
Daimler Buses meldet bei Aufträgen und Absatz ein Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Foto: DaimlerTruck; Montage: omnibus.news
Daimler Buses meldet auch im zweiten Quartal 2025 rote Zahlen! Bittere Zahlen auch insgesamt für Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller hat im zweiten Quartal einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Das Konzernergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent von 245 Millionen auf nur noch 128 Millionen Euro ab! Daimler Truck setzte im zweiten Quartal 86.707 Lastwagen und Omnibusse ab – ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aber: Betrachtet man nur die Bussparte, dann stehen beim Auftragseingang und Absatz jeweils ein Minus! Die Zahlen im Detail: 5.284 Aufträge meldet Daimler Truck für die Bussparte im zweiten Quartal 2026, in Q2/25 waren es 7.027 – ein Minus Minus 25%!
Auch beim Absatz sieht es ähnlich aus: 6.132 Omnibusse in Q2/26 stehen 7.027 in Q2/25 gegenüber – ein Minus von 13%! Schaut man auf das erste Halbjahr 2025 und 2026, dann stehen dort beim Auftragseingang 11.223 Omnibusse, im Vorjahreszeitraum waren es 14.991 Einheiten – ein Minus von 25%. Der Absatz ging zum ersten Halbjahr 2025 um 16% zurück, es wurden nur noch 11.104 statt 13.233 Einheiten abgesetzt – ein Minus von 13%. Als Umsatz weist Daimler Truck für die Bussparte in Q2/26 ein Plus von 6% aus (1.556 Mio. Euro vs. 1.467 Mio. Euro).
Für das bereinigte EBIT (Earnings Before Interest and Taxes = Gewinn vor Zinsen und Steuern, bei dem außergewöhnliche, einmalige oder nicht zum normalen Geschäft gehörige Positionen (z.B. Restrukturierungskosten (z. B. Stellenabbau)) zählen, nennt Daimler Truck für die Bussparte 2%. Von 100 € Umsatz bleiben 2 € als operativer Gewinn (vor Zinsen und Steuern) übrig. Jetzt kann man rechnen, was das für die genannten Summen von 150 bzw. 147 Mio. Euro bedeutet. Vergleicht man das EBIT von Q1-2/25 mit Q1-2/26, dann gibt es aber auch hier ein Minus von sechs Prozent – im Vorjahreszeitraum waren es 273 Mio. Euro, im ersten Halbjahr 2026 sind es nur noch 257 Mio. Euro.
Die Daimler Truck Holding AG hat mit der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zugleich ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angehoben. Hintergrund ist die Erwartung eines beschleunigten Ergebniswachstums in der zweiten Jahreshälfte. Treiber dieser Entwicklung sind die prognostizierten höheren Absatzzahlen bei Trucks North America sowie zollbedingte Verbesserungen nach der Genehmigung des Unternehmensantrags auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen durch das US-Handelsministerium mit Wirkung zum 1. November 2025. Karin Rådström, Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck: „Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.“
Eva Scherer, CFO von Daimler Truck: „Dank unserer starken Liquiditätslage beabsichtigen wir, die zweite Tranche unseres laufenden Aktienrückkaufprogramms unmittelbar nach Abschluss der ersten Tranche zu beginnen. Der Abschluss der ersten Tranche wird spätestens Mitte September erwartet. Die zweite Tranche soll bis Ende Juni 2027 laufen und ein Volumen von bis zu 1,1 Milliarden Euro umfassen. Damit unterstreichen wir unser Ziel, für unsere Aktionärinnen und Aktionäre nachhaltig Wert zu schaffen.“ Daimler Truck hebt seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Das bereinigte EBIT auf Konzernebene wird nun in einer Bandbreite von 3,6 bis 4,1 Milliarden € erwartet (bisher: 3,2 bis 3,7 Milliarden €; 2025: 3,5 Milliarden €). Der Konzernabsatz dürfte zwischen 340.000 und 370.000 Einheiten liegen (bisher: 330.000 bis 360.000 Einheiten; 2025: 315.000 Einheiten).
Aufgrund der anhaltend schwachen Marktentwicklung in Lateinamerika und Mexiko senkt Daimler Buses dagegen seine Absatzprognose für 2026 auf 20.000 bis 25.000 Einheiten (bisher: 25.000 bis 30.000 Einheiten). Alle anderen Prognosewerte für 2026 bleiben unverändert. Die aktualisierte Prognose basiere auf der Annahme, dass der derzeitige Rahmen des Handelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA) Bestand habe. Mögliche Änderungen der Zollpolitik, der makroökonomischen Rahmenbedingungen oder geopolitischer Entwicklungen wären darin nicht berücksichtigt, so die Daimler Truck Holding AG. Bereits 2025 war der Gewinn um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro eingebrochen.
Im ersten Quartal dieses Jahres folgte dann der nächste Schock: Der Gewinn stürzte um satte 80 Prozent ab. Der Konzern will wieder wettbewerbsfähiger werden und hat entsprechende Schritte eingeleitet. Dafür läuft bereits das milliardenschwere Sparprogramm namens „Cost Down Europe“, bei dem die Bussparte wegen der positiven Lage bei Beschluss ausgenommen war. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro sinken. Und: Bei den Verkäufen gibt es Lichtblicke, wenn man die Bussparte ausblendet: Daimler Truck setzte im zweiten Quartal 86.707 Lastwagen und Omniusse ab – in Summe ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch positiv: Aktuell läuft ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, was oft als Signal gewertet wird, dass das Management die eigene Aktie für attraktiv hält… (DaimlerTruck/omnibus.news/PM/Sr)