Mit dem so genannten Winterpaket trotzen die Solaris Urbino-Busse auch extremer Kälte. Foto: Solaris

Solaris-Busse durchstreifen die Straßen in den kältesten Winterregionen Europas, wie die Polen jetzt mitteilen. Und das durchaus an extremen Standorten – ob Finnland oder Tiroler Alpen, überall dort, wo niedrige Temperaturen dem Betreiber den Alltag nicht gerade leicht machen, garantieren Solaris-Busse mit einem zusätzlichen Winterpaket die tägliche Fahrt. Kaum 100 Kilometer vom Polarkreis entfernt und mit dem grün flackernden Polarlicht im Hintergrund fahren die Solaris-Busse durch die eisige Luft. Luleå ist der am nördlichsten gelegene Ort, in dem die Solaris-Busse anzutreffen sind. In dieser malerischen schwedischen Stadt dauert der Tag knapp über drei Stunden, während die Lufttemperatur sechs Monate im Jahr nicht über 0°C steigt. Dieses arktische und besonders strenge Klima ist jedoch kein Hindernis für Solaris-Busse, die mit dem sog. skandinavischen Paket ausgestattet sind. Dabei handelt es sich, nicht mehr und nicht weniger, um mehrere Ausstattungselemente und Dämmkomponenten, die so ausgelegt sind, dass das Fahrzeug dem Winter die Stirn bieten kann und Fahrgästen und dem Fahrer einen Reisekomfort gewährleistet wie auch – nicht minder wichtig – weniger Energie verbraucht. Zwar gibt es nur wenige Städte auf der Solaris-Karte, die so nahe am Polarkreis liegen, wie beispielsweise Umeå und Skellefteå in Schweden oder Trondheim in Norwegen, doch sind alle Fahrzeuge, die in Dutzenden von Groß- und Kleinstädten auf der skandinavischen Halbinsel verkehren, darauf ausgelegt, ihre Strecken auch bei den frostigsten Temperaturen zu bewältigen. Bei jedem von über 1.000 der „nördlichen“ Urbino sind die Seitenwände und die Decke zum Schutz vor Wärmeverlust doppelt gedämmt. Darüber hinaus erhielt auch das Fahrgestell im Bereich der Radhäuser eine zusätzliche Dämmschicht. Auch die Seitenscheiben sind doppelverglast. Der Boden in Bussen für Skandinavien wird zusätzlich konserviert, damit die Feuchte die Bodenstruktur nicht beeinträchtigt. Die extremen Straßen- und Wetterbedingungen erfordern auch die Montage zusätzlicher Anschlüsse im Busboden, die eine Nachladung von Akkus über Nacht ermöglichen. Die Verkehrsbetreiber aus dem weiten Norden entscheiden sich oft auch für den Einbau einer Bodenheizung. Zur Standardausstattung gehören hingegen beheizbare Spiegel und eine beheizbare Seitenscheibe auf der Fahrerseite. Wegen der schnell hereinbrechenden Dämmerung in Wintermonaten wählen die Kunden auch eine zusätzliche Beleuchtung über den Türen. Für den Fall starker Schneefälle und für bessere Bodenhaftung sind die Räder aller Urbino in skandinavischen Ländern mit speziellen Haltern für Schneeketten ausgerüstet. Einen zusätzlichen Schutz vor Schnee bieten auch Bürsten, die an Radhäusern montiert werden. In Schweden, Norwegen oder Finnland können Temperaturen sogar auf -40°C sinken, was beim Starten des Motors problematisch sein kann. Die bei Solaris-Bussen eingesetzten Motoren kommen zwar mit frostigen Temperaturen von bis zu -25 °C zurecht, doch die Einheiten, die in die in Schweden sehr beliebten CNG-Bussen eingebaut werden, brauchen zum Starten mindestens -12°C. Die Schweden lösen dieses Problem durch den Einsatz einer Wasserheizung im Betriebshof. An der Front des Busses wurde ein Anschluss an ein Warmwasseraustauscher platziert, der die Flüssigkeit des Motorkühlsystems und damit auch den Motor und das Heizungssystem des Fahrzeugs erwärmt. So können Fahrer und Fahrgäste ihren Tag in angenehmer Wärme beginnen. In Norwegen sind hingegen Motorvorwärmer gängiger, die die Temperatur der Kühlflüssigkeit und des Motoröls erhöhen. Jeder Bus besitzt natürlich auch eine konventionelle Heizung, die in nordischen Ländern über eine höhere Heizleistung verfügt. Das strenge, frostige Klima ist auch kein Hindernis für Batteriebusse Urbino electric, von denen 15 Stück auf den Straßen der skandinavischen Länder im Einsatz sind. Sie werden mit ähnlichen Lösungen wie Dieselbusse von Solaris ausgestattet und sind genauso zuverlässig. Gerüchten zufolge werden sie in Oslo auf den anspruchsvollsten Strecken eingesetzt. Die Batteriebusse in Tampere in Finnland verkehren vorwiegend auf Pflasterstraßen in der Stadtmitte. Der in der Nähe gelegene See und der Fluss tragen zu einer höheren Luftfeuchtigkeit bei. Und eben wegen der Feuchtigkeit, die die Stadtbewohner an frostigen Tagen besonders zu spüren bekommen und die auch zu Problemen bei der Ladung von Busbatterien führen kann, werden die Pantographen von Urbino electric beheizt. Bildung von Eis an elektrischen Verbindungen könnte nämlich den Pantographen beschädigen, daher werden nicht nur seine mobilen Komponenten und Elektroanschlüsse, sondern auch die Schienen, auf denen der Kontaktkopf sich bewegt, beheizt. Um die Auswirkung des winterlichen Klimas auf den Betrieb von Batteriebussen noch weiter einzuschränken entschied sich die Stadt auch für die Bodenheizung unter der Pantograph-Ladestation. Eine interessante und untypische Thermomanagement-Lösung wurde auch im Urbino 12 electric, einem Hafenbus, der im schwedischen Hafen von Ystad pendelt, eingesetzt. Im Fahrzeug wurde eine bestimmte Temperatur programmiert, die im Innenraum vom Urbino, der seinen Einsatz frühmorgens beginnt, herrschen soll. Während der Nachladung der Batterien schaltet sich um 5:00 Uhr jeden Morgen die Standheizung oder -kühlung des Busses ein, damit der Bus zu Beginn seines Einsatzes die gewünschte Temperatur aufweist. So muss die wertvolle Energie in Batterien weder für die Heizung noch für die Kühlung des Busses und auch nicht für seine Vorbereitung für den täglichen Betrieb gebraucht werden. Die Solaris-Busse kämpfen gegen ungünstige Wetterbedingungen auch viel höher, auf Serpentinen in Tirol oder engen Gassen von Städten am Fuße der schneebedeckten Alpengipfel. Doch die landschaftlich spektakulärste Strecke, auf der man mit einem Urbino fahren kann, befindet sich in der besonders malerischen Umgebung der Alpenstadt Sölden. Die Buslinie führt zu der am höchsten gelegenen Bushaltestelle Europas am Fuße des Rettenbacher Gletschers auf einer Höhe von 2.675 m ü. d. M. Diejenigen, die noch nicht überzeugt sind, sind noch darauf hinzuweisen, dass die beeindruckenden Berglandschaften der Tiroler Alpen als Kulisse für Stuntman-Fähigkeiten von James Bond in dem letzten Film der Reihe „Spectre“ dienten. Solaris-Busse, durch deren Fenster die Alpenlandschaften bewundert werden können, sind für verschiedene Verkehrsbetreiber in Tirol unterwegs. In der Wintersaison werden die Busse aus Bolechowo häufig als Skibusse eingesetzt. Sie fahren Wintersport-Liebhaber in die weltweit berühmten Skigebiete rund um Schwaz oder Kufstein. Schneebedeckte Straßen werden in dieser Region reichlich mit Streusalz bestreut. Zum Schutz gegen Streusalz wird daher bei den dort eingesetzten Bussen eine Drei-Schicht-Lackierung angewandt und die EBS-Ventile im Fahrgestell werden zusätzlich konserviert. Auf allen Rädern können auch Schneeketten montiert werden. In den Alpen kann man fast jedes Model des Urbino, auch den InterUrbino, antreffen. Alle kommen auf diesen Höhen hervorragend zurecht, wie Solaris mitteilt.

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