Ola Källenius (2.v.r.), Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, auf der Jahrespressekonferenz 2020. Foto: omnibus.news

Wer hätte das gedacht: Im Corona-Krisenjahr 2020 hat Daimler hat das Geschäftsjahr 2020 in einem, nach eigenen Angaben des Konzerns “schwierigen Marktumfeld mit einem sehr starken vierten Quartal abgeschlossen”. Dies treffe insbesondere im Hinblick auf den Free Cash Flow im Industriegeschäft zu, wie es seitens Daimler heißt. Die Schwaben pflegen unter der Leitung von Ola Källenius eine als wertorientiert zu bezeichnende Unternehmensführung. Man könnte auch sagen, dass das Unternehmen von einer gewissen Börsenkultur bestimmt sei. Und irgendwie schwäbisch, wenn man an die Sparsamkeit denkt. Nach Insider-Angaben seien es besonders entfallende Geschäftsreisen oder gestrichene Präsentationen mit flankierenden Werbeaktionen sowie den entsprechenden Fahrveranstaltungen für neue Baureihen gewesen, die zusammen mit einem Personalabbau (trotz der zu zahlenden Abfindungen) jetzt unter dem Strich deutlich Kosten eingespart hätten. Zudem hätte sich im Industriegeschäft das Finanzpolster gegenüber 2019 auf 8,3 Milliarden Euro verdreifachte sich, der verordnete Sparkurs scheint dem Konzern gut zu stehen, in der Krise bleibt er krisenfest möchte man meinen. Der von Ola Källenius angekündigte und umgesetzte Sparkurs zeigt also deutlich die Wirkung, die man sich erhofft hat. Noch müssen die Zahlen durch die Prüfung, doch schon heute ist klar, dass sich Daimler dank der Einsparungen und der raschen Erholung des Absatzes vom “Corona-Schock” schneller erholt haben dürfte als erwartet, oder, um im Finanzdeutsch zu bleiben, den Gewinn stärker gesteigert hat als erwartet wurde. Daimler schließt das Jahr 2020 schließt mit einem Milliardengewinn ab. Und: Alle Geschäftsfelder hätten zu diesem Erfolg beigetragen. Als global agierendes Unternehmen sind die Zahlen auch gobal zu betrachten, selbst wenn in Deutschland die Neuzulassungen unter dem Vorjahresniveau blieben: In 2020 wurden insgesamt 204 Omnibusse weniger zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Betrachtet man auch hier wieder die Zahlen in Summe, dann stehen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in 2020 insgesamt 3.168 neu zugelassene Omnibusse von Daimler Buses den 3.372 aus dem Jahr 2019 gegenüber. Differenzierte Angaben zu den Marken Mercedes-Benz und Setra und zu den Anteilen der Linien- sowie Reisebusse machte Daimler in diesem Zusammenhang noch nicht. „Unsere strategischen Initiativen und unsere intensiven operativen Maßnahmen führen zusammen zu einer deutlichen Verbesserung der finanziellen Performance im gesamten Unternehmen. Wir haben weiterhin einen starken Fokus auf Kosten und Liquidität, während wir in allen Hauptmärkten und Geschäftsbereichen eine starke Nachfrage nach unseren Produkten verzeichnet haben. Bei Mercedes-Benz Cars und Vans konnten wir sowohl einen zunehmenden Anstieg unserer Elektroautoverkäufe als auch ein starkes Finanzergebnis im vierten Quartal verzeichnen. Bei Daimler Trucks profitieren wir von der zunehmenden Erholung des US-Markts, und in unserem europäischen Geschäft sehen wir die positiven Auswirkungen der neuenEffizienzmaßnahmen. Wir wollen die Kosteneffizienz im Jahr 2021 weiter verbessern und die Umsetzung unserer strategischen Initiativen weiter vorantreiben“, so Källenius. Als vorläufige und ungeprüfte Zahlen nennt Daimler für die Sparte Trucks and Buses als EBIT 525 Mio. Euro (bereinigt: 678 Mio. Euro). Kosteneinsparungen – etwa durch den Wegfall von Geschäftsreisen, aufwendigen Werbeaktionen und Fahrveranstaltungen für neue Modelle und auch durch Personalabbau – ließen die frei verfügbaren Mittel kräftig steigen. Daimler rechnet nun auch für das Geschäftsjahr 2021 mit einer positiven Geschäftsentwicklung, sollten nicht weitere Lockdowns nötig sein. Weitere Kennzahlen des Geschäftsjahres 2020 mit Details zur Bussparte sowie des vierten Quartals 2020 wird die Daimler AG am 18. Februar 2021 bekanntgeben. (Daimler/KBA/PM/Sr)

Teilen auf: