Die Teilnehmer des Bus-Korsos auf dem Weg zum bayerischen Wirtschaftsministerium. Foto: LBO

50 Reisebusse fuhren in München vor, um für die Busbranche ein Zeichen zu setzen. Foto: LBO

Alles perfekt organisiert und umgesetzt: Vorgaben und Regeln eingehalten, alles mit Außenmaß und Abstand sowie Mund-Nasen-Schutz. Foto: LBO

Dr. Sandra Schnarrenberger im Gespräch mit einem Teilnehmer des Bus-Korsos vor der Abfahrt. Foto: LBO

Busse bekleben und auf zur Kundegebung… Foto: LBO

Stephan Rabl, Dr. Sandra Schnarrenberger und Hubert Aiwanger am Ende einer erfolgreichen Demonstration für die Busbranche. Foto: Büro Staatsminister Aiwanger

Die überwiegend familiengeführten Reisebusunternehmen in Bayern sind seit acht Wochen ohne jegliche Einnahmen und immer noch ohne eine Perspektive auf Lockerungen. Vor dem Hintergrund des wochenlangen Berufsverbots und der ernüchternden politischen Situation der Reisbusbranche, hat der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen am Dienstag, 12. Mai eine Demo-Aktion in Form eines Buskorsos in München auf die Räder gestellt. 50 Reisebusse nahmen teil, um für dringend  benötige finanzielle Hilfen sowie eine baldige Öffnung des Reisebusverkehrs zu werben. Während andere Tourismussparten, wie die Hotellerie und Gastronomie spätestens Ende Mai wieder öffnen dürfen, Inlandsflüge zum Teil bis auf den letzten Platz wieder ausgebucht sind und auch der DB-Fernverkehr ohne wesentliche Beschränkungen weiterläuft, wird mit dem Omnibus das klimafreundlichste Reiseverkehrsmittel weiter ausgebremst. „Wenn die Gaststätten Mitte Mai und die Hotels Ende Mai in Bayern wieder öffnen, sind sie auf viele Gäste angewiesen. Allein in Bayern nutzen jedes Jahr über 18 Millionen Menschen den Bus für Reisen, Ausflüge oder Klassenfahrten. Darüber hinaus gibt es keinen nachvollziehbaren infektionsschutzrechtlichen Grund, Hotellerie und Gastronomie sowie Bahn- und Flugreisen in der Gefährdungslage anders einzustufen als Busreisen“, kritisiert LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl. Am Vormittag gab es dann den Bus-Korso, für den die Busunternehmer ihre Reisebusse mit aufgeklebten Sprüchen wie beispielsweise “Hilfe, wir kommen unter die Räder” oder “Endstation Insolvenz” beklebt hatten, um vor dem bayerischen Wirtschaftsministerium für Aufsehen zu sorgen. Die ursprünglich angedachte Übergabe einer Petition sei in Absprache mit dem Ministerium auf den Nachmittag verschoben worden, erklärte Rabl. Dabei gab es auch ein Treffen mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Tausend familiengeführte Betriebe stehen allein in Bayern vor einem Scherbenhaufen. Die komplette Fahrzeugflotte an Reisebussen steht seit dem 17. März still. Bereits lange vor dem Reisebusverbot wurden die meisten Reisen und Tagesfahrten storniert, sämtliche Klassenfahrten und Schulausflüge sind sogar bis Ende 2020 untersagt. Neubuchungen bleiben aus, während die Kundengelder zurückgezahlt werden müssen und die stillgelegten Fahrzeuge weiterhin Kosten verursachen und zudem jeden Tag an Wert verlieren. Die weggebrochenen Einnahmen sind unwiederbringlich verloren. Eine Busreise die dieses Jahr nicht stattfindet, wird nächstes Jahr nicht zweimal gebucht. Die bisher aufgelegten Soforthilfen und sonstigen Hilfsmaßnahmen, wie Kurzarbeitergeld und Kredite reichen deshalb bei weitem nicht aus, die Reisebusunternehmen aus der Krise zu führen. Dabei ist die deutsche Bustouristik auf einen Neustart unter verantwortungsvollen Bedingungen vorbereitet. Ein entsprechendes Hygienekonzept wurde erstellt und der Politik vorgelegt. Zudem bieten Busreisen beste Voraussetzungen, um Fahrgäste in überschaubaren festen Gruppen und unter genau definierten Bedingungen sicher an ihr Ziel zu bringen. Mit einem Hupkonzert vor dem bayerischen Wirtschaftsministerium verliehen die teilnehmenden Busunternehmer den Forderungen der Busbranchen nach wirkungsvollen Soforthilfen sowie der schnellen Öffnung des Reisebusverkehrs lautstark Nachdruck. Keine Frage, finanziellen Rettungsschirm für die Bustouristik muss her. Die überwiegend mittelständisch geprägten Betriebe brauchen ein bundesweites finanzielles Soforthilfeprogramm zum Ausgleich der fahrzeugbezogenen Fixkosten seit dem Reisebusverbot. Doch es geht den Busunternehmern nicht nur um etwas Fananzielles: Eine schnelle Perspektive für die Reisebusbranche ist nötig. Dazu fordern Busunternehmer bundesweit uni sono die Aufhebung des Busreiseverbotes. Es gibt keinen infektionsschutzrechtlichen Grund, Reisen mit dem Bus weiter zu verbieten, wie die bayerischen Busunternehmer im Rahmen des Bus-Korsos noch einmal deutlich machten. Zudem sind Hotellerie, Gastronomie und andere touristische Einrichtungen für ihren jetzt erlaubten Neustart auf Busreisegäste angewiesen. „Es ist fünf vor zwölf für die Reisebranche. Jeden Tag kommen Familienbetriebe einer unverschuldeten Insolvenz näher. Die Wirtschaftsministerien auf Landes- und Bundesebene muss jetzt handeln, um die mittelständisch geprägte Bustouristik zu retten“, mahnt Rabl. Gehör und Verständnis fanden die bayerischen Busunternehmer bei Hubert Aiwanger, dem Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. „Besonders gebeutelte Branchen brauchen unsere Solidarität,“ so Aiwanger in einer Pressemitteilung. Für den Staatsminister gehören auch Busunternehmen dazu, die sich angesichts des Wegfalls der Busreisen in existenziellen Nöten befänden. Die Einführung des reduzierten Umsatzsteuersatzes für den Busverkehr sieht der Staatsminister als eine dringend benötigte Zukunftsperspektive an. Für Hubert Aiwanger gehören Omnibusse zur Öffnung der Tourismusbranche am 30. Mai dazu, es gab die lang ersehnte offizielle Aussage: “Reisebusse dürfen aus jetziger Sicht mit der Öffnung der Tourismusbranche am 30. Mai endlich wieder fahren”, so Aiwanger. (LBO/STWIM Bayern/PM/Schreiber)

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