Dieter Zetsche bei der Vorstellung der neuen Sprinter-Generation im Februar 2018. Foto: Daimler

Insider hatten es gewusst und seit längerer Zeit machte der Konzernumbau von Daimler schon die Runde. Jetzt ist sozusagen fast amtlich, Vorstand und der Aufsichtsrat der Daimler AG haben eine divisionale Weiterentwicklung des Unternehmens beschlossen. Ziel ist es, unternehmerische Freiheiten in den einzelnen Betätigungsfeldern zu stärken. Der Konzern könnte künftig aus den drei rechtlich selbstständigen Einheiten Mercedes-Benz Pkw, Nutzfahrzeuge und Finanzdienstleistungen bestehen, erklärte das Unternehmen. Der Vorstand will zunächst einen dreistelligen Millionenbetrag in die Vorbereitungsarbeiten investieren. Um profitabel und wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse sich Daimler schnell an neue Rahmenbedingungen anpassen können, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Es dauert allerdings noch, bis der Dax-Konzern agiler wird: Ein endgültiger Beschluss wäre nach eingehender Prüfung frühestens auf der Hauptversammlung 2019 möglich. Zunächst sollen externe Berater alle rechtlichen und steuerlichen Fragen klären. Derzeit besteht Daimler aus fünf Bereichen: Daimler Financial Services, Pkw, Vans, Lkw und Busse. Alle fünf Bereichen arbeiten nebeneinander unter dem Konzerndach. Zukünftig werden die Vans der Pkw-Sparte zugeordnet, die Busse den Lkws. Die geplanten drei unabhängigen Einheiten sollen mehr unternehmerische Verantwortung bekommen, erklärte Daimler. Dadurch wolle man weiter wachsen und mehr Gewinn machen. Mit dieser Neuaufstellung ermöglicht Daimler zielgerichtete Kooperationen und Partnerschaften. Insidern zufolge könnten die drei Sparten auch eigenständige Aktiengesellschaften werden. So wären gegenseitige Beteiligungen an bzw. mit anderen Unternehmen, auch branchenübergreifend, beispielsweise durch einen Aktientausch möglich. Der Hintergrund ist klar: Auch Daimler muss in die Trends wie autonomes Fahren oder Elektromobilität und digitale Dienste investieren. Das geht mit neuen Partnerschaften relativ einfach. Und für die ist die Umstrukturierung eigentlich unumgänglich. “Im Rahmen der neuen Struktur ordnen wir mehr als 700 Gesellschaften in über 60 Ländern neu zu,” sagte Bodo Uebber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Finance & Controlling und Daimler Financial Services. Man habe das Für und Wider der neuen Struktur genau durchleuchtet und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Vorteile deutlich überwiegen. Mit der neuen Aufstellung werde Daimler seinen Fokus schärfen, unternehmerisches Handeln stärken und Größenvorteile und Synergien sichern. Die Entscheidung über die Ausgliederung wird auf der Hauptversammlung am 22. Mai 2019 durch die Aktionäre fallen.

Projekt Zukunft: Daimler will sich neu aufstellen. Grafik: Daimler

 

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