HEAG mobilo aus Darmstadt bekommt Sileo-Eketrobusse. Foto: Sileo

“Die ersten beiden Elektrobusse sind derzeit in der Fertigung und kommen voraussichtlich im Herbst. Dennoch brauche die Umstellung der gesamten Busflotte auf Elektrofahrzeuge intensive Vorbereitungen und werde noch einige Jahre in Anspruch nehmen“, erläutert Michael Dirmeier, Technik-Chef der HEAG mobilo. Auch Darmstadt zählt zu den Städten, in denen in der Innenstadt relativ hohe CO2-Werte gemessen wurden und auch immer noch werden. Die Stadt erwägt daher ein Diesel-Fahrverbot. Der städtische Verkehrsverbund Heag-Mobilo plant nicht zuletzt vor diesem Hintergrund die Anschaffung von Elektrobussen. “Unser Ziel ist eine Umstellung der Busflotte bis 2025”, so Dirmeier weiter. Die ersten Stromer für die HEAG mobilo werden bei Sileo in Salzgitter gefertigt. Die Batterien der Elektrobusse werden über Nacht aufgeladen, es kommen Lithium-Eisenphosphat mit einer Ladeleistung von 4 bis 100 kW zum Einsatz. Ab 2019, so das erklärte Ziel der Heag-mobilo, wolle man nur noch Elektrobusse kaufen. 48,2 Millionen Fahrgäste nutzten 2016 die Busse und Bahnen der HEAG mobilo – über drei Millionen mehr als im Vorjahr. Das zeigt die Jahresbilanz der Ticketverkäufe der HEAG mobilo. Seit Jahren verzeichnet der Darmstädter Mobilitätsdienstleister steigende Fahrgastzahlen, doch auch innerhalb des anhaltenden Positivtrends in Darmstadt belegt die Konzernstatistik für 2016 ein neues Rekordniveau. „Der Zuwachs von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet für uns den größten Anstieg seit 2006 – dem Jahr der Fußballweltmeisterschaft“, erläutert Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung der HEAG mobilo die hohe ÖPNV-Nachfrage. Eine solche Dynamik sei im ÖPNV eher selten. „Gegenüber 2010 haben wir einen Fahrgastanstieg von 28 Prozent“, verdeutlicht Kalbfuss die Dimension. Wesentlich für diese positive Entwicklung seien die hohen Zuzugsraten in Darmstadt und der Region, doch auch die kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen im ÖPNV zahlen sich aus Sicht der HEAG mobilo aus. „Im vergangenen Jahr, aber auch in der ersten Jahreshälfte 2017 haben wir viel erreicht – dabei ist Einiges davon nach außen noch nicht sichtbar“, bilanziert Kalbfuss rückblickend. Die ÖPNV-Branche stehe vor umfassenden Veränderungen, die auch die HEAG mobilo beschäftigten. „Wir müssen nicht nur steigende Fahrgastströme bewältigen, sondern auch mit neuen technischen Entwicklungen Schritt halten“, skizziert Kalbfuss die Herausforderungen. „Die Ausweitung der Elektromobilität und die fortschreitende Digitalisierung im ÖPNV stellen uns vor völlig neue Aufgaben, mit denen wir uns intensiv auseinandersetzen. Gleichzeitig verändert sich aufgrund von Gesetzesänderungen der Finanzierungsrahmen für uns als Verkehrsunternehmen“, führt Kalbfuss aus. Dass sich die Kosten im ÖPNV weiter senken lassen, hält Kalbfuss für ausgeschlossen: „In unserem branchenspezifischen Benchmark erreichen wir seit Jahren einen der vorderen Plätze“. Die HEAG mobilo habe ihren Restrukturierungsprozess bereits vor vielen Jahren abgeschlossen. Steigende Anforderungen im ÖPNV seien dagegen nur mit zusätzlichen Mitteln zu bewältigen. Besonders stolz ist Kalbfuss daher auf das Jahresergebnis 2016: „Wir sind um acht Millionen Euro besser als geplant. Das hilft unseren Gesellschaftern bei der aktuellen Haushaltslage“, so Kalbfuss. Dennoch werde der Zuschussbedarf in den kommenden Jahren steigen. Grund dafür ist nicht nur das allgemein steigende Kostenniveau, sondern auch die generell steigenden Anforderungen an den ÖPNV.

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