BYD produziert aktuell unter Hochdruck Mund- und Gesichtsschutzmasken. Foto: BYD

Angebot und Nachfrage: BYD rühmte sich bis zuletzt damit, der weltgrößte Hersteller von Elektrobussen zu sein. Am 18. Januar 2019 meldeten die Chinesen voller Stolz den 50.000sten Elektrobus. Ja, die Chinesen haben seit Produktionsgebinn vor zehn Jahren mittlerweile weit über 50.000 Elektrobusse auf die Räder gestellt. Respekt, aber mit entsprechender politischer Unterstützung scheint es neben der Qualität auch mit der Quantität zu klappen. Aus diesem Grund kann man auch glauben, was BYD jetzt meldet: Man sei jetzt der weltweit größte Hersteller von Mundschutz- bzw. Gesichtsmasken. Nachdem die Chinesen vor weniger als einem Monat mit der Produktion begonnen habe, um den Ausbruch des Coronavirus zu bekämpfen, hätte man nun auch hier wieder die weltweite Spitzenposition eingenommen. Fairerweise muss man sagen, dass die Politker in China gleich mehrere Firmen dazu aufgefordert haben, Mundschutz- bzw. Gesichtsmasken herzustellen, um auch das Angebot sowie die Nachfrage im Reich der Mitte bedienen zu können. Statt sich auf Elektrobusse, Batterien, E-Bikes, Mobiltelefone, Gabelstapler, Lastwagen und Halbleiter zu konzentrieren, hat sich die BYD-Mannschaft nun der massenhaften Herstellung von Schutzausrüstung angenommen. Und tatsächlich haben sich die Bemühungen in diese Richtung als so erfolgreich erwiesen, dass sie nun einen Großteil der Produktionskapazitäten beanspruchen, sodass BYD nun auch der weltweit größte Hersteller von Mundschutz-bzw. Gesichtsmasken ist. BYD-Präsident Wang Chuanfu leitete ein Team von 3.000 Ingenieuren, die Produktionslinien mit eigenen Komponenten aus der Linie im Bezirk Longgang in Shenzhen, Provinz Guangdong, bauten, in der früher High-End-Mobiltelefone hergestellt wurden. In weniger als drei Monaten verzeichneten die Chinesen beeindruckende Fortschritte, erfüllten die hohen Standards für die Herstellung medizinischer Geräte und waren in der Lage, die dringend benötigten Produkte in erheblich kürzerer Zeit herzustellen. “Eine Produktionslinie für hochwertige Mundschutz- bzw. Gesichtsmasken erfordert etwa 1.300 Teile, wie beispielsweise verschiedene Zahnräder, Ketten und Rollen, von denen 90% bei BYD im Haus selbst gefertigt wurden,” wie Sherry Li, Generaldirektorin BYD, erklärte. Derzeit stellt BYD täglich 5 Millionen Masken und 300.000 Flaschen Händedesinfektionsmittel her, die dann in ganz China versandt werden, um den landeseigenen Mangel zu decken. Am 8. Februar begannen die neu gebauten Produktionslinien in einem der BYD-Industrieparks in Shenzhen mit der Produktion. Hunderte von Mitarbeitern arbeiteten in Tag- und Nachtschichten, Maschinen liefen rund um die Uhr, wie BYD mitteilt. Da das Unternehmen täglich etwa fünf bis zehn neue Maskenproduktionsmaschinen herstellt, steigt die Anzahl der von BYD produzierten Masken mit einer Rate von ungefähr 300.000 bis 500.000 Einheiten pro Tag. Derzeit verfügt das Unternehmen über eine Gesamtproduktionskapazität von fünf Millionen Masken pro Tag, was einem Viertel der gesamten Produktionskapazität Chinas Anfang Februar entspricht. (BYD/PM/Schreiber)

Eine der Produktionslinien in einem der BYD-Industrieparks in Shenzhen Foto: BYD

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