Daimler Buses ist mit dem Sparprogramm auf Erfolgskurs, wie die Zahlen in Q3/2022 zeigen. Foto: DaimlerTruck, Montage: omnibus.news

Die Daimler Truck Holding AG hat im dritten Quartal eine starke Geschäftsentwicklung über den Erwartungen geschafft und den Jahresausblick angehoben. Wer auf die Zahlen der Bussparte im Detail schaut, der sieht ein bereinigtes EBIT von 23 Mio. € (im Vorjahr Q3 2021: 6 Mio. €). Das ist ein Anstieg um 304 %!

Details zu den einzelnen Marken und Segmenten der Bussparte oder auch konkrete Zahlen kommunizierte man nicht. Dafür wurde die bereinigte Umsatzrendite (ROS) mit 2,5 % (im Vorjahr Q3 2021: 0,7 %) angegeben. Nach unerwartet starken Zahlen im dritten Quartal glänzt der Stern und Daimler Truck rechnet jetzt mit einem höheren Gewinn und Umsatz im Gesamtjahr.

Man habe von einem deutlich höheren Absatz, einer guten Preisdurchsetzung und einem starken Aftersales-Geschäft profitiert, teilte die Holding mit. Entsprechend wird die Prognose für das Konzern-EBIT auf „leichter Anstieg“ angepasst – zuvor hieß es „auf Vorjahresniveau“.

Für das Industriegeschäft erwartet Daimler Truck für das Geschäftsjahr 2022 nach wie vor eine bereinigte Umsatzrendite von 7 – 9 %. Zusätzlich wird der Gesamtjahresausblick für folgende Kennzahlen angepasst: Den Umsatz sieht Daimler Truck im Konzern bei 50 bis 52 Milliarden Euro statt bei 48 bis 50 Milliarden.

Beim Blick auf das dritte Quartal 2022 in Deutschland dürfte sich das Bus-Team um Till Oberwörder freuen: Das eCiatro von Mercedes-benz führt nach Q1 und Q2 auch in Q3 die Neuzulassungen der Elektrobusse in Deutschland an. Und bei Stadtlinien-, Überland- und  Reisebus (GVW >8t) ist man in Summe mit 53.6% der Marktführer.

Der Umsatz im Industriegeschäft soll 48 bis 50 Milliarden statt 46 bis 48 Milliarden Euro erreichen, Respekt! Da schmerzt es dann aber doch ein bisschen, dass der erwartete Gewinn u.a. auch durch das geplante massive Sparprogramm zustande kommt, bei dem u.a. der gesamte Rohbau in Mannheim geschlossen wird!

Die Stimmung unter den Arbeitern sei seit der Bekanntgabe des Sparprogramms im Juni dieses Jahres „sehr, sehr emotional geprägt“, sagt Bruno Buschbacher, Vorsitzender des Evobus-Gesamtbetriebsrats seinerzeit im Zusammenhang mit der Informationsveranstaltung.

Wohin geht die Reise für den letzten deutschen Bushersteller? Laut Gewerkschaft strebt Daimler Truck außerdem eine Deckelung der Produktion auf jährlich maximal 1.400 Linienbusse an. Alle weiteren Fahrzeuge sollen dann im französischen Ligny gefertigt werden. Und in Neu-Ulm soll die Maximalproduktion auf 1.200 Omnibusse schrumpfen.

Weitere Fahrzeuge sollen aus dem Werk im türkische Hosdere. Hierdurch sollen in Summe 40 Mio. EUR jährlich eingespart werden, wie die IG Metall schreibt. Und es stünden noch weitere Fixkostenprojekte mit einem Einsparvolumen von 30 Mio. EUR pro Jahr auf der Agenda, so die Gewerkschaft.

All dies geschehe, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken, wie Till Oberwörder, Leiter der Bussparte von Daimler Truck, gegenüber dem Mannheimer Morgen in einem Interview erklärte. Keine Frage, mit Blick auf steigende Energiekosten oder auch die Lohnkosten gehört Deutschland im Fahrzeugbau weltweit zu den teuersten Ländern.

Die die Verlagerung des Rohbaus ollen Lohnkosten von 30 Mio. EUR jährlich eingespart werden, wie die IG Metall mitteilt. Till Oberwörder teilte im Rahmen der IAA Transportation mit, dass Daimler Buses der einzige Bushersteller sei, der in Deutschland produziere.

Und man bekenne sich auch für die Zukunft dazu. Die Montage bleiben an beiden Standorten erhalten, man werde aber das europäische Produktionsnetzwerk stärker ausnutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das sehen auch die Experten der Börse, der Aktienkurs des Unternehmens legte nach Bekanntgabe der Zahlen in einer ersten Reaktion um gut eineinhalb Prozent zu. (DaimlerTruck/omnibus.news/Sr)

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