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 Held der Straße 2016 Marzena Szojda und Staatssekretärin Dorothee Bär. Foto: Goodyear


Held der Straße 2016 Marzena Szojda und Staatssekretärin Dorothee Bär. Foto: Goodyear

Marzena Szojda ist der Schutzengel der Grizzlys und Held der Straße 2016. Wobei, wenn man es genau nimmt, ist sie die Heldin der Straße 2016. Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) haben im Bundesverkehrsministerium den „Held der Straße 2016“ ausgezeichnet. Erstmals stand eine Fahrerin am Jahresende im Rampenlicht. „Bei den monatlichen Auszeichnungen gab es schon gelegentlich auch Frauen“, sagt Jürgen Wiedemann, Pressesprecher der Goodyear Dunlop Tires Germany, GmbH. Unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministeriums werden Menschen geehrt, die anderen in einer Notlage im Straßenverkehr selbstlos halfen und oft sogar dabei Leben retteten. Bei der Preisverleihung am 1. Dezember im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär stellvertretend für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, dem Schirmherren der Verkehrssicherheitsaktion: “Millionen Menschen sind täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs. Wenn es zu einer Notsituation kommt, kann schnelles und mutiges Eingreifen Leben retten. Die Helden der Straße sind Vorbilder für uns alle. Ihr Verantwortungsgefühl und ihr Einsatz retten Leben. Ich freue mich natürlich ganz besonders, dass ich den Preis heute erstmals an eine Frau vergeben darf.” Und auch die schon im Mai für den Monat Mai als Held der Straße geehrte Marzena Szojda erzählte ihre Geschichte: „Es war am 3. März. Wir waren mit unserem Bus und dem Eishockeyteam der Grizzlys Wolfsburg von Düsseldorf nach München unterwegs. Auf der A 3 bei Aschaffenburg erlitt mein Kollege einen Schlaganfall am Steuer – bei knapp 95 km/h. Der Bus kam von der mittleren Spur nach rechts ab und streifte an der Leitplanke entlang. Es war innerhalb von Sekunden“, schildert die 40-jährige Polin, die seit dem 6. Januar 2011 den Busführerschein besitzt. Seitdem fährt sie für den Omnibusbetrieb Helmut Bischof e.K., der zum Reisenspezialist Briotours GmbH im niedersächsischen Wittingen gehört. Als das Unfassbare geschah, griff Szojda beherzt in das Lenkrad und zog den Fahrerfuß vom Gaspedal. Ihr Kollege saß verkrampft bewegungslos am Steuer. Mit der Zusatzbremse bekam sie den Doppeldecker schließlich auf dem Seitenstreifen zum Stehen. „Der Bus war gerade sieben Monate alt und die ganze rechte Seite war durch die Leitplanke völlig demoliert“, berichtet sie. Während die Rettungskräfte gerufen wurden, sicherte die Fahrerin die Unfallstelle und räumte die abgerissenen Karosserieteile vom Seitenstreifen. „Ich bin wirklich froh, dass das so glimpflich abgegangen ist und keiner verletzt wurde“, resümiert Szojda. Die Polizei untersuchte noch vor Ort den Bus gründlich und so konnte die blonde Retterin mit dem 30-köpfigen Mannschaftsteam die Fahrt zum Bundesligaspiel nach München fortsetzen. Obwohl auch den Sportlern noch der Schreck in den Gliedern saß, unterlagen die bayrischen Gastgeber unterlagen bei dieser hart umkämpften Partie am 4. März den Wolfsburgern mit 3:4. Szojdas Kollege hat inzwischen die Reha absolviert und ist auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht wieder fahrtauglich. Vorrangig steuert Szojda den Doppeldecker-Mannschaftsbus, der die Grizzlys zu ihren Auswärtsspielen bringt. Doch wenn sie nicht mit den Sportlern auf Reisen ist, dann lenkt sie auch die Linienbusse durch den Landkreis Gifhorn. Natürlich freut sie sich über diese besondere Auszeichnung. Aber als große Heldin fühlt sich die Busfahrerin nicht. Ihre Reaktion in dieser Gefahrensituation auf der A 3 war eine Selbstverständlichkeit, denn da war einfach handeln gefragt. „Menschen, die nicht wegschauen, die couragiert eingreifen und Verantwortung für andere übernehmen, sind im Straßenverkehr unersetzlich und die wahren Helden“, urteilte AvD-Generalsekretär Matthias Braun. Und „solche Menschen, die couragiert helfen, haben es verdient, gewürdigt zu werden“, betonte Gabriele Velte, Goodyear-Direktorin für Regierungsangelegenheiten. Sie würdigte die „großartige Leistung, die Zuversicht spendet“ und verwies darauf, dass es das Ziel der Initiatoren „Held der Straße“ sei, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dazu sei es wichtig, „das allgemeine sicherheitsbewusste Verhalten der Teilnehmer im Straßenverkehr zu fördern“, unterstrich Velte.

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