Erik Schumann und Khaled Hanafia haben ihre Vision für den Bus der Zukunft entworfen. Foto: Schreiber

In ihrem 5. Semester haben Erik Schumann und Khaled Hanafia im Rahmen ihres Studiums Industrial Design an der HTW Berlin ein ein spannendes Projekt bearbeitet: Das Thema Bus, beziehungsweise Image Change im Busverkehr, war bereits vorgegeben. Im Industrial Design Studium ist es üblich, pro Semester ein großes Projekt zu einem vorgegeben Thema zu bearbeiten., wie die Studenten gegenüber omnibus.news berichten. 

In ihrem 5. Semester war das der Bus der Zukunft. Das Projekt wurde in Kooperation mit MAN und Professoren betreut. Besonders gefreut haben sich die beiden jungen Kreativen über die Einladung von MAN, vor den Designern von Traton ihren Entwurf präsentieren zu können. Und dann sei im Frühjahr noch die Einladung zur Bus2Bus gekommen, auf der Erik Schumann und Khaled Hanafia ihren Entwurf samt Modell ausstellen konnten.

Mit unserem Entwurf zeigen sie eine Vision für den Bus der Zukunft. Ziel war nicht, direkt einen umsetzbaren Bus zu entwerfen, denn dazu sei das Studium nicht gedacht, wie die beiden Kreativen voller Esprit erklärten. Stattdessen wollen sie zeigen, wie sich die nächste Generation das Busfahren zukünftig vorstellen kann. 

Und natürlich einen Bus entwerfen, in dem man unbedingt einsteigen möchte oder besser muss. Die Grundlagenrecherche des heutigen Busfahrens brachte zu Tage, dass die Busse vor allem für die Busbetreiber gestaltet werden. Das heißt, dass die eigentlichen Fahrgäste in den Hintergrund rücken, wie die jungen Designer meinen.

“Wir hatten die Möglichkeit das umzudrehen und in erster Linie für den Endkunden zu gestalten,” so Erik Schumann. Und Khaled Hanafia ergänzt: “Der Entwurf soll vor allem gemütliche Plätze für jeden Menschen anbieten. Das erreichen wir mit verschiedenen Sitzkonzepten in mehreren Zonen im Bus.”

Wer hinschaut, erkennt eine zentrale Tür, die von zwei Fahrradständern flankiert wird. Für die Studenten ist es wichtig, dass in der Zukunft die Fahrradmitnahme im Bus auch möglich ist. Die beiden Enden des Busses sind als Lounge ausgelegt. Hier habe man die gemütlichsten Plätze im Bus, wie Erik Schumann mit einem Lächeln im Gesicht anmerkt.

Gegenüber der Tür gibt es flexible Sitzmodule. Diese funktionieren ähnlich wie Klappsitze, nur dass sie deutlich schmaler sind. Im hochgeklappten Zustand fungieren sie als Lehne für einen Stehplatz, heruntergeklappt als Sitzplatz. Dadurch, dass sie schmaler sind, benutzt man mehrere Module und kann so die Breite des eigenen Platzes beliebig wählen.

Ist man zum Beispiel mit einem Kinderwagen unterwegs, kann man einige Sitzmodule hochklappen und Platz für den Kinderwagen schaffen. Gleiches gilt für Rollstühle oder Gepäck. So kann dieser Platz von jedem beliebigen Fahrgast genutzt werden. Der Bus selbst fährt elektrisch und autonom.

Dadurch, dass es keinen Busfahrer mehr gibt, fällt auch eine Bezugsperson weg, mit der Fahrgäste kommunizieren können. Das muss der Bus nun selbst übernehmen. Für diese Kommunikation haben die Studenten auch einige Konzepte entwickelt. So soll es eine App geben, mit der man dem Bus beispielsweise die eigene Zielhaltestelle angeben kann. Der Bus hält dann dort automatisch und gibt eine Nachricht an das Smartphone.

Im Bus sind interaktive Displays angebracht, über die man sich zur Reise informieren kann. Nach außen kann der Bus über Lichtbänder kommunizieren, die über Farbcodes den Status des Busses anzeigen können. Leuchtet der Bus grün, kann man sicher einsteigen, ist er rot, fährt er gleich los und man sollte Abstand halten.

Das Besondere an unserem Entwurf ist vor allem, dass Erik Schumann und Khaled Hanafia ihren Bus der Zukunft aus der Fahrgastperspektive gestaltet haben. Dadurch habe man einen ganz anderen Fokus und könne hoffentlich eine Vision für unsere zukünftigen Busse erschaffen, so die beiden kreativen Köpfe. (omnibus.news/Sr)

 

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