
Das Glasdach und die Arkaden verleihen dem Erich-Klausener-Saal des BMV eine besondere Atmosphäre und sind ein würdiger Ort für die BusKon. Foto: BMV/FrankSchrothFotografie

Nikolaus Oberkandler und Oliver Braune stellten die E-Busförderung des BMV vor. Foto: BMV/FrankSchrothFotografie
Alle Jahre wieder: Auch 2026 initierte die NOW GmbH zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) einen Austausch der Busbranche und lud zur Fachkonferenz klimafreundliche Busse 2026 nach Berlin ein. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stand der klimafreundliche Busverkehr in all seinen Facetten: von politischen Rahmenbedingungen und Marktentwicklungen über Perspektiven aus Industrie und Mittelstand bis hin zu konkreten Praxisbeispielen aus Verkehrsunternehmen. Es wurde deutlich: Elektrifizierung, Infrastruktur und Energieversorgung müssen gemeinsam gedacht werden.
Der erste Tag startete mit der Übergabe von Förderurkunden an Verkehrsunternehmen aus ganz Deutschland durch Bundesminister Patrick Schnieder. Gefördert wird die Beschaffung von insgesamt 1.887 neuen Elektrobussen. Im Anschluss stellten Nikolaus Oberkandler und Oliver Braune die E-Busförderung des BMV vor, gefolgt von Impulsen zur Marktentwicklung von E-Bussen in Deutschland und Europa von Werner Overkamp (STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH), Christiane Leonard (Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen) und Marcus Bollig (German Association of the Automotive Industry (VDA)).
Nach der Mittagspause ging es mit Vorträgen zum elektrischen Fahren und Reisen von Sven Thomsen (Kieler Verkehrsgesellschaft MbH), Dr. Marcel Frank (Regionalverkehr Köln GmbH), Sascha Willms, Heinz Kiess (MAN Truck & Bus SE) und Martin Scharf (Scharf OHG Omnibus & Reisebüro) weiter. Den letzten Teil der Konferenz eröffnete Dagmar Fehler (NOW GmbH) mit einer Keynote zu Infrastruktur im Personenverkehr, gefolgt von einer Podiumsdiskussion zu Energie und Infrastruktur mit Bettina Lauer (BMV), Andreas Stahl (SBRS GmbH), Daniel Kunath (Regionalbus Oberlausitz GmbH) und Eike Christian Toepfer (IZAAC.ENERGY).
Ein Best-Practice aus Oslo brachte Elisabeth Skarsbø Moen (Ruter As) mit, die den Betrieb einer der größten E-Busflotten Europas vorstellte. Nach einer kurzen Abschlussrede von Bettina Lauer (BMV) war dann noch Zeit zum Netzwerken. Zahlreiche Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung über einen Livestream. Am zweiten Konferenztag standen Exkursionen auf dem Programm mit dem Ziel, klimafreundlichen Busverkehr nicht nur zu diskutieren, sondern im Realbetrieb zu erleben.
Wie wird ein klassischer Busbetriebshof fit für die E-Bus-Flotte? Auf einem Betriebshof der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Ladeinfrastruktur, Abstellkonzepte, Werkstattprozesse und die Herausforderungen im täglichen Betrieb. Mit dem E-Metrobus ging es vom Regierungsviertel zu zentralen Knotenpunkten moderner Stadtmobilität. Auf dem Programm standen unter anderem eine Pantographenladung im laufenden Betrieb an einer BVG Endhaltestelle, Einblicke in das Jelbi Konzept zur Bündelung verschiedener Mobilitätsformen, der Besuch einer Wasserstofftankstelle von H2 MOBILITY und Praxisberichte zum Wasserstoffbus Betrieb von Rebus Regionalbus Rostock GmbH.
Das, was die Nationale Organisation für den Wandel in der Mobilität (NOW GmbH), eine bundeseigene Gesellschaft, der Busbranche möglich gemacht hat, verdient ein herzliches Dankeschön! das gilt auch für alle beteiligten Partner und die Gastgeber, die für die Teilnehmer der BusKon 2026 für die offenen Türen und die praxisnahen Einblicke gesorgt haben. Zur Fachkonferenz veröffentlichte die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH die neue Publikation „Anforderungen an Ladeinfrastruktur für den Reisebusverkehr – 5 Handlungsfelder“.
Der Handlungsdruck ist klar: Die Emissionen von Reisebussen müssen im Rahmen der europäischen CO₂-Flottenregulierung bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 2019 sinken. Eine zentrale Voraussetzung für den Hochlauf ist eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur. Auf Basis von Markterkundungsgesprächen mit Herstellern, Verbänden, ZOB- sowie Bus-Betreibenden und Infrastrukturerrichtern identifiziert die Publikation fünf zentrale Handlungsfelder: Bedarfsermittlung und Verkehrsdatenerhebung, Flächenbereitstellung und Steuerung der Ladeinfrastrukturentwicklung, Netzausbau und Energieversorgung, Förderbedarfe und Finanzierungsmodelle sowie die Vernetzung der Akteure. Die Publikation steht hier zum Download bereit. (BMV/NOWGmbH/PM/Sr)