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Konstantin Sorge hat sich mit seiner BAchelorarbeit der Busfahrt von morgen gewidmet. Foto: Sorge

Wie sieht der Stadtbus der Zukunft aus, wenn nicht nur der Antrieb, sondern das gesamte Mobilitätssystem neu gedacht wird? Foto: Sorge

Im Mittelpunkt steht die Idee, die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs nicht als rein technische Herausforderung, sondern als gestalterische Chance zu begreifen. Foto: Sorge

Eine orangefarbene Glaszone im Einstiegsbereich unterstützt die Orientierung und soll den Fahrgastfluss lenken. Foto: Sorge

Wie sieht der Stadtbus der Zukunft aus, wenn nicht nur der Antrieb, sondern das gesamte Mobilitätssystem neu gedacht wird? Mit seiner Bachelorarbeit „Nexus – Systemische Gestaltung zukünftiger Busmobilität“ entwickelte Konstantin Sorge in Kooperation mit dem Designer Stefan Handt von Daimler Buses an der Hochschule Pforzheim einen Entwurf, der Fahrzeugdesign, Infrastruktur und Fahrgasterlebnis miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht die Idee, die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs nicht als rein technische Herausforderung, sondern als gestalterische Chance zu begreifen.

Denn elektrische Busse verändern nicht nur die Antriebstechnik, sondern auch Betriebsabläufe, Ladeinfrastruktur und die Organisation von Betriebshöfen. Genau hier setzt Nexus an: Der Omnibus wird Teil einer modularen Flottenstruktur, die dezentrale Busstationen mit integrierter Lade- und Reinigungsinfrastruktur vorsieht. Das klassische, abgeschottete Depot wird zum urbanen Knotenpunkt, der Fahrzeuge, Fahrpersonal, Fahrgäste und Stadt miteinander verbindet. Auch beim Fahrzeug selbst setzt Sorge auf eine Gestaltung, die Funktion und Nutzung in den Mittelpunkt stellt.

Statt eines expressiven, emotional aufgeladenen Exterieurs verfolgt der Entwurf eine bewusst zurückhaltende, infrastrukturell geprägte Formensprache. Die Gestaltung soll sich in das urbane Umfeld einfügen und die Rolle des Busses als Bestandteil eines größeren Mobilitätssystems unterstreichen. Im Innenraum strukturieren unterschiedliche Funktionszonen den Fahrgastraum. Eine orangefarbene Glaszone im Einstiegsbereich unterstützt die Orientierung und soll den Fahrgastfluss lenken. Besonderes Augenmerk gilt der Barrierefreiheit:

Der Innenraum ist so konzipiert, dass Rollstuhlfahrer vom Fahrerbereich bis in den hinteren Teil des Busses gelangen können. Gestaltung wird damit zum Mittel, Bewegungsabläufe zu vereinfachen und die Nutzung für unterschiedliche Fahrgastgruppen komfortabler zu machen. „Je digitaler unsere Welt wird, desto wichtiger werden reale Räume; die Busfahrt der Zukunft sollte nicht nur Mobilität organisieren, sondern (zwischen-)menschliche Erfahrung ermöglichen“, erklärt Konstantin Sorge. Dieser Anspruch geht über die Gestaltung eines einzelnen Fahrzeugs hinaus.

Nexus versteht die Busstation als räumlichen, organisatorischen und sozialen Knotenpunkt eines elektrifizierten Verkehrssystems. Energieversorgung, Betriebsorganisation und Aufenthaltsqualität sollen zusammen gedacht werden. „Nexus ist ein Ort, an dem Energie verteilt, Mobilität organisiert und Alltag erlebt wird“, so Sorge. Die modulare Struktur soll skalierbar sein, mit der Flotte wachsen und sich an unterschiedliche urbane Gegebenheiten anpassen lassen. So entsteht aus einer funktionalen Verkehrsanlage ein vielseitiger urbaner Ankerpunkt.

Die gestalterische Qualität des Konzepts liegt dabei weniger in spektakulären Formen als in der Klarheit der Abläufe und der Reduktion von Komplexität. Orientierung, vereinfachte Prozesse und die Bedürfnisse von Fahrpersonal und Fahrgästen bilden die Leitlinien des Entwurfs. Der systemische Ansatz passt zu einer Entwicklung, mit der sich auch Daimler Buses beschäftigt. Über Daimler Buses Solutions bietet das Unternehmen ganzheitliche E-Mobilitätslösungen an, die neben Fahrzeugen unter anderem Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher, Lademanagement und bauliche Anpassungen von Betriebshöfen umfassen.

Nexus greift damit eine Fragestellung auf, die für die Gestaltung zukünftiger Busflotten zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wie lassen sich Fahrzeug, Infrastruktur und Betrieb zu einem funktionierenden Gesamtsystem verbinden? Die Arbeit überzeugte auch über den Hochschulkontext hinaus: Konstantin Sorge erhielt für Nexus den Förderpreis der Theo-Münch-Stiftung. Zudem wurde das Projekt für den German Design Award 2027 in der Kategorie Newcomer nominiert. (Sorge/HochschulePforzheim/Daimler Buses/omnibus.news/Sr)

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