
Denza schickt in Europa den D9 als Premium-Van mit PHEV-Antrieb auf die Straße. Foto: BYD

Alles an Bord, der D9 spielt mit dem Thema Business Class. Foto: BYD

Reichlich Leder und ein wertiges Infotainmentsystem gehören beim D9 zur Basisausstattung. Foto: BYD
Nach der Meldung über den VLE von Mercedes-Benz (hier klicken), der zweifelsohne ein optisches Statement ist und selbstbewusst im Segment der Vans auch im Reich der Mitte mitspielen möchte, erreichten omnibus.news mehrere E-Mails mit Verweis auf die Kooperation von Mercedes-Benz mit BYD. Ja, beide Marken haben ein spannendes Fahrzeug vorgestellt, doch das gemeinsame Miteinander, das auf der Beijing Auto Show 2012 als Shenzhen Denza New Energy Automobile Co., Ltd – so der offizielle Name der Marke, die damals beiden Autofirmen zur Hälfte gehörte, währte nicht lang.
Das eingetragene Kapital lag bei rund einer Milliarde Euro, ganz gering hingegen waren die Erfolge. Im Jahr 2021 reduzierte Mercedes-Benz seine Denza-Anteile auf zehn Prozent, im Juli 2024 war man dann ganz raus. Nachdem sich Mercedes-Benz von Denza getrennt hatte, übernahm BYD das Ruder. Und die Chinesen machten aus Denza eine eigene Premium-Marke, die schnell erste Verkaufserfolge feierte. Mit dem D9 dürfte das fortgeschrieben werden, selbst wenn die Typenbezeichnung schlicht und einfach ist. Das, was der D9 von Denza bietet, ist hingegen alles andere als schlicht und einfach.
Und irgendwie seien da doch gemeinsame Gene zum VLE zu finden, wie viele Leser der omnibus.news schrieben. Stimmt, als Mercedes-Benz nach über einem Jahrzehnt ausstieg, war der D9 schon längst entwickelt. Nicht mehr die Limousine ist es, die in Asien im Premiumsegment gefahren wird, sondern der Van. Warum? Weil Raum in den dichtgedrängten Millionenmetropolen im Reich der Mitte mittlerweile der wahre Luxus ist! Und Luxus bieten VLE wie D9 auf hohem Niveau, keine Frage! Auch wenn die direkte Kooperation zwischen Mercedes-Benz und BYD im Bereich des Elektro-Vans bzw. auch Elektroautos und das Joint Venture namens Denza beendet wurde, das Miteinander spürt man beim D9 und VLE.
Den Chinesen geht es, wie den Schwaben, um Glanz und Gloria. Einen ersten Ausblick auf den D9 gab Denza auf der IAA Mobility vor drei Jahren, im Rahmen der Messe eröffnete Denza ihren ersten Standort in Europa. Der Sieben-Sitzer der BYD-Premiummarke punktete damals schon mit hohem Innenraumkomfort, modernen Displays und wurde für 2025 für den europäischen Markt angekündigt. Dass nun ausgerechnet der D9 wohl zum größten Wettbewerber für den VLE wird, entbehrt nicht einer gewissen Brisanz, denn er entstand mit tatkräftiger Hilfe aus Stuttgart…
Und ja, der Preis wird eine Kampfansage sein, wenn man sieht, was dafür geliefert wird: Elektrische Schiebetüren in der Grundausstattung erleichtern den Ein- und Ausstieg, das DiSus-C System (adaptives Dämpfungssystem) sorgt dafür, dass Unebenheiten fast unmerklich weggefiltert werden, eine Massagefunktion in den Sitzen sind auch ein Zeichen, dass Komfort in allen Bereichen an Bord ist. Um in der Spitzenklasse mitfahren zu können, gibt es noch reichlich Leder und ein wertiges Infotainmentsystem. In Deutschland starte der D9 als Plug-in-Hybrid, so Denza.
Jetzt lud die Premiummarke von BYD mit etwas Verspätung nach Paris ins Palais Garnier und kommunizierte vor historischer Kulisse den Leitgedanken „Technology Drives Elegance“ von Denza. Drei Versionen eines Plug-in Hybrid auf Basis eines 1,5-Liter-Benziners mit bis zu 407 PS sind im Angebot. Mit bis zu 80 kW wird geladen, in Summe ließen sich so vierstellige Reichweiten problemlos darstellen, wie Denza erklärte. Denza zeigte in Paris jetzt den D9 und kündigte rein elektrische Reichweite von über 200 Kilometern für den PHEV-D9 an.
Als kombinierte Reichweite wurden in Paris über gute 900 Kilometer bei voller Batterieladung und vollem Benzintank genannt. Warum der D9 in Deutschland nicht vollelektrisch wie in China, sondern ausschließlich als Plug-in-Hybrid starte, erklärte man hingegen nicht. Dafür gab es klare Worte für das, was deutsche Autokäufer lieben: Service und Support werde es deutschlandweit an sehr vielen Standorten geben, aktuell würde ein entsprechendes Händlernetz aufgebaut werden. Auch BYD-Vizechefin Stella Li war zum Event angereist.
Sie erläuterte die Philosophie der Marke: „“Technology Drives Elegance“ ist die Definition des neuen Premium-Konzepts von Denza: Hier schafft fortschrittliche Technologie, die nahtlos in den Alltag integriert ist, ein saubereres, einfacheres und angenehmeres Fahrerlebnis.“ Stimmt, der Denza D9 bietet viel Luxus in seinem Segment für relativ wenig Geld, wenn man Wettbewerbsfahrzeuge in Betracht zieht. Denza will sich als neue Benchmark im Premium-Segment auch im Van-Segment etablieren und dürfte eine echte Alternative für anspruchsvolle Kunden werden. (Denza/omnibus.news/Sr)