Mit dem Bus durch die Bundesrepublik zu fahren? Kaum möglich… Foto: BDO, Cleanpng, Montage: omnibus.news

Mal eben mit dem Reisebus eine Gruppe von A nach B befördern? Kaum möglich, wenn die Grenze eines Bundeslandes überschritten wird. Äußerst unübersichtlich ist die Lage beim Neustart des Reisebusverkehrs innerhalb Deutschlands, während man in Hamburg, Hessen, Schleswig-Holstein und im Saarland schon wieder unter Auflagen erste Reisegruppen befördern kann, warten Bremen und Thüringen bis mindestens 5. Juni noch. Um den Überblick zu behalten, hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) eine Übersicht erstellt. Die ist aber nicht nur für die eigene Planung wichtig, sondern aktuell durchaus auch ein wichtiges Mittel, um die Politiker, die sich vor Ort bei Busunternehmern umsehen, über das zu informieren, was die Branche bewegt: verschiedene Termine und Rahmenbedingungen! Was in einem Bundesland gilt, muss so in dieser Form nicht zwingend auch in einem anderen gelten, was einen geordneten Neuanfang noch einmal erschwert. Von einer unterschiedlichen Handhabung der Länder bei ihrer finanziellen Unterstützung der Busunternehmer einmal ganz abgesehen. Glücklich, wer jetzt seinen Betrieb “im richtigen Bundesland” hat. Gemeinsam mit den Landesverbänden kämpft der BDO aktuell in Berlin für einheitliche Lösungen und Standards sowie ein sinnvolles und zeitnahes Durchstarten. Ein Flickenteppich der Termine und Rahmenbedingungen ist kontraproduktiv, doch zur Zeit das Ergebnis der Folgen eines föderalen Systems. Ähnlich geht es in der Bildung zu, auch hier gibt es keine ausreichende Unterstützung, wie bei Bussen zeigt sich der Staat hier schwach und träge, was finanzielle Mittel angeht. Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär und Tourismusbeauftragter, sagte gegenüber Medienvertretern,  die Chancen stünden gut, dass man die Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen könne. Ziel sei es, dass alle Länder in Europa wieder bereist werden könnten – sofern die Entwicklung der Pandemie das zulasse und auch vertrauenswürdige Schutzkonzepte vorlägen. Der Tourismusbeauftragte zeigte sich überzeugt, „dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird“. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, nicht einmal in Deutschland gibt es eine einheitliche Linie, denn über die schrittweise Öffnung der Gastronomie und des Beherbergungsgewerbes für die touristische Nutzung (insbesondere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen) entscheiden die Länder in eigener Verantwortung vor dem Hintergrund des jeweiligen Infektionsgeschehens und landesspezifischer Besonderheiten. Darauf haben sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder am 6. Mai verständigt. Kleinstaaterei ist ein in der Regel abwertendes, deutschsprachiges Schlagwort für eine als besonders ausgeprägt wahrgenommene föderale Struktur, was gerade jetzt das Miteinander erschwert. Die Busbranche ist sich länderübergreifend einig: Man muss die Zukunft zulassen und dem Reisebus in Deutschland eine Chance geben, über die Landesgrenzen hinweg für alle Reisebusse aller deutschen Busunternehmer. Auch vor diesem Hintergrund und mit Blick auf eine klimafreundliche Mobilität ist der geplante bundesweite Aktionstag zur Rettung der Busunternehmen am 27. Mai 2020 zu sehen. Ob bis dahin die Frage, wann, wo und wie Busreisen wieder möglich sind, für alle Beteiligten zufriedenstellend geklärt sein wird? (BDO/BMVI/omnibus.news/Schreiber)

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