Erdgasantrieb: Auf dem Weg zur Elektromobilität eine gute Übergangslösung. Foto: Daimler

Nachdem die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bereits in den 90er Jahren Fahrzeuge mit Erdgasantrieb getestet hatten, soll nun eine erneute Probephase gestartet werden. Hersteller von Erdgasbussen wurden bereits aufgerufen, sich für einen Probebetrieb in der Hauptstadt zu bewerben. Die verschiedenen Bus-Typen sollen dann auf einer ausgewählten Linie in der Praxis getestet werden. Laut den Anforderungen der BVG-Ausschreibung sind ausschließlich Zwölf-Meter-Fahrzeuge vorgesehen, die solche Strecken fahren, auf denen weder Doppeldecker noch Gelenkbusse eingesetzt werden. Und die Busse sollen mindestens 500 Kilometer weit mit einer Tankfüllung kommen. Grund für die Entscheidung zu einem erneuten Probebetrieb sind die klaren Umweltvorteile sowie die niedrigen Kosten von Erdgas als Kraftstoff im Vergleich zu Dieseltreibstoff, mit dem die BVG-Busflotte heute unterwegs ist. Bereits 1994 fuhr ein erster Linienbus mit Gasflasche auf dem Dach durch Berlin. Doch nach zwei Jahren wurde das Projekt verworfen, weil es damals zwei Stunden dauerte, bis der 800-Liter-Tank im Dach-Buckel des Busses aufgeladen war. Im Gegensatz zum ersten Einsatztest 1994 unterscheidet sich nun auch die Tankgeschwindigkeit nicht mehr von herkömmlichen Treibstoffen. Und die Betriebskosten mit Gas waren damals deutlich höher als mit Diesel. Das ließ die BVG-Manager seinerzeit auch auf die Bremse treten. Nun der neue Versuch. „Ob CNG-Busse für uns eine sinnvolle Brückentechnologie sind, sollen die Tests zeigen. Für die Zukunft des Busverkehrs prüfen wir natürlich mehrere Optionen“, sagt BVG-Sprecher Jannes Schwentuchowski.

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