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Dunkle Zeiten für Ebusco: Die BVG meldet Risse am Fahrzeugrahmen bei Elektrobusse der Marke Ebusco. Foto: Schreiber

Schöne Bescherung möchte man angesichts des Zeitpunktes sagen…! Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben Probleme mit den 2022 und 2023 gelieferten Elektrobussen der Marke Ebusco. Stand der Dinge: Erste Elektrobusse sind bereits aus dem Verkehr gezogen worden! An den Elektrobussen, die als Auftragsarbeit in China gefertigt und im niederländischen Deurne endmontiert werden, seien bei Routinekontrollen kleine Risse am Fahrzeugrahmen entdeckt worden, so die BVG. Stand der Dinge sei, dass rund 70 der insgesamt 90 Elektrobusse nun im Rahmen der Garantie durch Ebusco nachgebessert werden müssten, so die BVG. Und: Wie bei Garantiefällen üblich, würden die betroffenen Fahrzeuge bis zur Behebung nicht eingesetzt werden.

Die Elektrobusse von Ebusco hatten seinerzeit einen unschlagbaren Vorteil: Batterien haben einen nutzbaren Energiegehalt von 419 kWh, womit die Busse bis zu 290 Kilometer ohne Zwischenladung fahren können – deutlich mehr als der Wettbewerb seinerzeit bieten konnte. Aber schon der Start, die Elektrobusse von Ebusco kamen erst mit Verspätung von fast einem halben Jahr in Berlin an, verlief nicht so rund: Das Urteil über den ersten gelieferten Elektrobus der Baureihe Ebusco 2.2 fiel vor zwei Jahren wenig schmeichelhaft aus: Fehlender Unterbodenschutz, falsche und schlechte Schweißnähte, Rost und abgebrochene Gewindebohrer seien schon eine erschreckende Bilanz, so das Urteil nach der ersten Sichtung im Januar 2023.

Es sei bereits ein Reparaturplan in Abstimmung mit Ebusco erstellt worden, wie es aus Berlin heißt. Man würde sich der Risse im neuen Jahr annehmen, noch im ersten Quartal ’26 sollten alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit sein. Ob und wie der niederländische Bushersteller der Garantie nachkommen kann, wird sich zeigen, denn das börsennotierte Unternehmen hat nach wie finanzielle Probleme. Die Aktie wird aktuell mit nur 38 Cent gehandelt, erst Anfang Dezember gab es einen Überbrückungskredit in Höhe von 5,1 Mio. Euro. Damit wurde die weitere Auslieferung neuer Elektrobusse vorerst gesichert. Alle Kreditgeber sind auch Aktionäre von Ebusco und tragen die Elektrobuspionier durch schwere Zeiten. (BVG/ND/PM/Sr)

 

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