab: Die Klassifizierung der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) steht für ein authentisches Qualitätsversprechen, dessen Einhaltung regelmäßig von neutralen Prüfern überwacht wird. Dieter Schmidt klappt sein Messgerät aus und bringt es zwischen zwei Sitzen in Position. Die Wasserwaage und die Skala auf dem Gerät zeigen dem Sachverständigen vom TÜV Süd an, dass der Reisegast in diesem Bus der Firma Pflieger in Böblingen auf der waagerechten Höhe von 62 Zentimetern eine Beinfreiheit von mindestens 74 Zentimetern genießt. „Damit erfüllt das Fahrzeug eine der zentralen Bedingungen für den Sitzkomfort im Vier-Sterne-Bus“, stellt Schmidt fest, nachdem er jede Sitzreihe überprüft hat. Das Gütezeichen RAL Buskomfort bekommt das Fahrzeug aber erst, wenn sich der Prüfer auch davon überzeugt hat, dass sich die Rückenlehnen in eine bequeme Liegeposition bringen lassen und neben der Klimaanlage und der Kaffeemaschine auch die Toilette und die Lautsprecheranlage voll funktionsfähig sind. Etwa eine halbe Stunde dauert die Prüfung auf der Basis eines Kontrollbogens mit mehr als 20 Kriterien. Der Sachverständige begutachtet Armlehnen, Fußstützen und Fahrgastische und testet die Nachtbeleuchtung sowie die Heizung und den Kühlschrank. Und sein kritischer Blick sucht die Polsterungen nach Schmutzflecken und die Karosserie nach Blechschäden oder Roststellen ab. „Denn die Sterne bekommen nur Busse, die auch in einem guten Pflegezustand sind“, betont Dieter Schmidt. Bundesweit haben fast 500 gbk-Mitglieder mehr als 660 Busse in ihrem Fuhrpark, die den Standard dieser First-Class erfüllen. Alle rund 1.000 Reisebusse, die von der gbk mit drei, vier oder fünf Sternen klassifiziert sind, werden regelmäßig von Mitarbeitern des TÜV, der Dekra oder anderen unabhängigen Prüforganisationen in Augenschein genommen. „Mit dem neuen Design positionieren wir unsere Sterne noch stärker als RAL Gütezeichen“, erklärt Hermann Meyering. „Denn seit seiner Gründung im Jahr 1975 arbeitet unser Verband erfolgreich mit dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) zusammen“, freut sich der gbk-Vorsitzende. „Und dank dieser Kooperation sind die Bus-Sterne ein geschütztes Markenzeichen.“ Weshalb die gbk gegen den Etikettenschwindel mit abgelaufenen oder selbst kreierten Sternen vorgeht. Im Jahr bearbeitet der Verband mehr als 100 Fälle, in denen Busunternehmer mit falschen Sternen werben. Meyering: „Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zum Verbraucherschutz.“ Der RAL hat nicht nur etwa 2.300 Farbtöne definiert und mehr als 12.000 umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Schon 1925 wurden die ersten RAL Gütezeichen vergeben. Inzwischen sind sie in fast allen Lebensbereichen anzutreffen – in den Garten- und Baubranchen, im Konsumgüterbereich und zunehmend bei Dienstleistungen. „Rund 10.000 Unternehmer, die in etwa 130 RAL Gütegemeinschaften organisiert sind, bieten anspruchsvollen Verbrauchern eine vertrauenswürdige Orientierungshilfe bei der Suche nach hochwertigen Produkten, die nicht nur den gesetzlich geforderten Standards genügen“, erklärt RAL-Geschäftsführer Thomas Roßbach. „Das System der RAL Gütesicherung  garantiert, dass die Kriterien für die Vergabe von Gütezeichen unabhängig und objektiv festgelegt werden und neutrale Einrichtungen ihre Einhaltung regelmäßig überwachen.“

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