Regiojet aus Tschechien fällt nicht nur wegen der gelben Omnibusse auf, jetzt macht das Unternehmen auch gegen Flixbus mobil. Foto: Regiojet

Das tschechische Busunternehmen Regiojet will Flixbus Paroli bieten und baut nicht nur das eigene Angebot auf der Strecke von Prag über Dresden nach Berlin deutlich aus, sondern fragt auch noch bei der Wettbewerbskommission der europäischen Union nach, ob das Handeln von Flixbus so in Ordnung sei. Seit Sommer 2017 ist Flixbus auf dem tschechischen Markt aktiv. Regiojet erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den Wettbewerber: Flixbus verkaufe die Fahrkarten auf der Strecke zwischen Prag und Brünn zu Dumpingpreisen, die günstigsten Tickets würden gerade einmal 29 Kronen (1,13 Euro) kosten. „Das ist kein Marketing mehr, sondern unlauterer Wettbewerb“, sagte Ales Ondruj, Pressesprecher von Regiojet. Die Tschechen haben deshalb die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zu einer Untersuchung aufgerufen und vor einem Gericht in Tschechien eine einstweilige Verfügung beantragt. Flixbus wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. Bei den grünen Fernbussen würde man eine dynamische Preisgestaltung praktizieren, also Preise anbieten, die der Nachfrage entsprechend generiert würden. „Wir bewegen uns immer in den gesetzlichen Grenzen, wenn wir als Neuling auf dem tschechischen Markt die Kunden mit einem attraktiven Angebot ansprechen“, sagte Flixbus-Sprecherin für Tschechien, Martina Cmielova. Regiojet wird ab Juli von Prag nach Berlin in jede Richtung je zehn Verbindungen pro Tag anbieten, wie das Unternehmen mitteilt. Außerdem sei geplant, am Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin und in Dresden eigene Verkaufsstellen einzurichten. Neben der Präsenz vor Ort wolle man im Wettbewerb um Kunden auf Extras wie beispielsweise kostenlose Getränke setzen, wie Regiojet mitteilt. Keine Frage, die gelben Omnibusse von Regiojet fallen auf. Mit dem bestimmten Auftreten gegenüber dem Fernbus-Riesen sorgen die Tschechen noch mehr für Schlagzeilen. Und vielleicht für den einen oder anderen Kunden, der für sich die Gefahr eines Monopols erkannt hat und lieber in die gelben Fernbusse einsteigt. Man darf gespannt sein, wie die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager reagiert.

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